Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 32 (1891)
- Issue
- Heft 58 (23.7.1891)
- Date
- 1891-07-23
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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1079 Abessyniens quasi noch geknechtet und gedrückt leben, aus ihrer traurigen Lage zu befreien und sie nicht nur mit den Segnungen der europäischen Cultur und Civilisation, sondern auch mit unserer Technik, unserer Industrie, unseren Handwerken und auch einer rationellen Betreibung des Ackerbaues und der Viehzucht bekannt zn machen, zumal dieselben jetzt selbst darum flehen. Sie verlangen durchaus nicht, wie Viele glauben könnten, ein Almosen von den Juden Europas, sondern nur eine ausgiebige materielle Unterstützung, die ihren edlen Spendern reichliche Zinsen tragen würde. Sie fordern eigentlich, daß sich deutsche, holländische, englische, französische und amerikanische Juden zusammenthun sollen zu einer großen Gesellschaft, die dann von der italienifcheu Regierung größere Ländereien am Marebflusse ankaufen würde, um darauf Falaschasdörfern und Meiereien anzulegen. Da der abessyuische Boden sich vorzüglich zum Anbau von Kaffee, Baumwolle, Gewürzen, Gummibäumen und sonstigen Bodenprodukten der Tropen eig net, während es in den Wäldern daselbst noch von Elephanten und sonstigen Vertretern der afrikanischen Thierwelt wimmelt, so würden Ackerbau und Viehzucht bald reichliche Früchte tragen und auch einen großen Export gestatten. Hamburg und Bremen könnten dann die afrikanischen Bodenprodukte, die sie heute aus Zanzibar, Kamerun, dem Congogebiete u. s. w. beziehen, aus dem näher gelegenen Massauah beziehen und sie daher auch schneller zur Hand haben. Hat sich eine deutsch-afrikanische Gesellschaft zur Pflege und Förderung des Handels mit Afrika gebildet, so kann sich ebenso leicht auch eine jüdisch-afrikanische Gesellschaft zur Pflege des Handels mit Abessynien und den Falaschas daselbst bilden. Letztere würden dann auch Schulen und Bethäuser bauen und sogar auch Fabriken anlegen können, welche die zu ihrer Bekleidung nöthigen Leinwand- und Zwilchstoffe liefern würden. Mögen diese Zeilen nun, die ich im Aufträge einiger Falaschas dem „Israelit" zur Veröffentlichung übergebe, in Berlin, Frankfurt, Wien, Amsterdam, London und Paris gehörig Beachtung finden und mögen dann die Börsen und die jüdischen Geldfürsten daselbst ihr Augenmerk auf Abessynien richten, in deffen Boden noch große Schätze verborgen liegen. Es würde genügen, dazu anfangs ein Kapital von blos 500,000 Mark aufzutreiben, das man durch eine Emmission von 50,000 Mark Aktien ä 10 Mark leicht herbeischaffen könnte. Da nun Italien eben jetzt daran geht, ^eine große Handelsstraße von Maffauah durch Abessynien nach dem Nile zu bauen, so könnte diese afrikanische Colonialgesellschaft dann auch mit dem Innern Afrikas in geschäftliche Verbindung treten, um europäische Fabrikswaaren dorthin einzuführen und einheimische Produkte von dort zu exportiren. Es wäre dies ein ganz rentables Geschäft und würden nebstbei auch 300,000 Falaschas, aus ihrem Elende und ihrer traurigen, geistigen und materiellen Lage befreit werden. Mögen daher auch die „Alliance Jsraelite"- und die „Anglo-Jewish-Association„ ic. das ihnen heute vom Schreiber Dieses unterbreitete Colonisations - Projekt reiflich in Erwägung ziehen und es auf seine Nützlichkeit prüfen. Das Zustandekommen einer solchen Gesellschaft würde auch dem Judenthume zur Ehre gereichen. Briefkasten der Expedition. S. M. in G. Abonnement bis 1. April a. c. beglichen. Dnrckfehler-Serichrigung in Ur. 56, In dem Artikel „Unterfranken B." muß es statt „laut" heißen: „event." M tt % £ t ö £ «♦ Für den folgenden Theil ist die Redaetion nicht verantwortlich! AMZ, -i- "120 WM ■ Auf vielseitiges Verlangen habe ich mich entschlossen, nebst der Fabrikation von 1VÜ Käse auch feinste Tafelbutter unter meiner Aussicht anfertigen zn lassen und suche auf größeren Plätzen Verkaufsstellen. W. Rosen bäum, lem m inge n. Referenz ertheilt Herr Rabbiner Dr. Cohn, Jchenhausen, die Herren Rabbiner Bamberger in Aschafsenbnrg, Kissingen und Wnrzburg, sowie die Expedition dieses Blattes. (4427 Aür ein lOjähriges, braves Mädchen O (Waise) wird in einem religiösen Hause Stellung gesucht, wo sich dasselbe im Nähen und als Stutze der Hausfrau nützlich machen kann. Offerten an Lehrer Schloss 4436) in Giebelstadt bei Würzburg. ^ür unsere Filial-Gemeinde Richrath ö wird zum 1. October e. ein Religionslehrer und Cantor gesucht. Meldungen nimmt der Unterzeichnete Vorstand entgegen. Solingen, im Juli l89l. (4444 Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde. U^LMiug, Ja 1 Lehrmädchen M, WM aus achtbarer Familie werden WM ff# gewünscht. (4452 m Ii. Rack Söhne, MW Trier. Modewaaren-Damen-Confection. Jdodes. In einer Kreisstadt Hessens wird für ein Putzgeschäst eine erste, selbstständige Arbeiterin gesucht, die auch den Verkauf leiten kann, bei h ohem Gehalt und freier Station. Gest. Offerten unter Chiffre lt. E. 4440 besorgt die Exped. d. Bl. Würzvurg. Lehrling oder Schüler findet bei anständiger Familie gute Pension. Gefl. Zuschriften unter Nr. 4513 an die Exped. d. Bl. erbeten.