Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 32 (1891)
- Issue
- Heft 65 (17.8.1891)
- Date
- 1891-08-17
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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2KX*n. Jahrgang. M 65« Israelit «* Jeschurun. Mstzüft M FSrdems W. (Stiftes uni) W. Kebris in Ans. Gmelidr M Zlhilr. Kenlrat-Hrgan für das orthodoxe Zudenthum. Begründet von Dr. Lehmann in Mainz. Montag, den 17. August 5651 (1891). Leitender Artikel. Sprüche der Haler. Viertes Buch. LII. Fortgesetzt von Liepmau Philip Prius. Frankfurt a. M., 14. August. Wir haben im vorigen Kapitel von Meinungsdifferenzen gesprochen, welche zwischen dem Verfasser unseres Spruches und den Schülern und Genossen „Rabbi's" hie und da zu Tage traten, und zwar war es ein edler Streit, der da gegenseitig geführt wurde. — Wir haben früher erwähnt, daß R. Jsmael, Sohn des R. Josö, voll Ehrerbietung vor „Rabbi" war. ".'2-, \jd^> '»n *yiB2„ Nichtsdestoweniger war der Sohn, wenn es galt, die Autorität seines Vaters, R. Josö, als Gesetzeslehrer zu wahren, voll Feuer und Flamme. Wann, und wo er nur vermuthete, es werde der Ehre seines unvergeßlichen Vaters irgendwie zu nahe getreten und dessen Name könnte an Bedeutung durch Bevorzugung der Meinung Anderer verlieren, kannte sein Eifer keine Grenzen. Anderseits waren die Hörer und Studiengenoffen „Rabbi's" für den großen Lehrer, den man Rabenu Hakodesch, den Heiligen, zu nennen pflegte, nicht minder erglüht. Ihre Liebe zu ihm und ihre Hochachtung vor demselben war ohne gleichen« Sie meinten, es nicht verzeihen zu können, daß R. Jsmael, wenn auch, wie wir im vorigen Kapitel gesehen, zu den intimsten Freunden „Rabbi's" gehörend, es wagen dürfe, seinen großen Vater höher zu stellen. Die Schüler eiferten für ihren allgeliebten Lehrer umsomehr, als in seiner unvergleichlichen Bescheidenheit „Rabbi" selbst seinen Freund, R. Jsmael, noch in dem Bestreben bestärkte, den Glanz des väterlichen Namen hell leuchten zu machen. Standen doch die Gesetzes-Entscheidungen R. Joss's bei „Rabbi" so hoch, daß er ohne Weiteres ihnen den Vorzug vor der eigenen Meinung gab, wann und wo er von R. Jsmael unterrichtet ward, wie dessen Vater, R. Jose, in dem betreffenden Falle die Entscheidung getroffen. ".]pi min „Bereits hat der maßgebende Gelehrte darüber enschieden", war bei solchen Anlässen „Rabbi's" stehende Redensart. Dieses Wort, so ganz aus dem Herzen gesprochen, schienen seine Schüler nur als Beweis der großen Bescheidenheit aufzufaffen, die ihren Lehrer zierte (siehe hdid 'd Ende), während R. Jsmael darin nichts Anderes zu erblicken schien, als den Tribut der Ehre, welchen Jener seinem theuren Vater schuldig sei. Hier (Jeruschalmi Gittin, VI, 7) lesen wir, daß „Rabbi" die Größe und Bedeutung R. Joss's und seiner Zeit dadurch am Besten glaubte illustriren zu können, daß er die eigenen Zeitgenossen mit v^n, dem Ungeweihten, R. Josö und seine Zeit aber mit □ »BHp ’BHp, dem Heiligsten verglich. R. Jsmael dagegen fand diese Bezeichnung nicht zutreffend genug und bemerkte, auch das Uugeweihte habe noch gewissen Werth; um den Abstand zwischen R. JosL's Zeit und derjenigen „Rabbi's" sich voll klar zu machen, müsse man jene mit Gold, und diese mit unwesentlichem Staub vergleichen. Dort Om 14) begegnen wir R. JSmael im Zwiegespräche mit einem von „Rabbi's" bevorzugten Freunden, R. Chama b. Bisa: „Du wünschest eine Antwvrt auf eine rituelle Frage; ich weiß deren zwei," sagte R. Jsmael, „mein Vater hat darüber entschieden und auch „Rabbi"; welche Antwort begehrst Du nun zu hören?" „Ich möchte von „Rabbi's" Entscheidung belehrt sein", erwiederte R. Chama. Da brach R. Jsmael in die Worte aus: 2in '22*1 1'12'Zv *]n\*i «in onxn □noi«# in: .ToVnn '222 vyoin „Dieser da soll der hervorragende Mann sein"; (R. Chama war ihm als großer Gelehrter geschildert worden) „wie kann man die Worte des Meisters unbeachtet lassen und den Aussprüchen des Schülers Gehör schenkend"