Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1891-06-04 · Heft 44 (4.6.1891) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 44 (4.6.1891)
Date
1891-06-04
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2446951-2448122-2448163--32199-2480034
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

XXX11, Jahrgang. ßa 44. Israelit.* Ieschurun. Zettslhüst jur Mmrig |äö. Geistes uaö j!il>. ßrdrss in Ass. SmriM til Ztzrlr. Kenlrak-Hrgan für das orthodoxe Zudenthum. Begründet von Br. Lehmann in Mainz. Donnerstag, den 4. Juni 5651 (1891). Leitender Artikel. Sprüche der Wäler. Viertes Buch. XXXVII. Fortgesetzt von Liepman Philip Pr ins. Frankfurt a. M., 3. Juni. Mit goldenen Buchstaben find die Namen jener großen Männer, welche mit Gefahr ihres Lebens, den Hadrianischen Edikten zum Trotz die Gottcslehre für Israel zu erhalten suchten, in den Blättern der jüdischen Geschichte eingetragen, Blätter, die gar oft mit Blut und Thräneu geschrieben sind. — "jot dtj Hin 1Dt£/ N33 p JOVT» *11 ETf«! iniN ^otera n*DJp »n, „Zum ewigen guten Andenken bleibt der Name R. Juda b. Baba; wäre er nicht gewesen, so wären die Gesetze des jüdischen Nechtsverfahrens zu Grunde gegangen", heißt cs km Talmud (Sanhedrin 13 b.). Er war es, welcher auch unfern R. Josö b. Chalaphta nebst nkehreren Anderen als Gesctzeslehrer autorisirte. Znni Zwecke der der Autorisation, begab sich jener mit seinen Schülern in eine wüste, unbewohnte Gegend, um so vor jeder Gefahr sicher zu sein, welche ihm und den Schülern durch die Vollziehung dieses Aktes drohte. Gleichwohl mußten die antorisirten Schüler ihr Leben durch die Flucht retten, nachdem sie bemerkten, daß die Handlung verrathen worden war; R. Juda b. Baba selbst aber büßte bei dieser Veranlassung sein Leben ein. Die Institution der td'üd war indessen durch den Opfermuth dieses Tanaiten gerettet. Es sei uns hier gestattet, eines Brauches Erwähnung zu thun, welcher bis auf den heutigen Tag jene traurige Zeit in unser Gedächtniß zurückruft. Es ist der Brauch bei einer Beschneidnngsfeier Licht a n z u z ü n d e n. Von jeher war es auf heiligem Boden Sitte bei Gelegenheit einer Beschneidungsfeier eine Mühle aufznstellen und bei einem Hochzeitsmahl Licht anzuzünden. (Siehe Jeremiah XXV 10. Raschi z. St.). Nach Einigen hätte die Mühle die Bestimmung gehabt, das Pulver zu bereiten, welches als Heilmittel für das Kind benutzt wurde. Nach Anderen war die Mühle nur als Symbol ausgestellt; sie sollte gleichsam den Vorübergehenden sagen, hier sei eine neue Lebenskraft erwacht, von der man hoffe, daß sie sich im Kreislauf des Lebens bewähren und Nahrung für Körper und Geist schaffen werde. Licht hinwiederum ist das Sinnbild der Freude, mit welcher ein Brautpaar den Bund fürs Leben schließt. Außerdem sollten Mühle und Licht einladende Aufforderungen sein, welche man an Jeden richtete, der zur Erhöhung und Verschönerung der Festesfeier beitragen wollte. Da aber die Hadrianischen Edicte darauf gerichtet waren, diese jüdischen Feste zu zerftören, insbesondere die Beschneidungsfeier, und die Häuser, in denen ein derartiges Fest begangen werden sollte», vor verräterischen Spionen nicht sicher waren, so suchte man diese Spione irre zu führen und kehrte die ursprünglichen Symbole um, so daß bei Hochzeiten eine Mühle an Stelle des Lichtes und bei Beschneidnngsfesten das Licht an die Stelle der Mühle trat. (Siehe Jeruschalmi nmra I 5 d*js nN-iö z. St.). Eine Erinnerung daran ist vielleicht die sogenannte P'"m-Kerze. (Siehe ipdd'h Sanhedrin 32 b und s'tsnnD z. St.) Nach dem Tode Hadrians bestieg sein Adoptivsohn Antoninus Pins den römischen Thron, und unter dessen Regierung wurden die Hadrianischen Verordnungen außer Kraft gesetzt. Ihm folgten in der Regierung des Römischen Reiches die beiden Kaiser Berns und Marcus Aurelius. Berns zog bald nach seinem Regierungsantritt mit seinerKriegsmacht nach Asien, um dort eine Revolution zu unterdrücken. Die Parther (o’ömsn) hatten sich nämlich empört und noch andere Völkerschaften auf ihre Seite gebracht. Mit vieler Mühe gelang es ihm, die Feinde zu besiegen; doch unter den Parthischen Kriegern befanden sich viele Juden, die als gute Patrioten ihr jetziges Vaterland zu vertheidigen suchten, sich tapfer hielten und muthig, aber ohne

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.