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Der Israelit · 1891-06-17 · Heft 48 (17.6.1891) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 48 (17.6.1891)
Date
1891-06-17
Page
– (sequence 17)
Language
German
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w lll/A! boöQ%.' WMMm > A R O NOa’ ['OM O S E S siV [17.3ttttil891. Nr. 4.] SW V2M If Mmf WBBEEEESGX Inhalt: Verein israelitischer Lehrer in Schlesien und Posen. — 36. Jahres-Versammlung der israelit. Lehrer von Rheinland-Westfalen in Münster am 17. und 18. Mai 1891. Verein isr. Lehrer in Protokoll der XIII. ordentlichen General Versammlung des Vereins israelit. Lehrer in Schlesien und Posen am 17. nnd 18. Mai 1891 in Breslau. Die XIII. Generalversammlung des Vereins isr. Lehrer in Schlesien und Posen wurde Sonntag den 17. Mai, Abends 8 Uhr, im kleinen Saale der neuen Börse vom Vorsitzenden Herrn Dr. Samuelsohn-Breslau, eröffnet. Gegenwärtig waren nach der Präsenzliste 38 Mitglieder: Außerdem waren 20 Gäste, darunter der Delegirte des D.-J. G.-B. Herr Th. Oschinsky anwesend. Der Vorsitzende begrüßt die erschienenen Mitglieder und Gäste mit warmen Worten. Daraus nahm Herr Dr. Chodowski-Oels das Wort zu seinem angekündigten Referat über die Behandlung des geschichtlichen Unterrichts in der Religionsschule im Anschluß an folgende Fragen: 1) In welcher Weise ist der Religionsunterricht zu behandeln, daß wir die, der jüdischen Religion zu Grunde liegenden Ideen den Kindern klar und eindringlich machen? 2) Welche Personen sind im Geschichtsunterricht vorzugsweise zu behandeln, so daß an ihnen der treibende Geist der jüdischen- Geschickte erkannt werde? 3) Welche Schriften sind am geeignetsten zur Auswahl durch den Lehrer und zur Lektüre, um das Streben nach weiterer Fortbildung in den Schülern anzuregen? Wenn es für jeden Lehrer wichtig sei, daß er sich über die Art der Behandlung des Unterrichts klar werde, so müsse das gewiß beim Religionsunterricht der Fall sein, der nicht nur den Verstand, sondern auch den Charakter bilden und die Ahnung einer sittlichen Weltordnung in den Kindern erwachen lassen solle. Gerade hier aber entständen die meisten Schwierigkeiten. Der Religionsunterricht werde in den Gemeinden und Schulen zum Aschenbrödel herabgedrückt, er werde als fakultativer Unterricht betrachtet und nur wenig Zeit auf ihn verwendet; die meisten Schwierigkeiten aber biete das Haus, das sich um den Religionsunterricht am wenigsten bekümmere. Die Wechselwirkung zwischen Schule und Haus müsse wieder hergeüellt werden. Dazu müsse auch der Lehrer durch seine eigene Tüchtigkeit beitragen. Uebergehend auf die Beautwortung der ersten Frage entwickelte der Redner zunächst die Hauptideen, die der is- Schlesien und Posen. raelitischen Religion zu Grunde liegen, und bezeichnet als solche: Den Glauben an Gott, seine Allmacht und Allgüte, an eine über alles Irdische erhabene Vorsehung in Natur, Geschichte und Einzelleben; ferner als speziell jüdische Ideen: Einheit Gottes, Unsterblichkeit und^ Messiasidee. Das alles sei in den Unterstufen nur zu berühren, in den Oberstufen ausführlich zu besprechen. Besonders sei noch zu betonen die Heiligkeit der göttlichen Ge- und Verbote, die Bedeutung des Cultus und endlich die hohe Bedeutung des Gebetes. — Die Antwort aus die erste Frage sei: Der Lehrer könne das Ziel, die der jüdischen Religion zu Grunde liegenden Ideen den Kindern klar und eindringlich zu machen, erreichen: 1) durch eine gute Disziplin, 2) durch völlige Beherrschung des Lehrstoffes, 3) durch eine gute Methode, 4) durch das eigene Vorbild und die Begeisterung für den Gegenstand. Als erprobtes disziplinarisches Mittel empfiehlt der Redner regelmäßiges Beten beün Beginn des Unterrichts. Was die Beherrschung des Stoffes betreffe, so müsse nicht nur diese, sondern auch das Wissen des Lehrers überhaupt lückenlos sein. Eine tüchtige, methodische Behandlung des Unterrichts sei eine Kunst und müsse durch vielfache Erfahrungen und Beobachtungen erlernt werden. Die allgemeinen Regeln der Pädagogik kämen hierbei in Betracht. Schon der Talmud enthalte eine Reihe derartiger pädagogischer Winke. — Ein systematischer Religionsunterricht eigne sich höchstens für die Oberklassen; in den Unterstufen solle er an den biblischen und nachbiblischen Unterricht angeknüpft werden. - Der Lehrer selbst müsse begeistert und von der Wahrheit dessen, was er vortrage, durchdrungen sein. In Theorie und Praris müsse er den Kindern ein Vorbild sein. Nur HEN '2W seien wirkliche Sendboten an die Jugend. Das alte Wort sei wahr: Lang ist der Weg durch Vorschriften, kurz und wirksam durch Beispiele. Als Antwort auf die zweite Frage gelte vor 2sllem der Satz: Ein großes Muster weckt Nacheiferung. Repräsentative Charakterbilder sollen dargeboten werden, wie überhaupt die biographische Methode aus den biblischen und nachbiblischen Unterricht anzuwenden sei. Nach den Worten Göthe's wie andererseits des Freiherrn von Stein muffe die Geschichte Begeisterung erwecken, wie den Charakter stählen. Das sei in unserer antisemitisch angehauchten Zeit besonders

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