Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 32 (1891)
- Issue
- Heft 59 (27.7.1891)
- Date
- 1891-07-27
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XXXII. Jahrgang. M 59, Kaelit *» Jeschurun. Zeltsltzrist W Förderung jöd. Geistes und jüd. Kedrus in Aus. Gemlsde Md KlhÄe. GenLrat-Hrgan für das orthodoxe Iudenthum. Begründet von Vr. Lehmann in Mainz« Montag, den 27. 3nft 5651 (1891). Leitender Artikel. Wie wird das enden? Von Isaak Hirsch. Unter den Anspielen des „Deutschen Central- Eomitös" für die Russischen Juden sollen jetzt längs der Grenze und zwar in Königsberg, Tilsit, Memel, Eidkuhnen, Lyck, Insterburg, Myslowitz, Ratibor, Kattowitz, Laurahütte und Lublinitz Kommissionen etablirt sein, welche die aus Rußland flüchtigen Israeliten direkt nach den Hafenplätzen Stettin, Lübeck, Hamburg und Bremen befördern; ob mit Schiffskarten nach Amerika oder nur mit Eisenbahnkarten wissen wir nicht. Der in die Augen springende Zweck dieser Einrichtung ist der Schutz Deutschlands vor einer Invasion der armen Glaubensgenossen, welche in kürzester Frist über den deutschen Boden dahineilen, um jenseits des Ozeans nVron bm nnuon b-r zu kommen, eine neue Heimath zu finden, in welcher ihnen das natürlichste aller Menschenrechte: das Recht auf redliche Arbeit nicht verkümmert wird. Das wäre ja recht erfreulich, und das „Deutsche Eentral-Comit«" hätte seine Ausgabe in der glücklichsten Weise erfaßt und ihrer Lösung nahe gebracht. Es würde damit den Anspruch auf die unbegrenzteste Dankbarkeit der gesammten Judenheit erworben und sich unvergängliches Lob und Anerkennung für alle Zeiten gesichert haben. In rückhaltlosestem Vertrauen hätte die Gesammtheit ihm für dieses große Werk die ganze Kraft zur Verfügung zu stellen. Wir hätten für die vor Kurzem erhobene schwere Anklage Abbitte zu leisten, daß die Weiterbeförderung unserer unglücklichen Brüder plan- und ziellos bewerkstelligt werde. Es ist aber leider nur allzu wahr, daß den Armen und Elenden am Ende ihrer Ozeanfahrt kein freundliches Heim lächelt. Der freie amerikanische Boden verbarrikadirt sich ihnen gegenüber ebenso wie der europäische. Die Regierung der Vereinigten Staaten von Nordamerika weigert sich ihnen ein Asyl zu gewähren. Sie fürchtet den übermäßigen Andrang der Hunderttausende, die ihnen die europäische Civilisation zusendet. Sie will eine genaue Untersuchung anftellen, ob die Ankömmlinge die.Ueberfahrt aus eigenen Mitteln bestritten haben, oder ob ihnen die Mittel dazu von fremder Hand gewährt worden. Ist das Letztere der Fall, so werden die Aermsten zur Rückkehr nach Europa gezwungen. Wir richten an das „Deutsche Central-Eomitö" deßhalb die offene Anfrage und erwarten die Antwort vor dem weitesten Forum der Oeffentlichkeit: Hat dasselbe sich vergewissert, daß die von ihm nach Amerika beförderten russischen Juden dort keinen Schwierigkeiten für ihre Niederlassung begegnen. Bon welcher Seite ist die Zusicherung erfolgt, daß die russischen Emigranten in Amerika sich frei niederlassen können? Welche Schritte sind geschehen, um den etwaigen Bruch dieser Zusicherung festzustellen und den in Amerika bereits Angekommenen, sowie den dorthin auf der Reise Befindlichen den bleibenden Aufenthalt daselbst zu sichern? Können auch fernerhin russische Auswanderer in Amerika auf eine ungehinderte Niederlassung sicher rechnen? Das „Deutsche Central-Comite" hat die heilige Pflicht, auf diese Frage ungesäumt bündigen Bescheid zu ertheilen, damit endlich die Ungewißheit weicht, damit man endlich klar blickt, damit nicht ferner die ohnehin Unglücklichen dem sicheren Verderben und Untergang entgegengeführt werden. Vermag das „Deutsche Central-Eomitö" nicht beruhigende Kunde zu bringen, weiß es zur Zeit selbst keinen Rath, so ruht auf ihm die Verpflichtung, dieses offen zuzugeftehen und unverweilt die Einberufung eines internationalisraelitischen Kongresses zuveranlass en, der über die zu ergreifenden Maßnahmen Rath pflegt, wie und wo den ihrer natürlichsten Menschenrechte beraubten Glaubensgenossen eine neue Heimath zu verschaffen ist. Eine neue Heimath l ©iiie solche ist aber mit