Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 32 (1891)
- Issue
- Heft 58 (23.7.1891)
- Date
- 1891-07-23
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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1090 Dlirs Sksyk ttni> fani». Wüvzburg. Der dreizehnte Band der „Jlluftrirte Zeitung für Kleine Leute^ kam mir heute zufällig zur Hand. Beim Durchblättern derselben fand ich neben recht Nettem und pädagogisch Brauchbarem auch manches, das besser weggelassen wäre. Es ist geradezu unverständlich, wie jemand das Herz hat, es fertig bringen kann, die geistige Nahrung den Kindern zu vergiften und antisemitische Ideen in die Kinderstube zu tragen. In der Erzählung „Vor Gericht gerettet", von E. Lausch, wird zunächst auf eine frühere Nummer dieser Zeitung hingewiesen, in welcher die Geschichte des Kaufmanns von Venedig unter dem Namen „Ein verhängsnisvoller Pfandschein" aufgewärmt wird. Eine ähnliche Geschichte soll daran angeknüpft werden. Die Pointe derselben ist in kurzen Worten: Ein Wucherjude, der an einen wohlhabenden Kaufmann nicht herankommen kann und ihn deshalb tödtlich haßt, macht gemeinschaftliche Sache mit Straßenräubern, und veranlaßt dieselben, den Sohn des Kaufmanns zu überfallen, gefangen zu nehmen und nur gegen ein hohes Lösegeld frei zu geben. Der Vater kann das Geld nicht aufbringen und mutz sich an den Juden wenden, der auf solche Weise sein ersehntes Ziel erreicht. Der Kaufmann kann nicht sobald die hohe Summe von 10,000 Dukaten zahlen °, der Jude klagt. Nur durch Verpfändung seiner ganzen Habe kann der Kaufmann das Geld aufbringen; er trägt es aufs Gericht, und schon greift der Jude darnach, da wird er von seinem Spießgesellen, den das Gewissen drückt, seiner Mitschuld und des solchen Schwures überwiesen. Nun folgte natürlich die Strafe des Juden und ein edler Zug des Kaufmanns. Aus diesem wenigen erkennen wir genugsam die Gesinnung des Verfassers gegen Juden. Wenn der Name der Zeitung vielleicht in „Jllustrirte Zeitung für Kleine Antisemiten und solche, die es werden wollen" umgeändert wird, dann werden anständige Eltern wissen, ob sie diese Lektüre ihren Kindern in die Hand geben sollen oder nicht. Da das bis jetzt noch nicht der Fall ist, halte ich es für meine Pflicht, in diesen Blättern vor Unterstützung solcher Blätter, die solche Erzählungen der Kinderwelt bieten, zu warnen. Ueber die Ungerechtigkeit gegen die Juden und die Nichtberechtigung solcher Gesinnung will ich nicht sprechen, dieses Thema wird doch so oft und leider auch so oft erfolg los an anderer Stelle besprochen. (Anm. der Red. Wir bitten unsere geehrten Leser, überall, wo ihnen der Wolf in Schafskleidern begegnet, denselben zu entlarven und durch die Presse die Thatsache öffentlich sestnageln zu lassen.) Aus Bayer». Die Verwaltung des israelitischen Lehrervereins für das Königreich Bayern erstattet hiemit dessen Mitgliedern und Gönnern Bericht über Stand und Thätigkeit desselben für das 11. Jahr seines Bestehens. Da dessen Vermögen seit dem Jahre 1885 durch Erlaß des K. Staats- Ministeriums zu einer Wohlthätigkeitsstislung erhoben wurde, so ist die administrative Leitung desselben der Aussicht der K. Regierung unterstellt. Von dieser hohen Stelle wurde wie bisher auch in diesem Jahre die Rechnungsablage genau geprüft und unbeanstandet zurückgegeben. Wie aus dem Rechnungsabschlüsse ersichtlich ist, verfügt der Verein bereits über ein Vermögen von 20,000 Mk. und hat derselbe im verflossenen Jahre an Unterstützung 940 Mk. verausgabt. In Bezug auf die schon vielfach ventilierte Frage der Besserstellung der Religionslehrer resp. der Regelung deren Pensionsverhältnisse und deren Beitritt zur Witwen- und Waisenkasse der bayerischen Volksschullehrer sind bereits die erforderlichen Schritte gethan, und wird, bei der nächsten Generalversammlung hierüber berichtet werden. Wir wollen an dieser Stelle nicht unerwähnt lassen, daß auch auf geistigem Gebiete der Verein nicht unthätig war. So wurden in seiner jüngsten Generalversammlung wieder verschiedene, für die Schule sehr wichtige Disziplinen eingehend besprochen und sehen wir auch in dieser Hinsicht mit voller Zuversicht einer ferneren recht ersprießlichen Thätigkeit des Vereins entgegen. Preis der dreigespaltenen w ~\ " O (* X C V Der Preis jedes Inserats Petitzeile oder deren Raum ist demselben^«! (eckigen) Klammern In dieser Rubrik werden nur Inserate betr. An- und Verkauf alter Bücher ausgenommen. Jnseraten-Aufträge an die Expedition des „Israelit u. Ieschurun", Schottstraße 2. „Unter Preis" verkaufe ich bei Frankozusendung: 1 Braunschweiger, Lehren d. Mischna, geb. 2.40 Mk., 1 Wolfs, Humoresken 0.50, 1 Sippurim, Volksausg. (3.80), geb. 2.80, 1 Rott, Gerettet, geb. 0.60, 1 Treu, Selke, geb. 0.75, 1 Treu, Bimkom, geb. 0.75, I Kalisch, Bilder aus Knabenz., geb. 2.40, I Kisch, Vorhang Purim, geb. O.80, 1 Joseph, Jugendztg., geb. 2.50, 1 Hause, Novellen, geb. 1.50, 1 Hause, Ausnahme, geb. 1.50, l Ehrmann, Aus Paläst. und Babylon, geb. 2.00,1 Freund, Blüthen, geb. I.OO, 4 Bd. Lehmann, Berg. u. Gegenw., geb. 6.00, 1 Herzberg, 2 Erzählungen, geb. 1.20, l Fett, Lehrproben, geb. 4.OO(s. billig), 1 Mannheimer, Gebetb. n. Religionsnnterr., geb. 1.20, l Philippson, Dr. G. Salomon, Skizze, geb. 2.00, 1 Löwenstein, Proverbien erkl., geb. 2.0O, 1 Cassel, Sabbatstnnden (4.50), geb. 2.5O, 1 Ehrmann, Die Tante, geb.0.75, iSacherMasoch. Iudenraph., I.OO, 1 Honigmann, Berel Grenadier, geb. I.OO, 1 Schwarz, Orach Chajim, geb. 1.50.1 Neubauer, Gesch. d. Karäerthums, broch. 1.50, 1 Mehlip, Volksschnlkunde, geb. 2.40. Obige 31 Exempl. gebe zusammen für 37.50 Mk. ab. Osnabrück. (4517 8. Bachenheimer, Lehrer. Ich off eure : (rtap) DrrüN pdd, Folio, 6 Mk. p-npn n^ynn, Folio, 3 Mk. o*jitwn D’NGJ by nwaian nwno, Folio. 4 Mk. minn by omi nwo Folio, Mk. n'poyn mttntc' O’TtPn'ltf by 3 Mk. Der Schulchan aruch, oder die vier jüd. Gesetzbücher, deutsch von G. F. L ö w e, 5 Thle. brochirt, höchst selten, 12 Mk. Theor.-prakt. Anleitung zur Sprachdenklehre für Lehrer, 2 Theile, geb., von Wurst, 5 Mk. Die zwei ersten Schuljahre, von demselben, 5 Mt. Iserlohn. 4518) M. Rosenwald. BerantwortlicheRedaction: Oscar Lehmann in Mainz.— Expedition deS „Israelit" n. „Ieschurun", Schottstraße Nr. 2, Mainz. Druck und Verlag der Zoh. Wirth'jchen Hofbuchdruckerei-Actien-Gesellschast in Mainz.