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Der Israelit · 1891-05-07 · Heft 36 (7.5.1891) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 36 (7.5.1891)
Date
1891-05-07
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXXL. Jahrgang. Jfs. 86, Israelit«»Irsch mun. Mschrist \u Fördmirs jiid. Gelstks M std. Kedm ts Zars. Gkvrisdr M Krhslk. Kentrak-Hrgan für das orthodoxe IudenLhum. Begründet von Dr. Lehmann in Mainz. Donnerstag, den 7. Wlai 5651 (1891). Leitender Artikel. Mainz, 4. Mai. Viermal täglich haben wir in den jüngsten Festtagen mit den Worten nana nx 'x 'n ux^m ■pyio den Segen der Festtage vom Himmel erfleht. „Lasse uns davon tragen, Gott, unser Gott, „den Segen Deiner Feste, zum Leben und zum „Frieden, zur Freude und zur Wonne, wie es „Dein Wohlwollen verheißen hat, uns zu segnen. „Heilige uns mit Deinen Mizwoth und gib uns „unseren Theil an Deiner Thora, sättige uns „von Deiner Güte und erfreue uns mit Deiner „Hilfe. Reinige unser Herz, Dir in Wahrheit „zu dienen und mache uns zum Eigenthum, Gott, „unser Gott, mit Freude und Wonne, Deine hei- „ligen Feste, Laß Israel sich Deiner freue, in- „dem es Deinen Namen heiligt. Du bist der „Segenspender, o Gott, indem Du Israel heiligst „und die Zetten." Wenn wir an den Festtagen, die uns Gott in Seiner Gnade gegeben, entbürdet von den Gedanken und Sorgen des werktügigen Lebens, uns mit Geist und Gemüth in die geschichtliche Bedeutung dieser Feste versenken, so haben wir auch den reichen Segen in unseren Kreis gezogen, mit dem der SUster unserer Festzeiten diese ausgestattet hat. Jft^dies bei allen Festen der Fall, wie viel mehr erst bei dem Fest der Feste, bei Peßach. Draußen tobt der Kampf zwischen den glücklichen Besitzenden und den unglücklichen Enterbten, Fürsten und Staatsmänner treten in ernster Berathung zusammen, um Mittel und Wege zu suchen, diese Kluft auszufüllen oder doch zu überbrücken, immer schärfer spitzen sich die Gegensätze zu, immer erfolgloser scheint alles menschliche Bemühen zu ihrer Aussöhnung, und im jüdischen Kreis findet sich seit Jahrtausenden verwirklicht, was überall als unerreichbares Ideal gilt. Wie ist doch Peßach, das Fest unserer Freiheit, auch das Fest unserer Gleichheit! Groß und Klein, Arm und Reich aßen sie 8 Tage lang dasselbe Brod, wie es die Väter im Lande Egypten aßen. Sie brauchten sich nur mit ganzer Seele in diese Geschichte ihrer Väter zu vertiefen, brauchten nur, treu der alten Weisung, sich anzusehen, als seien sie selber aus Mizrajim gezogen, der eine Gedanke genügte, um alle sozialen Unterschiede auszugleichen. Alle, welche dieser Gedanke zur gemeinschaftlichen Festfeier verbrüderte, ließen sich an der Festtafel nieder, die in jedem Palast und jeder Hütte nach einem und demselben Festprogramm gedeckt war. Das armselige und doch so vielsagende Brod, nain onan yww onS das sonst die Menschen verfeindet, scheint in das Gegentheil, in ein Symbol der Verbrüderung umgewandelt. Sie haben es nicht, wie sonst krampfhaft an sich gezogen, sondern hoch hinausgehoben. und alle Hungrigen zu Gast geladen und alle Dürftigen zu ihrem Feste gerufen. Dürftige? Es gab solche nicht mehr in den gehobenen Weihestunden, am Eingänge unseres Freiheitsfestes. Der Aermste in Israel brauchte sich nur die Geschichte des Auszugs seiner Väter in Egypten in voller Lebendigkeit zum Bewußtsein zu bringen und er war reich, so unermeßlich reich, daß er den Freudenkelch, den ihm sein Fest credenzte, so reichlich an die Lippen führen durfte, führen mußte, als der reichsten einer, i^sxty ppD er “aian "pn Dyn nx 'x aD'1 d.i!» ntyy -pt? aD’tp ny ^ax' x^> t»x")ff»aip uy fv onDnon ’jy i^bx Dyn nx 'x ao’i ,n,;apn '“fr i" ^arca iDyy iovr ix n^' ix lana^o na»' npnsn .niDD Der Arme, der den Gedanken denkt: Gott ließ meine Väter nur auf Umwegen, die durch Wüsten und Meeresbrandung führten, ihr gelobtes Land erreichen, dieser Arme ist reich. Die verlassenste Oede schreckt ihn nicht, die drohende Strömung ängstigt ihn nicht, es sind Umwege, auf welchen Gott die Seinen in ihr gelobtes Land führt, das auch - ihm so sicher winkt, daß er sich jetzt schon seines gewissen Besitzes in sorgloser Behaglichkeit

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