Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 32 (1891)
- Issue
- Heft 81-82 (14.10.1891)
- Date
- 1891-10-14
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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1536 samkeit gegen Andersglaubende der ihnen anvertrauten Schuljugend vorangehen. Altona, 6. October. Mehrere israelitische Rückwanderer trafen am gestrigen Tage direkt von New-Pork hier ein. Die bedauernswerthen Menschen wurden zunächst in üblicher Weise vom Hilfscomit« hier untergebracht. Ans Baden. Die beendigte Landtagsabgeordneten-Wahl im Grotzherzogthum Baden hat gezeigt, daß die Israeliten des Landes sich nicht einer Partei angeschlossen haben, sondern, daß sie den verschiedenen politischen Richtungen angehören und sind auch Wahlmänner isr. Confession von allen Richtungen aus der Wahlurne hervorgegangen, selbst ein Rabbiner (Dr. Sondheimer in Heidelberg). In religiöser Beziehung ist es wohl erlaubt, am politischen Leben sich zu betheiligen und mitzuwirken an der Hebung und Wohlfahrt der staatlichen Interessen; der Jude ist sogar verpflichtet für das Wohl des Vaterlandes kräftig einzustehen; es ist ihm aber strengstens verboten, einer Partei anzugchö'rcn, welche den Umsturz der staatlichen Ordnung erstrebt, anynn?n d»jw oy “iboi 'n nw nt Fürchte Gott, mein Sohn, und den König; mit Aufrührern laß dich nicht ein! (Spr. Sal. 24, 21.) Oesterr.-Ungar. Monarchie. Pesth. Zur Ergänzung des Berichtes „Aus Ungarn" über den Fall in Stuhlweißenburg in Nr. 79 u. 80 Ihres gesch. Blattes theile Ihnen noch mit: Das in Frage stehende Mädchen hatte zuvor mit einem Christen ein Berhältniß, dem ein Kind entsprossen, aus welchem Grunde Herr Rabbiner Dr. Steinherz unbedingt nicht anders handeln konnte, als die Trauung mit einem pa zu verweigern. Wilhelm Löffler. Frankreich. Poris. Aus Anlaß der Emancipations-Feier der Juden in Frankreich haben viele öffentliche Feierlichkeiten staitgefunden, an welchen auch Bekenner der katholischen Religion theilnahmen. In der gallikanischen Kirche der Rue d'Arras zu Paris hielt Pater Hyacint Loyson einen Vortrag, welcher ein zahlreiches Publikum versammelte. „Wenn wir," begann er seinen Vortrag, „in dieser Kirche den großen Act der Gerechtigkeit feiern, welchen die National-Versammlung übte, als sie die Juden aus ihrer Knechtschaft zog, so geschieht es, weil wir Franzosen sind. Die Säcularfeier ist für Frankreich glorreicher als für die Juden. Wir begehen dieselbe aber nicht bloß als Franzosen, wir müssen uns ihrer auch als Christen erfreuen. Das Wort des Dichters: „Homo suw, et nihil hnmani a me alieimm est“ („Ich hin ein Mensch, und nichts Menschliches ist mir fremd") ist auch hier anzuwenden. Es gibt eine Art Solidarität zwischen den Religionen. Was mit der Religion zusammenhängt, darf Niemandem gleichgiltig sein, welcher ein gläubiges Herz in der Brust trägt und sich vor allen religiösen Bekenntnissen beugt, wenn sie verehrungswürdig sind." Der Vortragende citirte dann aus der Rede, in welcher vor hundert Jahren der Graf Clermont- Tonnere in der National-Versammlung für die Emanzipation der Juden eintrat, den Satz: „Wir haben keine Verpflichtungen gegen eine jüdische Nation, aber gegen die Juden als Individuen; wenn sie den Titel französische Bürger annehmen mit all seinen Verpflichtungen, so sollen sie sich auch aller Vortheile desselben erfreuen. Wenn sie die Franzosen als ihre Brüder behandeln, wenn sie ihr Blut für das Vaterland vergießen (und sie haben es gethan), so sind sie Franzosen." England. London, rpityn rottf. Der uralte Gebrauch, am heutigen Sabbat einen talmudisch halachischen Vortrag zu halten, wurde nach langjähriger Pause von unserem Chief Rabbi wieder ins Leben gerufen, indem derselbe heute Nachmittags im Beth-Hamidrasch einen tiefgelehrten, interessanten über die nuio von Jomah 32 l>. n»?y nriN pTöi m-ip vor einer zahlreichen Versammlung in althergebrachter Weise und deutscher Sprache vortrug. Die Begeisterung der Talmudgelehrten war ganz unbeschreiblich, besonders da die Vortragsweise und Behandlung des schwierigen Themas, sowie die klare Auseinandersetzung vortrefflich waren. Die Talmudisten wurden vom Chief Rabbi auf min nnottf Nachmittag zur Fortsetzung des eingeladen. Amerika. New-Aork, 8. Oct. Eine dem „Herald" aus Valparaiso zugegangene Depesche meldet, daß die argentinische Regierung 1000 in der Provinz Chaco gelegene Quadratmeilen Land zum Preise von 1000 Pesos Äold per Q.-M. an Baron Hirsch verkauft hat. Dieses Land dürfte die Grundlage der russisch-jüdischen Kolonien des Barons werden. > Vermischtes. Petersburg, 4. October. Seit heute erscheint nach bmonatlicher Unterbrechung der „Woschod" wieder. Möge ihm eine ununterbrochene Dauer beschieden sein. Pru-Seeland. Das Haus der Repräsentanten hat einstimmig den Antrag Sir Georg Grey's angenommen, nach welchem eine Petition an den Czaren um Aufhebung der Rechtsungleichheit der Israeliten abgesandt werden sollte. Die von dem Antragsteller Unterzeichnete Petition wurde direkt an den Czaren abgeschickt. Wochen - Kalender. Freitag, 16. Oktober, 14. Tischri. niDD my. Sabbat Anfang 4 Uhr 40 Min. (Mainzer Uhr.) Samstag, 17. Oktober, 15. Tischri. niDDl 'N DV. Sonntag, 18. Oktober, 16. Tifchri. Festes-Ausgang 5 Uhr 45 Min. Montag, 19. Oktober, 17. Tischri. Dienstag, 20. Oktober, 18. Tischri. Mittwoch, 21. Oktober, 19. Tischri nwrn ‘2 Di’ (Mainzer Uhr.)! "lyion bin. Donnerstag, 22. Oktober, 20. Tischri. J Freitag, 23. Oktober, 21. Tischri. N3"> MytPin. Sabbat-Anfang 4 Uhr 25 Min. (Mainzer Uhr.) Samstag, 24. Oktober, 22. Tischri. nbnpi. msy Sonntag, 25. Oktober, 23. Tischri. min nnvw. Festes-Ausgang 5 Uhr 30 Min. (Mainzer Uhr.) Montag, 26. Oktober, 24. Tischri. nDN. Für den folgenden Theil ist die Redaction nicht verantwortlich.