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Der Israelit · 1891-11-02 · Heft 85 (2.11.1891) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 85 (2.11.1891)
Date
1891-11-02
Page
– (sequence 11)
Language
German
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1597 in einer Entfernung von hundert Werst angeordnet, angeblich damit die Juden nicht im Falle eines Konfliktes mit China als Spione dienen können! Die Familien der nach Sibirien Verbannten Juden sollen in den Judenrahon zurückgesandt werden. England. London. Die neueste Nummer des dahier erscheinenden „Darkest Russta" veröffentlicht das nachstehende Schreiben, welches Tennyson an ein Mitglied des russisch-jüdischen Comitös gerichtet hat: „l. October 1891. Geehrter Herr! Ich habe die Berichte, welche in Ihrem Blatte und sonst in der Presse über die Judenverfolgungen in Rußland erschienen stnd, gelesen und kann nur sagen, daß, wenn sie auf Wahrheit beruhen, das russische Reich seine Kirche und Nationalität mit Schmach bedeckt hat. Ich bin einmal mit dem Czar zusammengetroffen. Er schien mir ein liebenswürdiger Mann zu sein und ich kann kaum glauben, daß er über die anscheinend mit seiner Billigung begangenen Grausamkeiten zur Genüge unterrichtet ist. Tenntffon." Türkei. Konstantinopel, 31. Oct. Der „Agence de Constantinople" zufolge lautet das Rundschreiben der Pforte an die Botschafter hinsichtlich der Judeneinwanderung folgendermaßen: Um den aus der Anhäufung von israelitischen Einwanderern für die öffentliche Gesundheit sich ergebenden Gefahren vorzubeugen, mußte die Pforte als prophylaktische Maßregel jüdischen Einwanderern das Betreten türkischen Gebietes untersagen. Der Minister des Aeußcrn ersucht in Folge dessen die Botschafter, die Schiffsgesellschaften aufzufordern, den Einwanderern die Beförderung nach dem türkischen Reiche zu verweigern, indem sie die Seebehörden beauftragt, dieselben nicht landen zu lassen. Konstantinopel, 31. October. In Folge des seitens der Pforte erlassenen Verbotes der Landung russischer Juden in türkischen Häsen haben die russischen Schiffe Befehl erhalten, keine solche Emigranten mehr, welche in der Türkei zu landen beabsichtigen, an Bord zu nehmen. Vermischtes. Hamburg. Die neuerbaute Poliklinik des israelitischen Krankenhauses in St. Pauli ist fertiggestellt und eingerichtet. Am Mittwoch fand sich der Vorstand der „Deutsch-israelitischen Gemeinde" auf Einladung der Kranken-Verwaltung ein, um das Gebäude in Augenschein zu nehmen. Die Herren waren sehr erfreut und sprachen ihre Befriedigung über die zweckmäßige Einrichtung und Ausstattung der Anstalt aus, welche bekanntlich hauptsächlich durch freiwillige Beiträge ins Leben gerufen worden ist. New-Nork, 3. October. Zu Ehren des zu einer längeren Erholung nach Europa abreisenden Herrn Jesse Selig mann, Chef des Bankhauses I. u. W. Seligmann und Vorsitzenden des Unterstützungs-Comitö's, fand vorgestern bei Delmonico ein Banket statt, welchem nahezu 200 Personen beiwohnten, darunter die Chefs der ersten Finanz- und Handelshäuser New-Aorks, ferner die Herren Hewitt, früher Mayor von New-Jork, Seth Low, Präsident des Columbia College, Hungtington, Präsident der Southern Pacific Co., Herr Jacob H. Schiff, als Vorsitzender des Banketts, begrüßte den Gast, welcher dann in einer längeren, mit großem Beifall aufgenommenen Rede erwiederte. Es folgten eine Reihe von Toasten, in welchen Herr Seligmann als „Banker Philantropist" und als „Worthy Citizen" gefeiert wurde. Besonders hcrvorzuheben ist die That-- sache, daß eine während des Banketts aufgelegte Lifte zu Beiträgen für die nothleidenden russischen Juden die stattliche Summe von ca. 30,000 Dollars ergeben hat. Wochen - Kalender. Freitag, 6. November, 5. Cheschwan. Sabbat-Anfang 4 Uhr 19 Min. (Mainzer Uhr.) Samstag, 7. November, 6. Cheschwan. .fl} Sabbat-Ansgang 5 Uhr 15 Min. (Mainzer Uhr.) Für den folgenden Theil ist die Redaction nicht verantwortlich. Hmatljs-Gesuch! F Ein junger Mann, Israelit, mit schönem Geschäft und aus guter Familie wünscht sich mit einem Mädchen von angenehmem Aeußern und guter Familie zu verheirathen. Mitgift 15,000 M. erwünscht. 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