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Der Israelit · 1891-06-08 · Heft 45 (8.6.1891) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 45 (8.6.1891)
Date
1891-06-08
Page
– (sequence 7)
Language
German
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833 Mitzverhällnitz zwischen den aufgewandten Mitteln und dem erzielten Ergebnitz. Er hatte im vergangenen Jahre eine Einnahme von 38000 Pfd. Sterl. Die Zahl der bekehrten Juden aber bleibt in den Zehnern stecken. Ferri L l* teu* abbcttcn Herrn. H i st o r i s ch e Erzählung Schmor,. (Fortsetzung.) Der junge Mann fühlte sich durch die sichtliche Erregung des jungen Mädchens selbst erschüttert, seine Stimme entbehrte daher zuerst der Festigkeit, als er erwiderte. „Ich kann nicht mehr mit meinen frühern Genossen verkehren, weil sie auch jetzt noch sich von demjenigen belehren lassen, dessen Lehren Lügen, dessen Worte Frevel sind." „Was hast Du in dieser Beziehung von ihm vernommen?" fragte Lisbona. „Sabbatai kümmert sich wenig um die mündliche Ueberlieserung des Gottesgesetzes, er behauptet, nur die schriftliche Lehre sei maßgebend, er spottet über Aussprüche unserer Tanaim. —" „Was hast Du außerdem von ihm vernommen?" „Er wollte uns glauben machen, daß er der von Gott verheißene Messias, daß er unser Erlöser, daß er berufen sei, die gestörte Weltordnung wieder herzuftellen — und zum Beweise dessen hat er den Gottesnamen ausgesprochen." Das junge Mädchen richtete sich hastig auf, ein Strom von Thränen entstürzte ihren Augen, laut schluchzend warf sie sich in ihres Vaters Arme. „Und diesen Elenden habe ich lieben können! — Um diesen Elenden willen habe ich Dir so viel Kummer und Sorge gemacht! — O, verzeihe mir, mein Vater, verzeihe mir!" Der Vater drückte sie fest an sich. „Gott sei Dank, daß Du endlich zur Einsicht gekommen bist und Gott sei Dank, daß jener Elende Dich verschmäht hat! —" „Dafür werde ich Gott nie genügend danken können," flüsterte sie, indem sich ihr Antlitz auf's Neue mit dunkler Gluth überzog. „Großer Gott! — wenn ich bedenke, was aus mir geworden wäre, wenn er mich nicht verschmäht hätte — wenn ich jetzt sein wäre. —" Sie drückte die Hände ihres Vaters mit krampfhafter Heftigkeit, doch gleich darauf blickte sie sich scheu um, sie hatte an den jungen Mann, dem sie diese Miltheilungen verdankte, vollständig vergessen. Aber Gabriel hatte sich bereits bescheiden entfernt. Als er am folgenden Tage etwas später als die Andern im Speisezimmer erschien, glaubte er den eigenen Sinnen nicht trauen zu dürfen, als er das bisher so stille und traurige Mädchen mit dem alten Geschäftsleiter scherzen sah, als er ihr frisches melodisches Lachen vernahm. Der alte treue Freund ihres Hauses ging gern auf die muthwilligen Neckereien des jungen Mädchens ein und ihr Vater schien überglücklich, über die veränderte Stimmung seines Kindes. Als sie Gabriel erblickte, erröthete sie leicht; sie schien sich an ihre gestrige heftige Erregung zu erinnern, doch erwiderte sie seinen achtungsvollen Gruß mit freundlichem Lächeln. Lisbona fühlte sich dem jungen Manne, durch dessen Mittheilungen seine Tochter zu der Erkenntnis; ihrer Verirrung gekommen, auf's Höchste verpflichtet , mehr und mehr zog er ihn in seinen Familienkreis und schon nach wenigen Monaten ließ er ihm die Hand seiner Tochter antragen. Gabriel hatte das junge Mädchen kennen und schätzen gelernt, freudig ging er daher auf den ihm gewordenen Antrag ein. Mit noch größerem Pomp, als das erste Mal, feierte Lisbona die zweite Vermählung seiner Tochter, von der er mit Zuversicht hoffen zu können glaubte, daß dieselbe ihr Glück begründen werde. Ganz Smyrna sprach Wochen lang von dem glanzvollen Feste und wandte dem jungen Paare, dem zu Ehren es gefeiert wurde, die lebhafteste Sympathie zu. Juditta Lisbona hatte nicht nur durch den Reichthum ihres Vaters, sondern auch durch das tragische Geschick, das sie vor kaum zwei Jahren getroffen, die allgemeine Theilnahme erregt und allgemein hatte man sie bemitleidet, daß sie ihr Geschick so schwer zu tragen schien. Doch als man sie jetzt erblickte, strahlend in Jugend und Frische an der Seite ihres Verlobten, da staunte jeder. Mannigfache Fragen wurden laut und mannigfache Antworten wurden gegeben, weder Lisbona noch Gabriel machten ein Geheimniß aus der Thatsache, daß und wodurch Juditta die Unwürdigkeit ihres ehemaligen Verlobten erkannt hatte. So verbreitete sich die Kunde mehr und mehr, daß Sabbatai Zewi sich für den Messias ausgebe und den Namen Gottes lästernd ausgesprochen habe. Es währte nicht lange, so bekam auch das Rabbinatscollegium Kunde von der ungeheuerlichen Gesetzesverletzung, die sich der hochmüthige Jüngling hatte zu Schulden kommen lassen. Nachdem die Hochzettswoche vorüber, ließen die Rabbinen Lisbonas Schwiegersohn rufen und sich von ihm mittheilen, was er in dieser Beziehung von Sabbatai gehört hatte. Gabriel erzählte rückhaltlos, was er wußte und erklärte sich, auf Be-

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