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Der Israelit · 1891-11-02 · Heft 85 (2.11.1891) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 85 (2.11.1891)
Date
1891-11-02
Page
– (sequence 1)
Language
German
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'\ATSi-',u XXXII. Jahrgang. M 85, Israelit - Jeschama. Zettschüst m Meroo- D. Geldes snü W. fettes« io Hm. Srmlovk ooO ZHolr. Kentrat-Hrgan für das orthodoxe Iudenthum. Begründet von Dr. Lchinann in Mainz. MF“- Fernsprechanschluß unter Nr. 315 nach Darmstadt, Frankfurt (Main), Bockenheim, Hanau, Wiesbaden, "VW Offenbach (Main), Heidelberg und Mannheim. Montag, den 2. November 5652 (1861). f ielseitigen Wünschen entsprechend, werden wir mit Beginn des neuen Kalenderjahres ungefähr alle 14 Tage eine Wissenschaftliche Keilage j erscheinen lassen. Beiträge, sowie Bücher zur Recension beliebe man an den Redacteur derselben, Herrn Dr. A. Sulxbach, Frankfurt a. M., Sandweg 88, einzusenden. Leitender Artikel. Eine neue Art Gemiluth Chesed. Berlin, 30. October. Herr Justizrath Makower spricht in der Allg. Zeitung des Judenthums in einem Aufsatz: „Die russischen Juden" einer neuen Art von Gemiluth Chesed das Wort, welche verdient etwas niedriger gehängt zu werden. Herzlos ist das, was da zum Besten gegeben wird und noch etwas mehr, das man am kürzesten mit zb "icn bezeichnet. Angesichts der Schwierigkeiten, mit welchen die Auswanderung der Unglücklichen verbunden ist, wird die Frage angeregt, ob nicht durch Selbsthilfe eine Verbesserung der Lage der Zurückbleibenden wie der Auswandernden herbeigcführt werden kann. Herr Justtzrath Makower glaubt diese Frage bejahen zu sollen und gibt zu diesem Zweck vier Rathschläge. Bevor wir diese kennen und sie auf ihren Werth resp. Unwerth prüfen, muß man sich doch darüber klar werden, daß es wohl weniger nixy, als thätige Sympathien sind, womit hier zu helfen ist. Sollen aber unsere russischen Brüder und Schwestern sich selber helfen, so muß man es ihnen, und nicht den deutschen Juden, durch die „Allg. Ztg. des Judenthums" sagen. Das hat die Redaktion des Blattes füglich wohl auch selber eingesehen, und bittet um Uebersetzung und Nachdruck dieses Artikels in den hebräischen Zeitungen. Das wäre in der That zu wünschen, denn dann wird auf diese Rathschläge die richtige Antwort folgen. Aber den deutschen Juden zu sagen, die russischen Juden können sich selber helfen, sie brauchen nur das und das zu thun, das ist sehr bedenklich, besonders, wenn es ein Mann thut, der in der juristischen Welt einen so guten Klang wie Justizrath Makower hat. Es macht sich doch nicht jedermann klar, daß man ein sehr guter Jurist und zugleich ein sehr schlechter Rathgeber in der Angelegenheit sein kann, welche heute die gesammte Judenheit so ungewöhnlich erregt. In Wirklichkeit braucht man sich die justizräthlichen Vorschläge nur ein wenig bei Licht zu betrachten, um die Unmöglichkeit ihrer Ausführung sofort einzusehen. — Dieselben verlangen in Kürze: 1) Die russischen Juden können sehr viel für sich thun, wenn sie ihre schlechten Gewohnheiten beseitigen, wenn sie durch Tracht, Benehmen, Sitte den Völkern sich nähern, unter welchen sie leben; sie müssen das freiwillige Absperrungssystem aufgeben. 2) Die russischen Juden müssen das selbstgeschaffene Bildungssyftem aufgeben, und dafür eine fruchtbringende, Geist und Körper stärkende Lehrmethode setzen. 3) Die Rabbiner sollten gegen die verderblichen, allzufrühen Ehen eifern. 4) Die unfruchtbare Art des sogenannten „Lernens" muß aufgegeben werden. Es ist von Herrn Justizrath Makower unverantwortlich, daß er den Richter spielt, wo er Berather und Helfer sein zu wollen vorgibt. — Wer Rußland kennt, weiß, daß die dortige jüdische Be-

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