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Der Israelit · 1891-08-13 · Heft 64 (13.8.1891) · page 21

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Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 64 (13.8.1891)
Date
1891-08-13
Page
– (sequence 21)
Language
German
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\r >L Jrv '•v^»X für das •-Ar i ~OM Q5ES v5) - sÄtthodo^e MuderrthumÄ 1». August 1891.] k, S4., fis 8 QNJ^I [9tr. io. Ein Snbbnk tut Sitznpven zu Lübeck. (Mit Illustration.) Wer hätte nicht schon das schöne Bild gesehen: „Ein Taum Kippur vor Metz" und sich daran gefreut? Das Bild ruft in der That so verschiedenartige Gedanken dervor, daß man sich beim Anblick freudig gehoben fühlen m u ß. Im Dienste des Paterlandes Blut und Leben wagende; aus den verschiedensten Gauen der Heimath ans feindlichem Boden zusammentreffende; in der ^icbe zum Vaterlands, in der Allen gemeinsamen Gefahr, als Bekenner desselben Glaubens sich doppelt und dreifach als Brüder fühlende; von der ernsten Weihe des Tages zur tiefsten Andacht hingerissene Menschen. Von ihren ch r i st l i ch e n Wafsengesährten werden sie wahrend der heiligen Beschäftigung vor Störung und Ueberfall geschützt; durch die liebende Fürsorge des obersten Kriegsherrn sind sie mit Rabbinen und Feldpredigern versehen und zur Feier auf einen Tag beurlaubt, in ihren bunten Rüstungen glanzende, von Jugendkraft, strotzende Gestalten: gewiß > ein dankbarer Gegenstand für den Pinsel eines Malers, und für alle Zeit ein schönes Denkmal zur Erinnerung an eine Zeit allgemeiner Erhebung und edler Eintracht. In unsrer Stadt hätte ein Maler vor wenigen Tagen Gelegenheit gehabt dazu ein Pendant anzufertrgen, ganz Vertriebener russischer Aaböi an der Straßenecke kauernd. gleicher und doch himmelweit verschiedener Art und von ganz entgegengesetzter Wirkung. Es waren auch Kriege'-. aber nicht gerüstet zum K> vfe, sondern auf traurig.. Flucht; nicht lauter Jugendgestalten, sondern Männer und Frauen, Greise und Säuglinge und Kinder jeglichen Alters; nicht geschaart um die theure Fahne des Vaterlandes, sondern verstoßen aus dem Vaterlande und nun folgend der unsichtbaren Fahne Gottes und des alten Väterglaubens: es waren nämlich auf 3 Holzschiffen hier eingetroffene Flüchtlinge aus Rußland. Diese Schiffe mit ihrer „Judenfracht" (wie der kurze, übrigens harmlose Ausdruck lautet) bieten an sich schon einen recht betrübenden Anblick. Es sind Dampfer, welche zwischen Memel und hier fahren und Holz nach unserm Hafen bringen. Zur Beförderung von Passagieren sind sie eigentlich nicht eingerichtet und nicht bestimmt, und werden deshalb von Vermögenden auch wenig benutzt. Sie sind hoch mit Holz befrachtet, und statt des Ballastes, den sie der geringen Schwere des Holzes wegen noch einnehmen mußten, packen sie diese Unglücklichen mit ihren Säcken und Taschen und Bündeln oben auf die Holzstapel. Damit der Sturm die Menschen nicht herunter i k » r ';

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