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Der Israelit · 1891-05-25 · Heft 41 (25.5.1891) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 41 (25.5.1891)
Date
1891-05-25
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXXII. Jahrgang. . M 41. ... Jeschunm. Jeitfdjcift }Ht FSrtznms jiltz. Geistes ui ftti. Ketzers lr Airs. Er«eirtzr rrtz Ztzrle. Gentrat-Hrgan für das orthodore Iudentßum. Begründet von Dr. Lehma«« in Mai«-. Montag, den SS. Mai S«S1 (1891). Leitender Artikel. Zur Würdigung der Hagesfragen. Von Isaak Hirsch. (Fortsetzung.) Die Bestrebungen der Reform haben, wie wir gezeigt, die Verleugnung des Judenthums zur Voraussetzung und dessen Vernichtung zum endlichen Ziele. Ein^Zusammenwirken mit unseren der Reform huldigenden Brüdern wird deßhalb kaum auf irgend 1 einem Gebiete möglich sein, wo auch nur im Entferntesten spezifisch jüdisch religiöse Interessen berührt werden können. Wir haben gesehen, daß selbst in der Abwehr der gehässigen Angriffe, welche gegen das Judenthum gerichtet sind, der tiefe Riß, welcher die Judenheit der Gegenwart in zwei Lager spaltet, zur Erscheinung kommt, so daß es zur gebieterischen Rothwendigkeit wird, gegen Kundgebungen Verwahrung einzulegen, die zur vermeintlichen Verteidigung des Judenthums von den Wortführern der Reform ausgehen. Es ist nun einmal eine leider nur allzu wahre Thatsache, welche kürzlich in diesen Spalten zum Ausdruck gelangtes „Das ^Vorhandensein des Reformjudenthums ist an und für sich ein größeres Unglück für unsere heilige jüdische Sache, als alles zusammengenommen, was Antisemiten Wahres und Erlogenes in ihren Winkelblättchen ihrem minimalen Leserkreis auftischcn mögen." Wie tief wir auch dieses beklagen, wir dürfen uns dieser Wahrheit nicht verschließen, wollen wir anders nicht theilnehmen an dem Verrath und dem Abfall. Wir dürfen uns auch nicht darüber täuschen, daß wir, die Gesetzestreuen, dieLOrthodoxen, vielfach gegen unsere ^abgefallenen, irrenden Brüder in der Minderzahl sind, ja oft eine so geringe Minorität bilden, daß Jene für uns nur ein mitleidiges Lächeln übrig haben und der Ohnmacht des winzigen Häufleins spotten, das dem Willen der überwiegenden Majorität zu opponiren sich unterfängt. Weit entfernt jedoch, daß uns die Erkenntniß dieser äußerlich schwachen Stellung Niederdrücken und den Muth des offenen Bekenntnisses der einzigen jüdischen Wahrheit in unserer Brust lähmen sollte, legt sie uns um so entschiedener die Pflicht auf, unentwegt das glorreiche Banner unseres Heiligthums emporzuhalten und gerade in unserer Jsolirung durch die hingebenste Treue und den unbedingtesten Gehorsam dem von der Majorität geübten o»n den weithin leuchtenden obti wn'p zu üben, »ja "pna zunächst im eigensten Kreise des Stammes, den Gott zum Verkünder Seiner Offenbarung, zum Priester Seiner Lehre erkoren, fordert Er die Heiligung Seines Namens, d. i. den absoluten Gehorsam gegen Sein Gebot. Ein jedes Paktiren mit der Lüge der Reform, ein jegliches feiges Zurückhalten der Wahrheit vermehrt aber den nvn W>»n, die Entweihung Seines Namens, d. i. die Auflehnung gegen Sein Gebot, die Lockerung des heiligen Bundes, dem wir, die Söhne Abrahams, angehören. Er, der hehre Patriarch, der erste Jude, stand einer noch überwältigenderen, andersdenkenden Mehrheit in der verschwindend kleinsten Minorität eines einzigen Individuums gegenüber, ward er doch cnatt nayn genannt, Abram der Jvri, womit nach der tiefen Auffassung des mim nichts Geringeres angedeutet werden sollte, als: myo fto Va in« -cyo Nim mx, *) „die ganze Welt befand sich auf der einen Seite und er, der Einzige auf der andern." Einer ganzen, heidnischen, gottentfremdeten, in Sinnlichkeit versunkenen Welt stand er, der einzige, gotterkennende, tugendhafte Mensch gegenüber und verkündete angesichts dieser ganzen irregegangenen Menschheit den Namen Gottes. Ist es uns denn nicht vorausverkündet worden, lange bevor Israel arm und ohnmächtig jenen großen, schweren Gang durch die Jahrtausende antreten sollte, der es überall auf weiter Erde in einer winzigen Minderzahl erscheinen läßt, auf daß es zur „Gottessaat" werde, die Samenkörner wahrhaftiger Gotteserkenntniß überall in den Schooß ') ao '2 rrswoa man 'o.

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