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Der Israelit · 1891-07-16 · Heft 56 (16.7.1891) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 56 (16.7.1891)
Date
1891-07-16
Page
– (sequence 7)
Language
German
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1037 ■¥• Vermischtes. <4- Die philosophische Fakultät der Universität Straßburg hat das sog. Engelmann-Stipendium (zur Unterstützung junger Historiker und Geographen) in Höhe von 2480 Mark einem Berliner, Herrn Ludwig Lewinski, zugesprochen. Den neuen statistischen Ausweisen zufolge zählte Galizien am 34. Dezember 4890 6,607,846 Einwohner, worunter 772,243 Juden, das ist ca. 44,75 Prozent. New Bork, 44. Juni. Herr Dr. Samuel Adler, früher Rabbiner in Alzey (Hessen) und dann langjähriger Rabbiner der hiesigen Emanuel-Gemeinde, ist vorgestern im Alter von 82 Jahren verschieden. Derselbe war ein Sohn des Rabbiners Adler in Worms. abbatat Hewi. H i st o r i s ch e Erzählung Urnsl Schwav?. (Fortsetzung.) Nach einigen Stunden theilte Jachini dem darob höchlichst geschmeichelten Wirthe mit, daß der vornehme Herr mit seinem Logis zufrieden und auch der Speisen und Getränke lobend erwähnt habe; er werde daher voraussichtlich einige Zeit bei ihm verweilen. Rabbi Sch'lomoh rieb sich vergnügt die Hände, denn er zweifelte nicht, daß der vornehme Herr auch vornehm zahlen werde. „Aber nun ist die Reihe an Euch, Rabbi Abraham, Ihr habt mir versprochen, mir zu sagen, wer der hohe Herr ist — der höher als der Sultan ist", fügte er in gedämpftem Tone hinzu. „St!" mahnte Jachini, „st! — ich habe versprochen, Euch später mitzutheilen, wer der vornehme Herr ist — aber gegenwärtig müßt Ihr Euch noch gedulden." Der Wirth blickte ihn betroffen an. „Rabbi Abraham," sagte er vorwurfsvoll, bei Eurer Ankunft habt Ihr mir versprochen, mir später den Namen des hohen Herrn mitzutheilen — und nun —" „Wenn Ihr nur den Namen wissen möchtet," unterbrach ihn Jachini in gleichgiltigem Ton, „den kann ich Euch sofort sagen. Er heißt Sabbatai Zewi aus Smyrna." Das Gesicht des neugierigen Wirthes zog sich in die Länge, es war ein ihm vollständig unbekannter Name, den er da vernommen. „Sabbatai Zewi aus Smyrna", wiederholte er. „Merkt Euch diesen Namen," fügte Jachini hinzu, „er wird in sehr kurzer Zeit auf aller Lippen sein." Der Andere schüttelte verwundert den Kopf. „Sabbatai Zewi aus Smyrna — und der sollte höher sein als der Sultan? — Wenn Ihr mir doch Vertrauen schenken wolltet, Rabbi Abraham — Ihr wißt, ich bin kein neugieriger Mensch —" „Freilich weiß ich das," stimmte Jachini bei, mit Mühe ein Lächeln unterdrückend, „und ich kann es mir auch sehr wohl denken, daß es von hohem Interesse für Euch ist, zu wissen, wer in Eurem Hause weilt." „Also? —" „Ja, mein lieber Freund, wenn es nur mein Geheimniß wäre, ich würde sicher keinen Anstand nehmen, Euch alles rückhaltlos mitzutheilen." „Auch so dürft Ihr es mir anvertrauen, ich bin kein Schwätzer, das wißt Ihr gleichfalls." „Freilich weiß ich das — aber — ich weiß eben doch nicht —" „Was wißt Ihr nicht? — ich versichere Euch, Ihr könnt mir trauen. — Nun? — also? —" „Ihr habt eine seltene Ueberredungsgabe, man kann Euch nicht widerstehen." Rabbi Sch'lomoh schmunzelte vergnügt in sich hinein, aber er unterbrach ihn nicht. Doch als Jachini wiederum zögerte, wiederholte er sein: „Nun? — Also?" „Nun, also, sei's drum. — Doch habet die Güte, schließet die Thür, Eure Leute könnten hereinkommcn, und das wäre mir nicht recht, — denn nur Euch wage ich das höchste Geheimniß anzuvertrauen." Der Wirth erhob sich, schloß die Thür und ließ sich dann wieder, seinem Gaste gegenüber, an dem Tische nieder. „Saget mir," begann Jachini, „ist Euch an dem hohen Herrn nicht Manches aufgefallen?" „Gewiß ist mir gar Vieles an dem edlen Herrn aufgefallen," erwiederte der Wirth eifrig, „nie habe ich solche Schönheit bei einem Menschen gesehen." „Und Anderes ist Euch nicht aufgefallen?" „O, gewiß, noch gar Vieles — vor allem seine hohe, wunderbare Gestalt — und dann sein Haar — und dieser Wohlgeruch —" „Und ist es Euch denn nicht aufgefallen, daß ich und der Reitknecht aufPferden reiten, während —" „Gerade habe ich das sagen wollen. Führt der Knecht das prächtige Pferd mit sich herum, während der vornehme Herr auf einem Esel reitet." „Aber ist Euch an dem Esel nichts ausgefallen?" „Nichts Besonderes — doch ja, zwei Flecken hat er da am Kopf." „Zwei weiße Flecken?" Jachini lächelte, „sind das wirklich gewöhnliche Flecken?" „Mir scheint ja — das heißt, dreieckig sind die Flecken."

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