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Der Israelit · 1891-09-17 · Heft 74 (17.9.1891) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 74 (17.9.1891)
Date
1891-09-17
Page
– (sequence 12)
Language
German
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ziehen. Auch die Bevölkerung zeigte sich ihnen zuvorkommend und gastfreundlich und so konnten sie ruhig ihre Zelte dort aufschlagen. Die meisten dieser Eingewanderten haben sich in der Stadt Bayazid und Umgebung angesiedelt, wo sie nun ein friedliches Dasein führen. Man nennt diese freiwilligen Auswanderer hier Pioniere, Kundschafter, weil sie vorläufig die benachbarten türkischen Provinzen nur in Augenschein nehmen wollen, um sich so zu überzeugen, ob dieselben, falls die russischen Behörden auch über die Juden im Kaukasus die Geisel der Verfolgung schwingen sollte, jüdische Einwanderer in größerer Anzahl aufnehmen könnten oder wollten. Natürlich würde es sich dabei auch darum handeln, ob die Pforte auch Willens sei, die Thore Armeniens den jüdischen Einwanderern offen zu lassen. Wir haben jedoch Berechtigung zu dem Glauben, daß die Türken auch eine größere Einwanderung von jüdischen Familien nach Armenien gestatten werde, da diese Provinz nur spärlich bevölkert ist und daher noch Tausende von Einwanderern aufnehmen kann. Durch diese Einwanderer würden sich selbstverständlich die Abgaben dieser Provinz bedeutend erhöhen. Vermischtes. Stettin, 3. September. Die Beförderung der aus Rußland ausgewiesenen Juden an ihre Bestimmungsorte erfolgt, so weit dabei der hiesige Ort in Betracht kommt, in einer gegen früher veränderten Weise. Dieselben werden, nach der „N. Stett. Ztg.", sogleich an den an der russischen Grenze gelegenen Orten mit Reisekarten versehen und berühren Stettin nur auf der Durchreise für kurze Zeit. Wie«, 14. Sept. Heute Nacht hat sich hier der aus Rußland ausgewiesene 60 Jahre alte jüdische Handelsmann Ascher Ornstein aus Noth erhängt. Prag. 8. Sept. Der jungczechische Reichsraths-Abgeordnete Kaftan erstattete heute vor seinen Wählern in Holleschowitz den Rechenschaftsbericht über die letzte Reichsraths- Session. Ein anwesender israelitischer Wähler interpellirte den Abgeordneten wegen Vorgehens der jungczechischen Abgeordneten anläßlich der Anwesenheit der Wiener Antisemiten in Prag. Kaftan erwiderte, die Jungczechen hätten daS liberale Prinzip auf ihr Programm geschrieben, und aus diesem Grunde sei anzunehmen, daß sie nicht Antisemiten sind. Die Wiener Gewerbetreibenden seien von ihnen in Prag begrüßt worden, aber nicht die Antisemiten, und wenn auch einzelne Fälle vorgekommen sind, in denen sich antisemitische Regungen geltend machten, so sei dies der überhitzten Stimmung zuzuschreiben. Budapest, im September. Die Materialen der jüngsten Volkszählung sind von dem Direktor des statistischen Bureaus der Hauptstadt, Herrn Körösi, nun auch hinsichtlich der konfessionellen und nationalen Verhältnisse der Bevölkerung der Hauptstadt aufgearbeitet worden und haben zu mancherlei interessanten Ergebnissen geführt. Das ungarische Element ist am stärksten unter den Bekennern des helvetisch-resormirten Glaubens vertreten, von welchen nur 4% Nichtungarn sind. Das nächststarke ungarische Element bilden die Israeliten, nach diesen kommen erst die Katholiken und die Protestanten Augsburger Konfession. Das deutsche Element ist unter den Katholiken am zahlreichsten mit 27% %, sodann unter den Protestanten mit 25 und den Israeliten mit 23% vertreten; am schwächsten unter den Reformirten mit 2s/4 %, Das slovakische Element findet seine meisten Repräsentanten unter den Protestanten. Die genauen Prozentualzahlen sind die folgenden: Unter den Katholiken sind Ungarn 62,83, Deutsche 37,35, Slovaken 6,70; unter den Protestanten: Ungarn 60,61, Deutsche 24,71, Slovaken 13,56; unter den den Reformirten: Ungarn 95,94, Deutsche 2,78, Slovaken 0,76; unter den Israeliten: Ungarn 75,02, Deutsche 22,87, Slovaken 1,29%. Was die Elemente der einzelnen Konfessionen noch Nationalitäten betrifft, so finden'wir, daß zu der Bevölkerung ungarischer Zunge die Katholiken 60%, die Israeliten 23%, die Reformirten 10% %, die Protestanten etwas über 5°/° beitragen. Das deutsche Element besteht zu drei Vierttheilen aus Katholiken, nur 20% Israeliten und 6% Protestanten. Die genauen Daten sind diesfalls die folgenden: Unter den Ungarn sind Katholiken 59,92%, Protestanten 5,38%, Reformirte 10,40%, Israeliten 23,36%. Unter den Deutschen sind Katholiken 72,78%, Protestanten 6,12%, Reformirte 0,89%, Israeliten 19,85%. Unter den Slovaken sind Katholiken 78% Protestanten 4,65%, Reformirte 1 %, Israeliten 4,12%. — Briefkasten der Redaetion. I. S. und F. B. Poststempel Oettinge«. Die Beantwortung Ihrer Anfrage für den Briefkasten zu umfangreich, bitten deßhalb um Ihre Adresse. I. R. in Frankfurt a. M. Das angeregte Thema eignet sich nicht zur öffentlichen Besprechung. Mrrretgen. Für den folgenden Theil ist die Redaetion nicht verantwortlich. I Weisse Seidenstoffe für Brautkleider M.1,20 bis Mk. 18,— Mtr. in allen existirenden Geweben liefert in einzeln. Roben od. ganzen Stücken zu festen, billigen Fabrikpreisen die Seidenwaaren-Fabrik crefeid. Michels L Cie., “Ä2TSL ndl. Hofl., Lieferant, d. Deutschen Officiervereins und d. Deutschen Beamtenvereins. — . ~ .... _. -^ Proben postfrei. - —: - :1 (yf>13 mit guter Schulbildung gesucht. ü"'i rültf streng geschlossen. Elias Bachrach 4854) Neustadt, Reg.-Bez. 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