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Der Israelit · 1891-09-21 · Heft 75 (21.9.1891) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 75 (21.9.1891)
Date
1891-09-21
Page
– (sequence 12)
Language
German
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1432 für die Erhaltung des Gotteshauses und die Besoldung der Functlonäre? Durch eine solche Mißachtung religiöser Gefühle wird das hiesige antisemitische Journal dennoch nicht zum Schweigen gebracht werden. Das ist gewiß. Holland. Antwerpen, 6. Sept. Die Auswanderung von polnischen und russischen Juden über Antwerven nach Nordamerika geht noch immer in unqeschwächtem Maße vor sich, und auch gestern schiffte sich wiederum eine große Anzahl dieser Leute hierselbst auf dem Dampfer „Rhynland" mit der Bestimmung nach New-Jork ein. Erbärmlich und heruntergekommen sahen dieselben fast ohne Ausnahme aus, sie hatten Alles, was sie besaßen, verkauft, um die Reisekosten bestreiten zu können, aber bei Bielen von ihnen hatte der Erlös aus dem Verkaufe nur so weit gereicht, um die Reise bis nach Antwerpen zu bezahlen und kaum noch über einen kleinen Restbetrag zu verfügen, der jedoch nicht genügte, um hiermit das Billet nach New-Iork zu kaufen. In halber Verzweiflung wandten sich diese armen Menschen nunmehr an hiesige Glaubensgenossen um Unterstützung, und einige von ihnen waren auch wirklich so glücklich, den fehlenden Betrag zusammen zu bringen, anderen dagegen blieb nichts anderes übrig, als die Weiterfahrt aufzugeben und hier abzuwarten , was das Schicksal nun über sie verhängen würde. In der Nacht vom Freitag auf den Samstag wurden von der Polizei 22 jener Unglücklichen in dem Polizciwachtlokal beherbergt, da sie sich ohne alle alle Existenzmittel auf den Straßen Herumtrieben. Wie es heißt, werden dieselben schleunigst per Schub nach der deutschen Grenze gebracht werden, worauf alsdann die weitere Frage entstehen wtrd, wie sich die preußischen Behörden gegenüber einem solchen Zwangsimporte von Menschen, die sämmtlich russische Unterthanen sind, verhalten werden. Sehr auffallend ist es, daß der hiesige russische Konsul erklärt haben soll, er könne sich um jene Leute nicht weiter kümmern und müsse es ihnen überlassen, wie sie sich weiterzuhelfen gedächten. tt der hiesigen Synagogen-Gemeinde wird zum 1. November die Stelle eines Gtementarlehrers, tornff' und vaccmt. Fixer Gehalt 1200 Mk., außerdem nicht unerhebliche Schächtgebühren u. Sporteln. Qualificirte Bewerber wollen sich unter Mittheilung ihrer persönlichen Verhältnisse und Nachweisen ihrer Ausbildung u. bisherigen Wirksamkeit baldigst bei Unterzeichnetem melden. (5991 V erden i. Hann., 18. September 1891. 8. 8. Schragenheim, Vorsteher der Synagogen-Gemeinde. Rußland. In Odessa ist, wie die in dieser Frage wohl gut unterrichteten „Nowosti" mittheilen, ein Telegramm des Baron Hirsch eingetroffen, worin derselbe als Vertreter des dortigen Lokalcornitös bittet, die jüdischen Answanderungslustigen von der Uebersiedelung nach Amerika znrückznhalteri, mindestens bis zum nächsten Frühling. Kiew. Nach einem Kiewer Berichte des „Czas" beschlossen die christlichen Fabrikanten des Moskauer Bezirkes an die Regierung eine Eingabe, welche die Nothwendigkeit betont, im Centrum des Handels und der Gewerbe den Inden als den unentbehrlichen Vermittlern des dortigen Handels mit den westlichen Gouvernements den ferneren Aufenthalt zu gestatten. Vermischtes, Prag Herr Dr. Guido Goldschmidt, bisher Professor au der deutschen Universität in Czernowih wurde zum Professor der Chemie an der deutschen Technik in Prag ernannt. — Herr Adolf Teweles wurde zum Finanzcommifsär ernannt. Am 4. d. fand im Beisein des Vorstandes der israel. Beerdigungs-Brüderschaft die Grundsteinlegung zur Ceremonienhalle des neuen israel. Friedhofes in Wolschan statt. Der Act wurde ohne die üblichen Hammerschläge und die sonst sie begleitenden Sprüche vollzogen und bestand darin, daß eine metallene Büchse, in die zuvor alle an jenem Tage in Prag erschienenen Zeitungen und einige österreichische silberne und kupferne Münzen verschlossen wurden, in die Höhlung des Grundsteines eingefügt und diese mit einer starken Marmorplatte vermauert worden ist. Troppau. Herr Dr. Leo Kellner wurde zum ordentlichen Lehrer der französischen und englischen Sprache an der Realschule zu Troppau ernannt. Wochen - Kalender. Freiing, 25. September, 22. Ellul. Sabbat-Anfang 5 Uhr 15 Min. (Mainzer Uhr.) Samstag, 26. September, 23. Ellul. D’üSI Sabbat-Ausgaug 6 Uhr 35 Min. (Mainzer Uhr.) Sonntag, 27. September, 24. Ellul. J’D’DffD Für den folgenden Theil ist die Redaction nicht verantwortlich. In unserem Verlage ist zu haben: ^ciff’ 'id? nrroT tid raff b'bb TaselgeMge f- Freitagabend. Dieselben enthalten außerdem noch iipv TiJJIff’ “US, sowie ein Tff von Rabbi Samuel Bondi j/"j. Preis 23 Pfg. Wiederverkäufern Rabatt. Joh. Wirth'sche Hosbuchdruckerei A.-G., Mainz. junger Mann (Israelit), militärfrei, Inhaber eines nachweislich rentablen Geschäfts in Hamburg, sucht die Bekanntschaft einer jungen Dame zwecks Verheirathung. Vermögen erwünscht. Eltern oder Vormünder belieben ihre Offerten vertrauensvoll z. Weiterbef. an die Ann.-Exped. v.s H aasenstein & Vogler, A G. Hamburg, (5997 unter H. c. 07544 einznreichen.

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