Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 32 (1891)
- Issue
- Heft 34-35 (4.5.1891)
- Date
- 1891-05-04
- Page
- – (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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663 Oest err. - Ungar. Monarchie. Wien. Auf Grund des von der Commission für die 20. Jahresausstellung im Künstlerhause gemachten Ternavorschlages hat seine Majestät der Kaiser dem akademischen Maler Adolf Hirschl in Wien für dessen Gemälde „Hochzeitszug" den Kaiser- Preis im Betrage von 400 Dukaten verliehen. Es ist nicht das erste Mal, daß unser Glaubensgenosse Herr Adolf Hirschl für seine hervorragenden Leistungen auf dem Gebiete der Malerei ausgezeichnet wird. Schon beim Verlassen der Wiener Akademie, an welcher derselbe seine Studien absolvirte, wurde Hirschl mit dem Rompreise und im Jahre 1889 mit dem Reichelpreise ausgezeichnet. Ueberdies haben seine Gemälde auf den Ausstellungen in Wien, Berlin, München und Paris Gerste Preise erhalten. Budapest, 5. Nissan. Wir erhalten folgende Zuschrift: Auf die vielen Anfragen, in welcher Eigenschaft die zwei von Budapest, in Deutschland, besonders in Bayern Spenden sammelnden Herren reisen — diene hiermit zur Nachricht, daß hier in Budapest keine sephardisch orthodoxe Gemeinde existirt, diese selbstverständlich eine Synagoge zu bauen nicht nöthig haben kann. Bezüglich Unterstützung des hier den hochtrabenden Namen führenden Schomre- Schabbos-Vereins sei erwähnt, daß derselbe sich des Protektorates der hiesigen Neologen erfreut, dessen Ehrenmitglieder zumeist '’Dmsa nnttf sind, daher dessen orth. Tendenz klar dargelegt erscheint. Simon Löffler, Sekrt. der auth. orth. isr. Gemeinde Budapest. Aus Ungarn, Ende April. Einen schönen Beweis liberaler Gesinnung haben die Bürger von Liptö-Szt.-Miklos dieser Tage geliefert, indem sie den dortigen Advokaten Emanuel Steiner bei der am 8. d. Mts. stattgefundenen Richterwahl einstimmig zum Stadtrichter wählten. — In Szökelhid hat am 9. dss. die feierliche Grundsteinlegung zum neuen Tempel der israelitischen Religionsgemeinde stattgesunden. Bei der Festlichkeit waren außer vielen -Bürgern verschiedener Konfessionen die Stadtvertretung, der Feuerwehrverein, die Kasino-Mitglieder und die Präsidenten der Gewerbekorporationen anwesend. Die Denkrede hielt das älteste Mitglied der Gemeinde Herr Josef Farkas. An der Grundsteinlegung betheiligten sich sämmtliche Würdenträger mit'Hammerschlägen. Am 11. Mai wird der Pesther isr. Frauenverein seine 25. Jahres-Generalveriammlung feierlich abhalten, bei welcher Gelegenheit die Pesther Kultusgemeinde an den Verein eine Glückwunsch- Adresse richten wird. Gelegentlich der nächstens stattfindenden Dezentralisation der königlichen Tafeln werden, dem „E—g" zufolge, auch zwei Glaubensgenossen zu Richtern an dieser zweiten Instanz ernannt werden; und zwar der hauptstädtische Advokat und Redacteur des „Magyar Jgazsagügy" Herr Dr. I. Tarnai und der berühmte Klauscnburger Advokat Dr. Ludwig Fischer. Unseres Wissens hat bisher noch kein Jude in Ungarn ein solch hohes richterliches Amt bekleidet. — Ein erfreulicher Beschluß der Stadtverordneten - Versammlung wird aus Raab berichtet, der vielen anderen Städten als Muster zur Nachahmung dienen könnte. Der große Markt hätte nämlich in diesem Jahre auf Jom Kippur fallen sollen, welcher Umstand den zahlreichen jüdischen Einwohnern daselbst, wie auch der ganzen Gegend außer großen materiellen Schaden noch viele Unannehmlichkeiten bereitet haben würde. Infolge dessen wandte sich der Vorstand der isr. Kultusgemeinde mit einem Gesuch an die Stadtvertretung um Verlegung des Marktes aus einen andern Tag. Die Stadtverordneten-Versammlung hat nun dieser Tage den einstimmigen Beschluß gefaßt, der Bitte des isr. Gemeindevorstandes Folge zu leisten und den großen Markt aus Rücksicht für die jüdische Religion auf einen andern Tag zu verlegen. Der Bürgermeister genannter Stadt hat zugleich erklärt, das; er künftighin bei Festsetzung der Markttage auch die Meinung des Kultnsvorstandes einholen werde. — In unserer Zeit, in welcher gewisse Kreise den Juden alle Fähigkeit zu Kunst und Wissenschaft abzusprechen nur zu sehr geneigt sind, dürfte es interessant sein zu erfahren, daß unter den jüdischen Künstlern, die auf den Preis des zu errichtenden Freiheitsdenkmales mit einem Entwurf konkurrirten, von der Curie zwei zur Belohnung empfohlen wurden. Da der große Preis keinem einzigen Werke zuerkannt wurde, wird derselbe getheilt und an drei Künstlern mit je 1200 fl. und an 3 andern mit je 600 fl. ausgefolgt werden. Unter den ersteren befindet sich Josef Rona, und unter den letzteren Julius Donath; beide unsere Glaubensgenossen. L. G-g. > Vermischtes. < Worms. Der Jahresbericht des israetit. Unterstützungs- Vereins (30. Vereinsjahr) ist erschienen. Die Gedenktafeln des unangreifbaren Kapitalstockes befinden sich wieder an der Spitze des Jahresberichtes und sind solche wieder um eine vermehrt worden, die davon Kunde giebt, daß der Kapitalstock durch 5 Gaben eine Bereicherung von 1800 Mark erfahren hat. In Hervorhebung dieser Thatsache constatirt der Bericht mit Recht, „daß das Streben hochherziger Menschenfreunde, durch Zuwendung von Gaben zu diesem Kapitalstock die Erinnerung an ernste und freudige Lebensereigniffe, sowie das Andenken an theure Angehörige dauernd wach