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Der Israelit · 1891-07-16 · Heft 56 (16.7.1891) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 56 (16.7.1891)
Date
1891-07-16
Page
– (sequence 1)
Language
German
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----- xtxn, Z-Hrg-Ng. ' M 56« Israelit «„* Zeschumn. Ikttsitzüst W FSrdMW )SS. Geistes Mil D. Kebklls lll Ws. GkNelMe Md Klhllir. Gentrat-Grgan für das orthodoxe Iudenthum. Begründet von Or. Lehman« in Mainz. Donnerstag, de« I«. Juli 5651 (1891). ®ar Znr gefall. Beachtung! Vielfachen Wünschen entsprechend, können bei uns bestellt werden und wird auf Verlangen nnser Blatt an die jeweils aufgegebenen Adressen auf das Pünktlichste besorgt. Expedition des „Israelit & Jeschurun." Leitender Artikel. Die Sendung der Nationen. (Zu Paraschath npn.) Mainz, lü. Juli. „Die Weltgeschichte", sagt ein deutscher Dichter, „ist das Weltgericht." Mächtige Völker, weltbeherrschende Nationen sehen wir im Laufe der Jahrtausende auftauchen und untergehen. Wilde Stämme kommen aus unbekannten Gegenden mit urwüchsiger Kraft, einfach, nüchtern, bedürfnißlos; mit Leichtigkeit erobern sie die Länder der durch raffinirteste Genußsucht bis aufs Aeußerste geschwächten Menschen, bis auch sie durch ununterbrochene Steigerung ihrer sogenannten Kultur zu einer Gattung herabsinken, die vom ersten über ihre Grenzen stürmenden, von jener Zivilisation noch unberührten Volksstamme ohne viele Mühe wiederum vernichtet werden kann. Denn ihre Kultur, das Idol, vor dem sich Alles ehrfurchtsvoll verneigt, ist weiter nichts, als das Erstreben des krassesten Materialismus, und alle Errungenschaften, auf die sie so stolz sind, sind nur das Mittel zum Zwecke: sie sollen dazu diene», das Leben so angenehm und behaglich wie äußerst denkbar zu gestalten, und nachdem diese Völker alle Genüsse der Welt durchkostet, schwanden sie entnervt dahin. Anders verhält es sich mit der Geschichte Israels. Die Geschichte Israels ist nicht das Gericht über Israel. Viel eher läßt sich die Geschichte des Gottesvolkes mit der Geschichte der Erziehung eines Sohnes durch seinen Vater vergleichen. Denn nicht gibt der Allvater es zu, daß sein Erstgeborener so tief in Sünde verfalle, daß er der Vernichtung preisgegeben wäre; immer zur richtigen Zeit erinnert er ihn an seine hehre Aufgabe, nicht duldend, daß der Sohn abweiche von dem von dem Vater vorgezeichneten Weg. Die Erinnerungen,;bic Gott seinem Volke zukommen läßt, sind gar mannigfacher Art und die traurigen Ereignisse, unter denen Israel in jüngster Zeit an fast allen Enden der Erde zu leiden hat, sind weiter nichts als solche Erinnerungen. Israel soll es inne werden, daß es einen Vater im Himmel hat, zu dem zurückzukehren, seine heiligste Pflicht ist. Daß den Nationen vom Lenker der Geschicke die Aufgabe geworden, uns unsere hohe Mission stets wieder zum Bewußtsein zu bringen, ist aus einer Erzählung in dem kommenden Wochenabschnitte ersichtlich. Israel war in der Wüste Zin dem Verschmachten nahe, da rettete sie der Ewige, indem er Wasser aus dem Felsen hervorrief und das Volk und ihre Heerden trinken ließ. Als Israel sah, daß seine Wünsche so schnell in Erfüllung gingen, da gedachte es auch seiner Sendung nicht mehr. Es ist immer so. Geht es Israel gut, dann will es sich mit den Völkern in jeder Hinsicht identisiziren, will in sie aufgehen, glaubt durch Vernachlässigung der Gottesgebote die Stellung zu erringen, die es anstrebt, und Moscheh mußte Boten senden zu Edom und mußte ihm sagen lassen thn ro. So spricht dein Bruder Israel: laß uns gute Freunde sein, wir wollen durchziehen durch Dein Land; nicht mehrwollen wir vornderzichen an Feld und Weinberg, wir wollen nicht mehr forschen im Weinberg des Herrn, isä -o nntco und wollen nicht mehr trinken aus dem unerschöpflichen Quell der heiligen Gotteslehre, ften i*n den Weg, den alle wandern, die breite Heerstraße, wollen auch wir wandeln, der Weg, den Gott uns vorgezeichnet hat, ist zu beschwerlich, die vielen Gebote und die vielen Verbote wollen wir nicht mehr befolgen; da muß man, um eineMizwah zu erfüllen, dahingehen, und da

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