Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 32 (1891)
- Issue
- Heft 88 (12.11.1891)
- Date
- 1891-11-12
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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XXXII. Jahrgang. Zweite Beilage;u M 88 des „Israelit & Jeschurun" „Zur gefl. Besprechung." 8. Mit oben genannter Aufschrift gelangen Bücher seitens der Verleger oder Verfasser an die Redaction von Zeitungen, ohne aber daß der Referent sich verpflichtet fühlen müßte oder dürfte eine dem Vers gefl. Besprechung zu liefern. Jedenfalls erweist die Redaction den Interessenten eine Gefälligkeit, wenn sie die Spalten ihres Blattes der Besprechung eines Buches öffnet, selbst in dem Fall, wenn dieselbe eine ungünstige ist, denn eine solche ist noch besser als Todtschweigen. Will aber jemand eine Gefälligkeit, so muß es doch auch dem, welcher nicht Knigge's „Umgang mit Menschen" gelesen hat, einleuchten, daß er dem, von welchem er eine solche erbittet, in demselben Augenblicke, da er sein Anliegen vorträgt, nicht Grobheiten an den Kopf wirft. Nun läßt da ein Herr A. Levin bei Alfred Fried u. Co. in Berlin ein Schriftchen erscheinen, in welchem er für die Hebung und Ehre seines Standes, der Cultusbeamten i. e. der Vorbeter eintritt, die er irrthümlich schon im Tempel beim Opferdienst beschäftigt glaubt und in dem er tüchtig gegen den Prediger Wolf loszieht. Daß Vers, oder Verleger diese Schrift auch dem „Israelit u. Jeschurun" „zur gefl. Besprechung" einsendet, ist natürlich; hat doch unser Blatt sich stets der Cultusbeamten warm angenommen. Wie zahlt aber der Verf. schon pränumerando seinen Dank für die gewünschte „gefl. Besprechung" ab. Er fordert zur Bildung eines großen Verbandes der Cultusbeamten in Deutschland auf und wünscht, daß die jüdische Presse sich der Sache annehme. An welches Blatt soll man sich aber wenden? Bei der Revue der jüdischen Blätter erhält nun der „Israelit und Jeschurun" folgende Note: „Noch weniger zu hoffen haben wir von dem weit verbreiteten und vielleicht viel gelesenen „Israelit und Jeschurun". Nun folgen allerhand Schmähungen gegen unser Blatt, in welchen mit Ausdrücken wie „zelotische Verketzerungssucht" und „stumpfsinnigen Hyper-„Jsraeliten" nmgeworfen wird. Aber trotzdem eine Bitte um „gefl. Besprechung"? — Sonderbarer Schwärmer! Nun, wir haben die taktvollen Expektorationen des Herrn Levin etwas niedriger gehängt, nicht um die Sache, die derselbe anregt, zn bekämpfen, wir werden, wo sich die Gelegenheit uns bietet, sie fördern, wir werden, wie bisher, die Hebung des Standes der Cultusbeamten als eine unserer Hauptaufgaben betrachten, ] obwohl der Herr Lcvin dafür eintritt. Zeitungsnachrichten und Correfpoudenzen. Deutschland. Frankfurt a. M, 8. November. Vor einigen Monaten wurde in diesen Blättern von der hochherzigen Schenkung des Herrn Selig Gold sch mi dt dahier berichtet, der in seiner bekannten Begeisterung für die heilige jüdische Sache der Israelitischen Religionsgesellschaft den Betrag von Mk. 100 000 zur Erbauung eines großen Hörsaals für die Jeschiwa, verbunden mit der Einrichtung für die Mazzotbäckerei, zur Verfügung gestellt. Bekanntlich hat genannter Herr es der Religionsgesellschaft auch ermöglicht, die Errichtung einer Israelitischen Volksschule bewerkstelligen zu können, indem er für diesen Zweck schon vor zwei Jahren ebenfalls die Summe von Mk. 100000 der Religionsgesellschast geschenkt hat. Nachdem die Volksschule in wenigen Tagen ihrer Vollendung entgegen geht, nahm der Vorstand der Religionsgesellschaft vergangenen Samstag Veranlassung Herrn Golds chm idt seinen Dank für die großartigen Stiftungen in feierlicher Weise auszudrücken. Zu diesem Behufe begaben sich der Vorstand und Ausschuß, sowie die Verwaltungsmitglieder der Jeschiwa nebst einigen geladenen, hervorragenden Persönlichkeiten der Religionsgesellschast in die Wohnung des Herrn Goldschmidt und überreichten demselben eine prachtvolle, von einem ersten hiesigen Künstler verfertigte Adresse, deren Text von Herrn Rabbiner Dr. Breuer verfaßt worden ist. Letzterer funktionirte auch als Sprecher der Deputation, indem er das Sidrawort p'NL vrx m rnvo r,\i ü’on in meisterhafter Form seiner Ansprache zu Grunde legte. Er wies darauf hin, daß nach einem sinnreichen Ausspruch unserer Weisen man keinem Menschen das ungetheilte Lob, ganz und voll in seiner Gegenwart spenden solle, aber wo bedürfte es einer lauten lärmenden Aeußerung des Lobes, da solch' herrliche Thaten, so wackere, großartige Leistungen von selbst eine, Jedem vernehmliche Sprache redeten. So lange die gegründeten Institutionen bestehen würden, undj das hoffen wir für alle Zeiten, würde — sei es von thoralernenden Jeschiwajüngern, sei es von heranblühenden Zöglingen der Volksschule — der Name Goldschmidt verherrlicht werden. Den trefflichen Worten des Herrn Rabbiner schloß sich im speziellen Namen des Vorstandes Herr Em. Schwarzfchild mit dem Ausdruck des Dankes an, mit dem Hinweis, daß die Religionsgesellschast stolz sei, einen solch' edlen, hochherzigen Manne zu den ihrigen rechnen zu dürfen. Tiefgerührt wies Herr Gold schm idt bescheiden jedes Lob von sich, er hätte nur seine Pflicht als Jehudi erfüllt, nicht Ehre und Lob gefuchl, sondern der göttlichen heiligen Sache dienen wollen. Er gedachte in bewegten Worten seiner in Gott ruhenden Gattin, die ihn stets zu guten und edlen Werken angespornt habe. Nicht minder sei in ihm die hingebungsvolle Liebe zu unserer nrnpn nbrp durch das Feuerwort unseres ewig