Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 32 (1891)
- Issue
- Heft 54 (9.7.1891)
- Date
- 1891-07-09
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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1006 Männer, wie Salomo ibn Gabirol, Jehuda Halevi u. A., gaben durch ihre vollendeten Werke der jüd. Poesie neues Leben und bereicherten die jüdische Literatur mit unvergänglichen Blüthen. — Vorübergehende Verfolgungen fügten den Jude^l kernen beträchtlichen Schaderr zu; denn da die pyrenäische Halbinsel in mehrere Reiche gespalten war, so fanden sie stets in dem andern Reiche Zuflucht, wenn sie in dem einen unterdrückt wurden. — Auch als die christliche Herrschaft sich in Spanien auszubreiten begann, blieb die Stellung der Juden noch unangefochten, denn die christlichen Herrscher wußten die Fähigkeiten der Juden zu schätzen und suchten sie deßhalb zu sich heranzuziehen. Bei dem Einfall der Almohaden in Spanien, bei dem den Juden von den Eroberern nur die Wahl gelassen wurde zwischen Uebertritt zum Islam und Auswanderung, gewährte sogar der christliche König Alfonso VII. von Kastilien den Juden Zuflucht in seinem Lande. Auch später noch, als in Aragonien und Navarra schon der Geist der Unduldsamkeit erstarkte und sich in Verfolgung«« gegen die Juden Luft machte, war in Kastilien die Lage der Juden noch sehr günstig. So blieben sie dort auch verschont von den Gräuelthaten, welche in fast allen Staaten Europas gegen die Juden verübt wurden, als im Jahre 1348 der schwarze Tod den ganzen Erdtheil durchzog und die Judenfeinde das Märchen erdichtet halten, die Juden hätten durch Vergiftung der Brunnen das große Sterben herbeigeführt. — Aber die beständige Verhetzung des Volkes durch die Geistlichen, der von den Mönchen stets geschürte Haß degen die Juden konnten aus die Dauer nicht ohne Wirkung bleiben, und diese Wirkung äußerte sich zu Anfang der Regierung des Königs Heinrich III. in der blutigen Verfolguug des Jahres 1391, welche sich über ganz Spanien verbreitete und die Inden ins Herz traf. Heinrich III. war erst elf Jahre alt, als er den Thron bestieg. Die fanatischen Priester, die bis dahin ihre Hetzereien aus Furcht vor dem Einschreiten der Regierung wenigstens nicht offen hatten betreiben können, erhoben jetzt ihr Haupt und suchten das Volk zu thätlichem Vorgehen gegen die Juden aufzureizen. Denn bei der Jugend des Königs glaubten sie von der Regierung nichts fürchten zu müssen. Namentlich war es ein Mönch aus Sevilla, Fernando Martinez, der durch seine giftigen Reden gegen die Juden das Volk immer mehr ausregte. Der erste Versuch, einen Angriff auf die Juden Sevilla's zu machen, mißlang infolge des raschen Eingreifens der Behörden. Das zweitemal aber hatte Martinez mit seinen Hetzreden mehr Glück. Die Menge griff, von ihm aufgestachelt, das Judenviertel all, und es begann nun ein Gemetzel, das jeder Beschreibung spottet. Was nicht niedergemacht wurde, trat zum Christenthum über. — Von Sevilla aus verbreitete sich die Verfolgung über fast ganz Spanien. Die Grausamkeiten, die hierbei ausgeführt wurden, erzählt der berühmte Rabbi Chasdai Cresias in einem Briefe, den er an die Gemeinde von Avignon richtet. Schlicht und einfach, aber doch ergreifend ist die Schilderung, die er von den Leiden der spanischen Inden entwirft. Die Uebersetzung dieses Briefes werden wir in einer der nächsten Nummern zum Abdruck bringen. Briefkasten der Redaktion. Dr. C. in B. Ja. I. S. in G. Kommt in einer der nächsten Nummern zur Verwendung. L. S. in W. Jeder Israelit hat zu den Bedürfnissen der Cultusgemeinde, irz deren Bezirk er feinen Wohnsitz hat, nach Maßgabe seines Einkommens und des von der Regierung genehmigten Hebregisters beizutragen. Auch der Cultnsbeamte kann hierzu herangezogen werden. Die meisten Gemeinden verzichten jedoch aus den Beitrag ihrer Eultusbeamten, in Rücksicht ans deren lveniger glänzendes Einkommen. Wenn Ihre Genieinde Sie zur Steuer hcranzieht, so ist sie dazu berechtigt; ob es gentil ist, ist eine andere Frage. H n i e i fl e w, Für den folgenden Theil ist die Redaction nicht verantwortlich. Lehrlings-Stelle. In einem Frankfurter Bankgeschäft, das rotü geschlossen, ist Stelle für einen Lehrling mit guten Vorkenntnissen frei. Offerten befördert unter ck. 250 die Buchhandlung von I. Kaufmann in F r a n kfurt a. M. (4252 H/n einem kleineren Platze in gesunder Gegend finden noch einige erwachsene Mädchen bei streng religiöser Familie Aufnahme. Adresse und Bedingungen zu erfragen unter Nr. 4257 bei der Exped. ds. Blattes. /Line perfekte Köchin, welche der einfachen, als auch der feinen Kirche selbstständig vorsiehen kann, wird gegen hohes Salair per 1. August in Dienst gesucht. Gute Zeugnisse sind erwünscht. Gefl. Offerten unter Nr. 4259 befördert die Expedition dieses Blattes. fluche für mein Herrenkteidergeschäst einen angehenden Commis. Kost und Logis im Hanse. Samstags und an israelitischen Feiertagen geschlossen. Fürth in Bayern. 4253) Lippmann Mayer. Lehnlmg per sofort gesucht.M Siegburg. D. Bär & Comp., Holz-, Kohlen-, Baumaterial.- & Getreide- 4235) Handlung. Mäimfacturist, tücht. Verk., sofort gesucht auf kl. Platz. Samstags geschlossen. Offerten unter F 1610 an Bndolf Mosse, Mann - heim. (4237