Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 32 (1891)
- Issue
- Heft 77 (28.9.1891)
- Date
- 1891-09-28
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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147 6 über 100,000 Doll, für rein wohlthätige Zwecke zu verausgaben, wovon nahezu die Hälfte direkt durch persönliche Beiträge aufgebracht wurde. Den Rest leisteten andere israelitische Organisationen, welche mit den „United Charities“ Hand in Hand au dem großen Werke der Barmherzigkeit arbeiten, und der „Baron de Hirsch Fund", der eine Zugabe von rund 17,000 Dollar brachte. Ungleich der „Alliance Jsraelite" und der Montesiore-Jnstitute, deren Wirken fast ausschließlich auf Erziehungszwecke gerichtet ist, sorgen die „United Hebrew Charities“ in gleichem Maße für das geistige Wohl und die materiellen Bedürfnisse der Israeliten in den Vereinigten Staaterl, natürlich speziell in New-Z)ork. Das seiner Zeit von einer Dame ausgesprochene geflügelte Wort, daß die Organisation sich der Armen und Bedrängten „von der Wiege bis zum Grabe" annimmt, bewahrheitet sich in vollstem Maße. Die mit der Organisation verbundene, gewissermaßen einen Theil derselben bildende „Lyingin-Society“ wendet den bedürftigen, in Hoffnung sich befindenden Frauen ihre vorsorgliche Beihilfe zu, die Heranwachsenden Kinder werden in Spital-Schulen zur Erlernung von Gewerben und Handwerken untergebracht, nothleidende Familien, sowie arbeitsunfähige Personen finden materielle Unterstützung in Form von Lebensmitteln, Kleidern und Wohnungsmiethe, und last not least, eine besondere Abtheilung der Organisation, das sogenannte Arbeits- Nachweise-Vureau, dem die Herren Charles Frank als Superintendent und Arthur Reichow als Verwalter vorstehen, vermittelt Beschäftigung für Arbeitslose, ncueingewanderte sowohl, als längere Zeit hier ansässige. . . Die Beamten der Organisation — und ihre Zahl ist aus Ersparnißrücksichten relativ gering — sind mit Arbeiten überhäuft. Von früh Morgens bis spät Nachmittags ist das Geschäftslokal der Organisation, Nr. 128 Zweite Avenue, förmlich mit Leuten, die Rath und Hilfe suchen, gedrängt voll und dem aufmerksamen Beobachter, der dem Zu- und Abströmen eine Stunde Zeit widmen will, bieten sich da sehr interessante Scenen und Bilder. Im Erdgeschoß des Gebäudes werden die Applikanten gesondert. Diejenigen, welche Arbeit und Stellen suchen, müssen in einem Vorzimmer int ersten Stock, die Anderen, die sofortiger Hilfe in baarem Gelde u. s. w. bedürftig sind, oder doch es zu sein glauben, im zweiten Stockwerke warten, bis die Reihe an sie kommt. Die Beamten, die alle Hände voll zu thun haben, nehmen die Applikationen entgegen. Herr Arthur Reichow, der Verwalter des Arbeitsbureausj, übernimmt die schwierigsten Fälle selbst, während drei oder vier Assistenten die einfacheren erledigen. Herr Reichow besitzt eine große Erfahrung und versteht es, die Leute durch sein freundliches Wesen zutraulich zu machen. Er hat das Elend von seiner schlimmsten Seite im Laufe seiner langjährigen Thätigkeit kennen gelernt und er weiß, wie und auf welche Weise den Leuten am besten geholfen werden kann." > vermischtes. °4- Herr Dr. Heinrich Schreiber, Sekretär der internationalen Elektrizitäts-Gesellschaft in Berlin der sich um das Zustandekommen der österreichischen Abtheilung auf der „Internationalen Ausstellung in Barcelona" hervorragende Verdienste erworben hat, wurde vom Munizipium dieser Stadt durch Ehrendiplom ausgezeichnet. Das Fest der goldenen Hochzeit beging am Montag, den 7. cr., das Wolf Jacobpsche Ehepaar, in Berlin. Das Jubelpaar hat sich seine körperliche Rüstigkeit und geistige Frische voll bewahrt. Dem Sanitätsrath und Privatdozenten an der Universität zu Leipzig, Dr. Livius Fürst ist der Rothe Adlerorden vierter Klasse verliehen worden- Posen, 18. September. Sechs polnische Familien aus Rußland mit 28 Köpfen passirten dieser Tage unsere Stadt, um ihren Rückweg nach Rußland zu Fuß zurückzulegen. Sie gaben an, bereits zu Fuß von Berlin zn kommen, wohin sie von gewissenlosen Agenten geführt worden seien, die ihnen vorgespiegelt hätten, sie würden dort Geld zur Reise nach Amerika finden. Insterburg. Am letzten Donnerstag gaben fünf ausgewiesene Mitglieder der Moskauer Stadtkapelle auf ihrer Durchreise nach Amerika im hiesigen Gesellschaftshause ein Concert, welches von säst 200 Personen besucht war. Die aus 2 Geigen, Cello, Flöte und Zimbal bestehende Kapelle erregte durch ihr Spiel stürmischen Beifall. Sollten, so schreibt die „Jnsterbg. Zeitg.", die Ausgewiesenen die Absicht haben, auf ihrer Weiterreise auch anderwärts Concerte zu veranstalten so können wir ihnen hiermit nur die besten Empfehlungen auf den Weg geben; sie haben sich allseitiger Unterstützung würdig erwiesen und vergelten dieselbe durch musikalische Gaben von hohem Werth. Wochen - Kalender. Freitag, 2. Oktober, 29. Ellul. 3"nn rm'n 21p. Festes-Anfang 5 Uhr — Min. (Mainzer Uhr.) Samstag, 3. Oktober, 1. Tischri. 8 DV Sonntag, 4. Oktober, 2. Tischri. .n^H CtfKll ‘2 DV Festes-Ausgang 6 Uhr 15 Min. (Mainzer Uhr.) Montag, 5. Oktober, 3. Tischri. N'plg OIL. Ausgang des Fasttages 6 Uhr 10 Min. (Mainzer Uhr.) Für den folgenden Theil tft.bic Redaction nicht verantwortlich. Warum ist der Cacao dem Cafe, Tliee 11. Chocolade vorznzielien? In bem (Sacao hat der Caffee und Thee, sowie die Chocolade einen Concurrenten gefunden, dessen siegreiche Kraft sich immer mehr Bahn bricht. Sein mächtiger Bundesgenosse ist der Arzt, der in der Sorge um die Gesundheit der seiner ärztlichen Obhut anvertrauten Famlienmitglieder so häufig dem Kaffee den Laufpaß gibt und an seine Stelle den würzigen, dabei zugleich nahrhaften Cacaotrank setzt. Der Arzt gibt dem Cacao den Vorzug vor der Chocolade, weil dem Cacao das Oel, das Fett entzogen ist und letzterer deßhalb viel leichter zu verdaue« ist. Das Publikum folgt der Verordnung des Arztes so willig, weil es sich beim ersten Versuch überzeugt