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Der Israelit · 1891-10-07 · Heft 79-80 (7.10.1891) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 79-80 (7.10.1891)
Date
1891-10-07
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXm Z-chrg-mg. / M 79 u. 80. Israelit««-.Jeschamn. Mtzrlst rill FSrdkmr jiid. Grsttes uttH jiid. Kedeos io Aaos. Gemiode nnö Zchole. Kenlrak-Hrgan für das orthodoxe Iudenthum. Begründet von Dr. Lehman» in Mainz. Mittwoch, den 7. Oktober 5652 Des hl. Versöhnungs-Festes wegen erscheint die nächste Nummer (wiederum eine Doppel-Nummer) Mittwoch, den 14. Octbr. Leitender Artikel. Teschrrwa - Gedanke»». Von Isaak Hirsch. Haben wir den Gottesruf vernommen am ersten Tischri? Hat er nicht nur unser Ohr gestreift, sondern unser Herz ergriffen, unseren Geist erhellt? Ist es ja Gott, der uns im Schofarhall zu sich ladet, der Meister unseres Geschicks, der Richter unserer Thaten, der sürsorgende Vater seiner Menschheit. nians-i uns -pro inr>n ova my njn mp22 *) „Wie der Hirt seine Heerde mustert an dem Tage, an welchem er inmitten seiner zerstreuten Lämmer ist, so mustere Ich meine Heerde", Gott ist cs, der am Jahresanfang seine Heerde mustert, und der Schofarruf ist der Hirtenruf an jedes Glied der Heerde. Der Hirt will keines missen, er umfängt Alle in gleicher fürsorgender Liebe, onn« »n^am beiyi py ova dp isdj iPn nsipDn ^dd. „Ich rette sie von allen Orten her," spricht Gott, „wohin sie sich verirrt haben am Tage des Gewölks und des Nebels." Wie fernab aus des treuen Hirten Nähe auch die einzelnen Glieder der Heerde in die Irre gegangen sind, der Schosar des ersten Tischri will Jeglichen zurückrusen zu seinem väterlichen Hirten, nawn, Rückkehr zu Gott, Umkehr auf dem Wege, der von Ihm hinwegführt, Einkehr zur ernsten Selbstprüsung, Heimkehr zum Pflichtleben, das ist der Inhalt des Schofarhalls, der an jeder Jahreswende uns grüßt und uns geleiten will zu jener lichten Höhe des zehnten Tischri, an welchem Gott einst unseren nur zu schnell ihrer Pflichten untreu gewordenen Vätern 'niHo zugerufen, des hehren Tages, der seitdem alljährlich .1122 und ni.iv als das Gnadengeschenk Gottes verheißt, wenn wir in Wahrheit naipn an uns vollziehen, in Wahrheit 1) Jecheskel 34, 12. erkennen, daß wir gefehlt und geirrt und unserer Pflichten untreu geworden sind, und in Wahrheit zu dem ernsten Entschlüsse uns aufraffen, ganz zurückzukehren zu Gott und der einzigen Aufgabe unseres Daseins: Gottes Willen zu vollführen, den Er uns in dem Gesetze kundgegeben hat. das, am Sinai in allen seinen Ausführungen geoffenbart, von Moses an bis auf die spätesten Enkel getreulich überliefert worden ist. Wer von uns hätte nicht also rnnwi zu thuu? Wer könnte vor sich und Gott bezeugen, daß er niemals abgewichM sei von dem Pfade, den ihm die Pflicht gezeigt^ daß er unbeirrt durch Gewölk und Nebel stets unentwegt die Straße gezogen, die Gott ihm gewiesen? Wer wäre so vermessen, zu wähnen, er habe nicht umzukehren, nicht zurückzukehren zu dem Wahren und Rechten, er habe niemals sich den Blick trüben lassen durch des Wahnes Gewölk, durch der Leidenschaft Nebel, ihm habe stets die volle Sonne der Tugend geleuchtet, er sei ein uv: p’ia, vollkommen gerecht und tugendhaft, sonder Fehl und Jrrthum? Darum haben wir Alle naipn an uns zu vollbringen. Wehe uns, wenn wir den Schosar verhallen ließen, ohne daß er uns zur Einkehr und Umkehr bewegt hätte, wehe uns, wenn wir die ersten Tage des Tischri vorübergehen ließen, ohne daß der Jom Kippur uns wahrhaft .1122 und mnc, Gottes Vergebung, Sühne für den begangenen Fehl und einen neuen reinen Boden für ein in Gottestrcuc sich vollziehendes neues Dasein zu gewähren vermöchte. Und wenn so der Schosar in jedes Einzelnen Brust den .iwpn-Entschluß wecken will, wenn er alle Momente der Vergangenheit des Einzellebens dem ernsten Blick der Selbstprüsung unterzogen wissen will, so gilt er nicht minder dem Gesammtleben Israels, dem Wirken und Streben in den

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