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Der Israelit · 1891-05-04 · Heft 34-35 (4.5.1891) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 34-35 (4.5.1891)
Date
1891-05-04
Page
– (sequence 13)
Language
German
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647 Moskau die Erfüllung aller ihrer Wünsche und Bestrebungen, namentlich daß Moskau von allen Juden gesäubert werde. Ter Einzug des Großfürsten in Moskau erfolgt am 12. Mai, also vor Eröffnung der Ausstellung. Von unterrichteter Seite wird mitgetheilt, den unmittelbaren Anlaß zur Verabschiedung des Fürsten Dolgoruky habe der Umstand gegeben, daß er bei dem letzten Aufenthalte des Großfürsten Ssergei in Moskau zu dem aus diesem Anlasse veranstalteten Balle auch den Bankier Poljakow eingeladen hatte und Arm in Arm mit diesem durch den Saal schritt, als er wahruahm, sein jüdischer Gast werde von den Aristokraten über die Schulter angesehen. — In Kiew haben, der „Daily News" zufolge, 800 jüdische Familien, 4000 Mitglieder zählend, Befehl erhalten, die Stadt sofort zu verlassen. Im Ganzen sollen mindestens 15,000 Juden aus Kiew ausgcwicsen werden, meist blutarme Menschen, welche auch an der österreichischen Grenze zurückgewiesen werden. Tie Polizei behandelte die armen Leute in der härtesten Weise, während Wucherer und andere Personen mit nicht genau angegebener Beschäftigung die Mittel fänden, um der Ausweisung zu entgehen. Obgleich Odessa innerhalb des Judenrayons liegt, herrscht doch auch dort Unruhe, und die Auswanderung ist in den letzten Wochen viel stärker geworden. Verschiedene jüdische Firmen in Süd-Rußland überlassen ihre Geschäfte Russen und wandern aus. Viele der Leiter solcher Hauser sind Russen, haben aber dadurch, daß sie außerhalb Rußlands wohnen, fremde Staatsbürgerschaft erworben und ihre Stellung in Rußland muß durch Erlaubnißscheine von den Ministern des Aeußcren, der Finanzen und des Innern garantirt werden. Diese Erlaubniß kann jederzeit zurückgezogen werden und die Inhaber dieser Geschäfte müssen dann binnen 0 Monaten liguidiren und das Land verlassen. -£» Vermischtes. Hamburg. Einen schweren Verlust erlitt die hiesige Gemeinde durch das Hinscheidcn zweier verdienstvoller Männer, der Herren I. M. Jacobson und E. I. Michael. Ersterer war viele Jahre der beliebte Vorsteher der Synagoge Kohlhöfen, und zeichnete sich ganz besonders durchseine Wohlthätigkeit gegen Arme aller Eonfessioncn aus, er wirkte auch sehr segensreich als Mitglied resp. Vorsteher vieler hiesiger Wohlthätigkeitsvercine. Letzterer, ein Sohn des um die jüdische Wissenschaft hochverdienten Joses Michael, d">, auf dessen und seines Bruders, des Steindruckers M. H. Michael Veranlassung Oberrabbiner Dr. Löb-Altona und Dr. A. Berliner-Berlin, kürzlich erst das große bibliographische Werk seines Vaters Herausgaben, verwaltete zum Segen der hiesigen Gemeinde von 1865—81 das Amt eines protokollirenden Secretärs des Repräsentanten- Eollegiums, war Cassirer der Jsr. Mädchenschule von 1798, Wortführer der Mazzoth-Eommission,Vorsitzender derjArmen- Eommission und der Wallichs'schen Klaus-Stiftung und Begründer der Synagogen-Gemeinde m:. Die königliche Statsanwaltschaft Leipzig soll dem Vorgänge der Görlitzer gefolgt und Herrn Theodor Fritsch wegen Verbreitung antisemitischer Flugblätter, bezw. wegen deren Inhalts unter Anklage gestellt haben. Dieselbe sei erhoben auf Grund des Unfugsparagraphen, und soll demnächst die Verhandlung stattfinden. Jetzt scheint's Ernst zu werden. Don neunzigsten Geburtstag feiert der Kopenhagencr Oberrabbiner Herr Tr. A. Wolfs am 24. Mai (16. Jjar) dieses Jahres. Sofia. Die bulgarische Regierung hat der Alliance Jsraölite eine hohe Ehre erwiesen, indem dieselbe Herrn Arm, Tircctor der Allianzschule von Sofia, zum Mitgliede der Rccrutirungscommissiün ernannte. Director Arm wurde speciell mit der Aufgabe betraut, das Maß des erforderlichen Unterrichtes für die Neuconscribirten zu bestimmen. »->- Heu klttgegangene Bücher. Philippson s Gesammelte Schriften. Liefer. 1/2. Verlagsbuchhandlung von!L. S chottlaender, Breslau. Das Stiftszelt ein Bild der Religion. Predigt, gehalten am Sabbat Wajakhel 27. Adar (7. März) von Dr. M. Horotvitz, Rabb. der isr. Gemeinde zu Frankurt a. M. I. Kau ff mann, Frankfurt a. M. 1891. Wochen - Kalender. Freitag, 8. Mai, 30. Nissan. n""n 'n er. L-abbat Anfang 7 Uhr — Min. (Mainzer Uhr.) Samstag, 9. Mai, I. Jjar. rvn '2 □? .'2 'E CTlp- Sabbat-Ausgang 8 Uhr 20 Min. (Mainzer Uhr.) Für den folgenden Theil ist die Redaction nicht verantwortlich. /Lin älterer, alleinstehender Mann flicht ein braves Mädchen, gesetzten Alters, gegen guten Lohn bis 1. Juni d. I. (2952 Offerten an Sigmund I,evi in W orblingen bei Radolfzell (Baden). Tuch-, Manrrfactnrbranche oder Confection Tüchtiger, junger Mail», 21 I., ans guter Familie mit Sprachkenntnissen, sucht sofort Stellung. Offerten unter Nr. 2924 befördert die Expedition dieses Blattes. /Line erfahrene, jüdische Wärterin zu einer Wöchnerin per Ende Jlili gesucht. Referenzen erbeten. Frco.-Ofserten unter Ehifsre B. 2925 an die Exped. d. Bl. /Line alleinstehende Wittwe sucht unter bescheidenen Ansprüchen beliebige Stellung bei älteren Leuten oder bei einem einzelneil Herrn. Adresse erbitte unter K. 1286 ail RndolOIos.se, B erlin 0. (2919 /Line junge Dame (Hannoverancrin), befähigt, Ztindern den ersten Uilterricht zu ertheilen n. einen Haushalt selbstständig zu führen, sucht passende Stellung, oder auch als Gesellschafterin. Offerten unter Nr. 2905 befördert die Expedition dss. Bl. HeivsHs-Mesuiß. Ein israelitischer Lehrer von hübschem Aeußereu sucht, da er große Neigung zum Kanfmannsfache hat, in ein Geschäft hineiuznheirathen. Gesl. Offerten unter Nr. 2953 an die Expedition dieses Blattes zu richten. /Lin Lehrling und ein Lehrmädchen wird zum sofortigen Eintritt für ein Manufactur- und Eonfections-Geschäft in einem Landstädtchen des Reg.-Bez. Eoblenz gesilcht. Sabbat geschlossen. Offerten unter 4. B. 2920 befördert die Expedition d. 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