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Der Israelit · 1891-10-28 · Heft 83-84 (28.10.1891) · page 26

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Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 83-84 (28.10.1891)
Date
1891-10-28
Page
– (sequence 26)
Language
German
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1584 Uebergabe von Grund und Boden in Judenhände für unpatriotisch und ebenso schädlich wie die preußische Colonisation erklärt, und, offen gestanden, wir sind davon befriedigt." Sonderbarerweise verwahren sich aber alle adeligen Veranstalter der Judenhetze und die derselben zustimmenden Blätter dagegen, etwas mit dem „raubthierartigen deutschen Antisemitismus" gemein zn haben, und tragen eine Zärtlichkeit gegen den „schutzbedürftigen" Bauernstand zur Schau, von welcher sie in ihrem bisherigen öffentlichen und privaten Wirken nichts merken ließen. Amerika. New-Aork, 25. Sept. Im Staate Illinois hat sich unlängst eine „Russische Kolonisations-Gesellschaft von Illinois" gebildet, an deren Spitze der Bundessenator Palmer als Präsident und der frühere Gouverneur von Illinois, Mr. Oglesby als Vicepräsident stehen. Die geschäftliche Leitung liegt in den Händen des Rabbiners Jsaac Rnbenftein. Der Gesellschaft sind von hervorragenden Grundeigenthümern in Illinois und Missouri zu Kolonisationszwecken geeignete Ländereien zu den günstigsten Bedingungen augeboten worden. Ohne einer besonderen politischen Partei oder religiösen Sekte dienen zu wollen, will die Gesellschaft unparteiisch arme und ihrer Hilfe würdige russisch-jüdische Familie in jeder Weise unterstützen. — Zu jeder Kolonie werden mindestens 10 Familien gehören; eine sachverständige Vertrauenspcrson wird die Leitung der Ansiedlung in die Haud nehmen und ein Agent mit .Hilfe von respektablen Kommissionsgeschäften die landwirthschaftlichen Produkte auf den Markt bringen. Rubenstein glaubt schon vor Ende October seinen Plan verwirklichen zu können. vermischtes. Elberfelü, 19. October. .Herr Rabbiner Dr. Z. Auerbach in Elberfeld wird am 14. November fein 25jähriges Amtsjubilänm in dieser Gemeinde feiern. Seutheri, 13. October. Ein Vorfall am Vorabend des Versöhnungsfestes in der hiesigen Synagoge hätte eine Katastrophe herbeiführen können, wie die vor 19 Jahren in Ostrowo; wäre nicht alles aufgeboten worden, um zur Ruhe und Besonnenheit zu ermahnen. Das Kolnidregebet war eben beendet, der Rabbiner hatte den ersten Satz der Predigt bereits begonnen, als auf einen Wink des Vorftaudesder Gemeindediener ein Fenster öffnete. Bei der hierbei entstandenen Zugluft bewegte sich der Vorhang desselben nach der Richtung der unterhalb des Fensters brennenden Flamme und entzündete ihn. Die Gemeinde wird unruhig; alles erhebt sich, der Rabbiner ermahnt dringend zur Ruhe, und Ruhe! Ruhe! schallt es durch die überfüllte Synagoge. Die Noththüren werden geöffnet, die Frauen auf den Gallerten erheben ein Geschrei, stürzen zur Thüre hinaus, einige werden ohnmächtig. Glücklicherweise war die nicht bedeutende Flamme bald gelöscht, und der Gottesdienst konnte fortgesetzt werden. Karlsruhe. Der Rentner Gabriel Jakob Rosenberg von hier erhielt vom Großherzog die erste Klasse des Ordens vom Zähringer Löwen. Herr Rosenberg ist der Bruder des am hiesigen Polytechnikum wirkenden Professor Nt. R o s e n b e r g. Seinen Bemühunge u war es zum großen Theile zu verdanken, daß die Fächerausstellung zu Stande gekommen, wobei er die werthvollsten Fächer ausgestellt hatte. Uagy-Kallo, 5. Tischri. Zn der am 3. rmrto- Tage stattgehabten Prüfung in der seit einem halben Jahre iu Koltha bestehenden „Jeßode-Hathora-Schule" wurde ich von dem Kolthaer Oberrabbincr, Herrn Mayer Reich Hardt als Prüfungscommissär erwählt. Die Zöglinge, in zwei Klassen getheilt, lernten von roon die zwei ersten Abschnitte (22 Blatt), von welchen die eine Abtheilung Gemoro mit Raschi und die andere auch die Hälfte „Tostfoß" das Examen glänzend bestanden. Außerdem wurde noch „Chumesch mit Raschi" und „Rach" durchgenommen. Dieser schöne Erfolg ist nur der allumfassenden Umsicht und dem unermüdlichen Wirken des Herrn Oberrabbiners und des Directionskörpers, sowie dem fachtüchtigen, mit vorzüglichen Fähigkeiten begabten und mit Gewissenhaftigkeit und Pflichteifer wirkenden Lehrer, Herrn R. Löwi zu verdanken. Es soll ihnen hiemit die wohlverdiente Anerkennung gezollt werden. Ich gebe mich der angenehmen Hoffnung hin, daß das durch die lobenswerthe Opferwilligkeit der Kolthaer Religionsgemeinde und Umgegend errichtete Institut einer immer gesteigerten materiellen Unterstützung thcilhaftig werden wird, so daß der Wirkungskreis desselben erweitert und immer mehr ausgedehnt werden könne. Paul Jungreich, Bczirks-Oberrabbiner. K>. A, Dlhjcly. 6. October. Die Schlußprüfung der hiesigen Talmud-Thora-Schule in sämmtlichen Unterrichtsfächern ist auf's glänzendste ausgefallen. .Herr Oberrabbiner Koloman Weiß '"d, unter welchem die Leitung der Schule steht, prüfte die Zöglinge in allen Gegenständen und richtete an sie viele Fragen, welche dieselben mit überraschender Gründlichkeit beantworteten. Sehr erfreulich und beachtenswerth ist, daß Jünglinge im Alter von 10—12 Jahren nebst, O'N 'iva gründlich die hebräische Grammatik erlernten. Herr Rabbiner Weiß verdient die vollste Dankbarkeit und Anerkennung für seine Mühe, die er opferte, um die Schule aufrecht zu erhalten, auch die Leistungen des Herrn Lehrer Inda Rosenblüth wurden gebührend gewürdigt. .Hermann Gottdiener. Rotterdam. Am 1. October wurde hier eine neue Synagoge eingeweiht. Sie wurde erbaut, um das auf dem Boompjes (Quai) stehende alte Gebäude zu ersetzen, welches mit seinen alten hebräischen Inschriften auf der Fa?ade zu den interessantesten und größten Sehenswürdigkeiten unserer Stadt gehört. Den zur See nach Rotterdam kommenden Reisenden fällt es schon von weitem in die Augen. Die Synagoge steht seit nahezu 200 Jahren, doch mit dem Wachsthum Rotterdams zog sich die jüdische Bevölkerung nach anderen Theilen der Stadt. Für den folgenden Theil ist die Redaction nicht verantwortlich.

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