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Der Israelit · 1891-09-14 · Heft 73 (14.9.1891) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 73 (14.9.1891)
Date
1891-09-14
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXXH, Jahrgang. M VS. Israelit...w Zeschumn. Msitzüft W FSrderoos ftd. Geikes uuö jild. Kebeos io Wz. SkweMe 00O Ztzolr. Gentrat-Hrgan für das orthodoxe Zudenthum. Begründet von Dr. Lehmann in Mainz. Montag, den 14. September 5651 (1891). Leitender Artikel. Sprüche der Hüter. Viertes Buch. LIV. Fortgesetzt von Liep man Philip Prins. Frankfurt a. M., 11. September. R. Jsmael b. R. JosS vereinigte in sich die Eigenschaften, die erforderlich waren, um, wie wir in der vorigen Betrachtung andeuteten, an der Wiederherstellung und Neubefeftigung von Rabbi's Ansehen mitzuarbeiten und die Verkennung mit beseitigen zu helfen, unter welcher Rabbi litt. Er dürfte seinen Einfluß zu diesem Zwecke mit der ihm eigenen Gewissenhaftigkeit um so eifriger geltend gemacht haben, als er sich vielleicht sagte, daß ja die indirekte Veranlassung zur bedauerlichen Minderung von Rabbi's Autorität jene in 105 b. niD3’ geschilderte Scene war, in welcher er eine Rolle spielte. Wie weit unseres Meisters Gewissenhaftigkeit ging, davon gibt unter Anderem eine Stelle im Talmud den deutlichsten Beweis. Dort wird nämlich erzählt, daß R. Jsmael b. R. Jos6 die Annahme von Früchten aus seinem eigenen Gelände verweigerte, weil der Pächter ihm dieselben einen Tag früher als gewöhnlich brachte, und auf die Frage, wieso er dazu käme, schon heute das Obst zu besorgen, antwortete der Mann: „Ich habe eine Rechtssache bei Dir vorzubringen und da glaubte ich, die Gelegenheit benutzen zu sollen." Trotzdem nun R. Jsmael b. R. Jose die ihm dargebotenen Früchte nicht annahm, erklärte er dem Manne: „Dein Richter darf ich doch nicht sein." (105 b. nmrp.) Wir verstehen jetzt, warum der Talmud, wie wir früher schon erwähnten, gerade auf diesen Weisen den Schriftvers anwendet: npb xb ’p: by nnm, (24 nno) "Di> '-o 'n pn. Wie selten Einer war R. Jsmael b. R. Jos6 subtil im Urtheilen und Rechtssprechen und seine Selbstlosigkeit und Uneigennützigkeit kannte keine Grenzen. „Wer wird wohl gezählt zu den '-j o’aten’, zu denen, die nur vor Gott leben," fragte er Rabbi einmal, und dieser erwiederte: onx yxp *p xavsi -psm nnx yi:o„ "dto Qyyyz D’nwn. „Solche, wie Du und Deinesgleichen, welche so selbstlos sind, daß sie sich selbst für nichts achten." (Midrasch Rabbah Kohelet I.) Darum war er in Rechtsangelegenheiten eine Autorität ersten Ranges. Seine Worte und Aussprüche entbehrten nie des tiefsten Eindruckes auf seine Zeitgenossen, und darum auch konnte er es unternehmen, da wirksam einzugreifen, wo es galt, die gelockerte Subordination in Entscheidungen und Rechtsangelegenheiten bei den jüngeren Gelehrten wieder herzustellen. — Zu dem Ende versuchte er diese Letzteren und das Volk zu belehren über die hohe Bedeutung des Rechtsverfahrens, gleichzeitig die schwere Verantwortlichkeit des Rabbinerberufs und des Richteramts in das rechte Licht setzend und die Würdigkeit, die zu diesen Aemtern erforderlich, betonend. Wenn nun schon für diese Berufe nur Personen von großer Fähigkeit, umfassender Gelehrsamkeit und erprobter Lauterkeit für tauglich befunden werden, wie nun erst müßten diese Eigenschaften bei Rabbi, dem Oberhaupt des jüdischen Staates, in gesteigerter Potenz vorhanden sein. Wie sehr man also einem Manne, wie Rabbi, den alle diese Eigenschaften in höchstem Grade zierten, Ehrerbietung, Hochachtung und Gehorsam schuldig sei, lag bei dieser Darstellung auf der Hand; zumal auf ihn gewiß die Worte R. Simeon b. Akaschja ('j 's D’jp) anzuwenden seien, die R. Jsmael b. Jose, wie aus 3":p nntff zu ersehen, zu den seinigen gemacht: IDT bD D’DSn H’D^n "ID1N 'DV '"13 '“) XDn .□nn nsmn’j nDsn yyp'im „Bei dem Weisen nimmt mit dem Alter die Weisheit zu." Auf diese Weise mochte R. Jsmael b. R. Jose das Wort für Rabbi ergriffen haben. Dabei ließ er es jedoch nicht bewenden.

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