Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 32 (1891)
- Issue
- Heft 32-33 (21.4.1891)
- Date
- 1891-04-21
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XXXH. Jahrgang. _ JH33&B8. IsraelitJeschurun. Ikttslhüfl \m prDtWHi 10D. Geistes mir D. Dem irr Asm. Sersriiirr »M Z-ile. Kentrak-Hrgan für das orfßoboze Zudenthum. Begründet von Dr. Lehmann in Mairrz. __Dienstag, den 21. April 5651 _ Wir geben heute eine Doppelnummer, da wegen des hl. Peßach festes die nächste Nummer (wiederum eine Doppelnummer) Montag, den 4. Mai, erscheint. Leitender Artikel. Kagadalj schel Ueßach. Fünfte Serie. Mainz, 19. April. VI. nw kt>‘ uVp rw 'n jiom wma« *x 'n bx ppitai .uan!? nw uboy nt« u*jy „Wir schrien zu Gott, dem Gott unserer Väter, und Gott hörte unsere Stimme, Er sah unsere Armuth, unser Elend und unseren Druck." v'v'2 'rvi N22 wnatt 'n 'n tot pyswi mayn p tonp* w onxo “jtoj non onn o»ain t .syiayn p 'n onynp bym ipyn „Wir schrien zu Gott, dem Gott unserer Väter; wie es gesagt ist: Es war, in jener langen Zeit, da starb der König von Egypten und es seufzten die Kinder Israel von dem Dienste, sie schrien und ihr Flehen stieg empor zu Gott von dem Dienste." Aus den Worten: Wir schrien zu Gott, dem Gott unserer Väter, werden wir über die merkwürdige Thatsache belehrt, daß, obwohl die Knechtschaft in Egypten, sowie die Erlösung aus derselben, von Gott längst verkündet und gewährleistet war, sich letztere dennoch nicht vollzog, bis der Nothschrei der Unterdrückten die göttliche Hilfe im Gebete erflehte. Wenn schon ein solches Ereigniß sich nicht ohne das Gebet der davon Betroffenen vollzog, so legt uns dieser Umstand die Erwägung nahe, welche Bedeutung für unsere kleinen und großen täglichen Anliegen das Gebet zu Gott haben muß. Der Erklärung bedürftig in dem Satze 'n bx pyyji U’nax 'n dürften die zwei letzten Worte und die Veranlassung sein, warum hier gerade betont wird, daß es der Gott der Väter war, an den sich ihr! Aufschrei zum Himmel wandte. In der zur Erläuterung angeführten Stelle wird wohl der Seuf- 1 zer und der Aufschrei zu Gott, aber nicht erwähnt daß es der Gott der Väter gerade war, an den sich ihr Gebet wandte. Ab.-r davon abgesehen, so erscheint der Vers □'ann D’0’3 »n'i, welcher zur Erklärung hier herangezogen wird, viel schwieriger als derjenige, welcher durch ihn erklärt werden soll. Als nach langer Zeit der König von Mizrajim starb, da seufzten und flehten die Geknechteten zu Gott von ihrer Arbeit empor? Und bis dahin hätten sie nicht zu Gott gefleht? Nach dem Wortlaut dieses Satzes scheint es ja, als ob der Tod ihres Zwingherrn die Veranlassung ihrer Klage gewesen wäre, während sie gerade von dem Tode ihres Tyrannen die Möglichkeit einer Milderung ihres thränenreichen Schicksals hätten erhoffen dürfen. — Unsere Weisen erklären daher den Vers nicht in der gewöhnlichen Weise. Mit onsD "jte no« sei nicht der Tod des Königs berichtet, sondern, wie dies an anderen Stellen vorkommt, handle es sich um eine Umschreibung der Thatsache, daß der König vom Aussatz befallen worden und daher als regierender König zu sungiren aufgehört habe, für seine Umgebung also todt gewesen sei. Zur Heilung von dieser Krankheit habe sich der König täglich in dem Blute israelitischer Kinder gebadet, welche zu diesem Zwecke hingeschlachtet wurden. Dieser brutale Kindermord habe den Vätern erst den Aufschrei zu Gott erpreßt, sie seufzten und klagten wegen dieses D i e n ft e s, den sie dem Räuber nicht nur ihrer Freiheit, sondern auch ihres Familienglückes zu leisten hatten, und dieses ihr Flehen stieg zu Gott empor. Denn wohl hatte Gott den Vätern vorher vtehundertjährigen Druck und Knechtschaft, aber kein solches unerhörtes Hinmorden schuldloser Kinderleben verheißen. Gegen den politischen Druck, gegen die Ausnahmsstellung und die ganze gewaltsame Knechtung mochten die Unglücklichen vielleicht kaum gewagt