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Der Israelit · 1891-05-20 · Heft 39-40 (20.5.1891) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 39-40 (20.5.1891)
Date
1891-05-20
Page
– (sequence 7)
Language
German
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729 Richter ordnete an, daß einige Mauren an dem Juden die Exekution vornehmen sollten, und derselbe wurde auch unter dem Hohne und den Beleidigungen der wilden fanatischen Horde in grausamer Weise gelobtet. Den in der Stadt Fez ansässigen Juden wurden befohlen, das Maurenweib hinzurichten. Als die Juden sich weigerten, schlugen ihr die Mauren im Judenviertel den Kopf ab. Dann mußten die Juden auf den strengsten Befehl des Kaid hin den Körper der Maurin zerstückeln und verbrennen. FeerLstott. Wabbatai Bettn. H i st c» r i s ch e Erzählung (Fortsetzung.) Wieder ruhte Jachini's Blick wie lauernd auf dem Angesicht seines Freundes. „Er hat von sich selbst gesungen?" fragte er langsam, „ich glaubte, sein Lied habe vom Davidssohn gesprochen." Ein seltsames Lächeln umspielte die vollen Lippen Mordochai Zewi's, doch zuckte er die Achseln. „Mit vollkommner Bestimmtheit vermöchte ich Deine Frage nicht zu beantworten, denn, ich gestehe Dir offen, mein Sohn ist mir selbst oft nicht klar — ich kann ihn nur staunend bewundern, mutz staunend zu ihm emporschaucn. — Doch es wird Dir zweifellos bekannt sein, daß unsere Familie dem alten Königsgeschlechte entstammt, dem Hause Davids." Jachini hatte in Wirklichkeit von dieser als bekannt vorausgesetzten Thatsache nie eine Silbe vernommen, dennoch neigte er zustinunend das Haupt. „Gewiß, gewiß, — das weiß doch jedes Kind." Mordochai Zewi blickte ihn verwundert an. „Daß das so bekannt ist, habe ich nicht gewußt." „Weil Du zu bescheiden bist," entgegnete Jachtni nun seinerseits lächelnd, „weil Du bisher zu wenig Werth gelegt hast auf Deine Abstammung. — Doch, um wiederum auf Deinen Sohn zurückzukommen — Du hast nur den Einen?" „Nicht doch, ich habe drei Söhne. Aber die beiden andern sind gleich mir tüchtige, aber einfache Geschäftsleute, die, gleich mir, staunend und bewundernd zu ihrem hehren Bruder emporschauen." „Ich möchte ihn kennen lernen, Deinen Sohn Sabbatai." „Du wirst ihn kennen lernen, denn ich habe doch Dein Wort, daß Du während Deines Aufenthaltes in Smyrna mein Gast bist. — Trotzdem weiß ich nicht, ob Du ihn so kennen lernen wirst, wie Du es zu wünschen scheinst. — Denn er ist nicht immer zugänglich, mein Sohn Sabbatai — im Gcgentheil — sein ins Weite gerichtete Auge übersieht oft das Nächste und den Nächsten. — Er war und ist überhaupt nicht so, wie Andere sind; Gesellschaft seiner Altersgenossen hat er stets gemieden, er war und ist unablässig vertieft in seine erhabene Wissenschaft. — Selbst für weibliche Reize scheint der Sinn in ihm zu fehlen; seine schöne, sanfte Frau hat er vollständig vernachlässigt, so daß sie, tief gekränkt, in das Haus ihres Vaters zurückgekehrt ist und dieser die Scheidung beantragt hat. Sabbatai hat ihr gleichmüthig den Scheidebrief übergeben. Und als ich cs wagte, ihm wegen seines in dieser Beziehung auffallenden Vorgehens Vorstellungen zu machen, da hat er mir achselzuckend erwiedert, sie war mir nicht bestimmt, darum konnte ich nicht mit ihr leben. — Das war vor etwa zwei Jahren. Im vorigen Jahr, da hat eine heißblütige Spanierin ihm ihre Neigung geschenkt. Sie hatte ihn gesehen in der Mitte seiner Schüler — denn Du mußt wissen, so jung er auch ist, so zahlreich schaaren sich dennoch Jünger um ihn. Er aber überragt sie alle, mein Sabbatai, nicht nur in seinem hehren Geist und seinem tiefen Wissen, sondern auch in seiner wunderbaren Wohlgestalt und in der wunderbaren Schönheit seines Angesichtes. Daher war die Spanierin in heißer Liebe zu ihm entbrannt. Und eines Tages sandte ihr Vater, dessen einziges Kind sie ist, einen Heirathsvermittler zu mir und ließ sie mir für meinen Sohn antragen. Sie ist nicht schön, aber jung und voll Feuer, und die Mitgift, die ihr Vater ihr bestimmte, war außerordentlich groß. Sabbatai lieb sich überreden, die Hochzeit wurde mit großem Pomp gefeiert. — Doch die in Liebe glühende Spanierin hat nie das Ziel ihrer Sehnsucht erreicht — Sabbatai hat sich um sie so wenig gekümmert, als um seine erste Frau — und wie die erste, so ist auch die zweite zurückgckehrt in ihres Vaters Haus und hat den Scheidebrief empfangen. — Seitdem habe ich es mir verschworen, ihn je wieder zu einer ehelichen Verbindung zu überreden. — Und was er mir damals erwiedert hat, das, . Freund, kann ich selbst Dir nicht wiederholen, Du würdest es nicht fassen, denn auch mir ist es nicht klar. — Soviel habe ich jedoch eingesehen, er hat nicht Zeit zum Lieben. — Seine Wissenschaft, in die er seine Schüler einzuweihen bestrebt ist, erfüllt ihn vollständig, und außerdem sein Gesang — denn Du mußt wissen, viele Stunden singt er oft Loblieder, die er doch auch dichtet — nein, er hat Recht, er taugt wenigstens jetzt noch nicht zum Ehemann." Jachini hatte schweigend, doch mit sichtlichem

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