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Der Israelit · 1891-10-01 · Heft 78 (1.10.1891) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 78 (1.10.1891)
Date
1891-10-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXX».^Jahrgang. ^s & S M 98. Israelit »..-> Zeschumn. Ikitslhrift W FSrdNW jild. Gellte« Md W. leben» in §M». Gmelsde Md Zchile. KenLrat-Hrgan für das orthodoXe Zudenthum. Begründet von Dr. Lehman« in Mainz. Donnerstag, den 1. Oktober 5651 (1Ä91). Des hl. Neujahrs-Festes wegen erscheint die nächste Nummer (eine Doppel-Nummer) Mittwoch, den 7. Oktober. Leitender Artikel. Rasch Haschona am Sabbat. (Schluß.) Mainz, 30. September. Mit dem Schofarruf an Rosch Haschono vollzieht sich alljährlich ein großes Wunder in den Reihen der jüdischen Zerstreuten. So fern und fremd sie sich auch sonst gegenüberstehen, soweit ihre Ansichten, Standpunkte und Prinzipien über die Verbindlichkeit der göttlichen Gesetze auch auseinangehen mögen, an der Schwelle des Jahres lauschen sie Alle, die Alten und die Neuen, die Reichen und die Armen, die Hohen und die Niederen, die Gebildeten und die Ungebildeten dem alten Rufe ihres himmlischen Vaters, dem Schofar. Diejenigen, welchen die prophetische Verheißung, daß einst der Schofar die Zerstreuten Israels sammeln wird, wunderbar und unmöglich dünkt, vergessen, daß sich, im Grunde genommen, dieses Wunder alljährlich vollzieht, wenn sich alle versammeln, um den Schofar zu hören, und auch diejenigen nicht fehlen, welche sonst kein Ohr für den Ruf ihres Gottes haben. Es liegt eine wunderbare Kraft in diesen schlichten, geraden, gebrochenen und schwellenden Tönen des alten Gottessignals. Was tief in das Leben und Wirken der Zerstreuten eingreifende Ereignisse, harte Schicksalsschläge, der ganzen Gesammtheit drohende Gefahren nicht vermögen, sie nämlich friedlich zu einigen und den Zwist und Hader auch nur vorübergehend vergessen zu lassen, dem Schofar an der Schwelle des Jahres gelingt es. Die ergreifende Gotteshuldigung, die in der bloßen Thatsache liegt, daß alle ausnahmslos sich einfinden, um dem Schofarruf zu lauschen und den Theruatag in der von Gott vorgeschriebenen Weise zu begehen, wird vielleicht nur durch eine einzige andere übertroffen, indem nämlich, wenn Rosch Haschono mit dem Sabbat zusammenfällt, der Schofarruf nicht ertönt! Daß sich alle dem Rufe beugen, der einst die Gottesstimme am Sinai begleitete, als sich der Vater der Menschheit zu uns herniederließ, um uns sein Wort anzuvertrauen, dem Rufe, der einst Israel aus seiner Verbannung rufen und die Gräber sprengen wird, um. alle im Tode Entschlafenen wieder zum Leben zu erwecken, das läßt sich wohl erklären und begreifen. Aber noch bedeutsamer als das gemeinsame Begehen desnynn ov, des Teruah- Tags auf weitem Erdenrund, ist das Gedächtniß der Tcruah, nynn piDT, wenn Rosch Haschono, wie dieses Jahr, mit dem Sabbat zusammenfällt. In Paris und in London, in New-Iork und Melbourne, überall, wo jüdische Herzen bangend dem Beginn des neuen Jahres entgegen schlagen, verstummt der Schofarruf vor der Heiligkeit des Sabbat! Ist dieses Verstummen des Schofarrufes nicht noch eine lautere Gotteshuldigung? Sie erscheint noch bedeutsamer, wenn man sich die Ursachen vergegenwärtigt, warum in Wirklichkeit Tekiath Schofar der Heiligkeit des Sabbat weichen muß. Das Blasen des Schofar zählt nicht unter die am Sabbat verbotenen Arbeiten. Wenn Jemand, außer an n»n bwi, am Sabbat auf dem Schofar blasen würde, so hätte er sich damit keiner Entweihung des Sabbat schuldig gemacht. Das Verbot, auf dem -®ir zu blasen, wenn ruan mit dem Sabbat zusammenfällt, beruht lediglich auf einer Anordnung unserer Weisen. Im heiligen Drange, die Mizwa des Teruah-Tags erfüllen zu wollen, könnte Jemand aus Vergeßlichkeit das Verbot des Tragens am Sabbat außer Acht lassen und den Schofar aus dem Einzelbesitz in den öffent-

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