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Der Israelit · 1891-04-13 · Heft 30 (13.4.1891) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 30 (13.4.1891)
Date
1891-04-13
Page
– (sequence 1)
Language
German
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mn. Jahrgang. Jfo. AO. Israelit «Nd Jeschumn. Zkttslhüft M Fürderms jSS. Gelltes tut* D. febtBs in Aus. «emtto&t nd Zrhslk. GenLrak-Hrgan für das orthodoxe Iudentßum. Begründet von Dr. Lehmauu in Montag, den IS April ZSSL (18S1) Leitender Artikel. Kagaday schel Ueßach. Fünfte Serie. Mainz, 9. April. IV. Nach den bisherigen Voraussetzungen werden wir nun auch den Sinn unserer Hagada verstehen, wenn sie fortfährt: nt? vby lD'tn noa uuv'i nx njnob nuaDö ny p’i lam^aDa inuy wob ü’dd .DDOV“l HN1 OUTE) S ie machten uns arm: denn so ist es gesagt: „Sie setzten Steuervögte über es, die es durch ihre Lasten arm machen sollten, und es mußte Vorrathsstädte bauen dem Pharao, Pisom und Raums." Nachdem vom König einmal die Parole ausgegeben war, udö Disyi a"s ya ay run, daß der Reichthum und die Größe des israelitischen Volkes den Egyptern entzogen sei, richtete sich bei der nun zu organisirenden Ausnahmestellung der Israeliten das erste Augenmerk daraus, das „jüdische Kapital" wieder in egyptische Hände und die jüdischen Kapitalisten an den Bettelstab zu bringen. Man führte daher eine „Judensteuer" ein, legte zudem diese Steuer in die Hände gewissenloser Steuerpächter, ^newao vjnu^, wie der Targum D’DD wiedergibt — in der ausgesprochenen Absicht, das Volk durch diese ihm auferlegten Steuerlasten arm zu machen. Dies war die Repressalie für die den Israeliten verleumderischer Weise insinuirte Aussaugung der Egypter. Für die Verdächtigung, als conspirirten die Israeliten mit den Feinden Pharaos gegen seine Dynastie, mußten sie selber die Steine zum pharaouischen Ruhmesbau tragen, indem sie ihm die Städte zur Bergung seiner Schätze errichteten. Die Entrichtung einer Steuer, welche Fremde für ihren Aufenthalt in einem Lande zahlten, war im Alterthum zwar nichts Ungewöhnliches und hatte für die davon betroffenen Fremden nichts Verletzendes. Aber in Egypten legte man sie einem Volke auf, das sich schon Jahrhunderte lang als eingesessen und vollkommen eingebürgert ansehen durfte. Der Staat erhob ferner die Steuer nicht selbst, sondern lieferte die Steuerpflichtigen der Willkür der Steuerpächter aus, die Gut und Blut der ihnen Unterstellten so erbarmungslos aussaugtcn, daß die Besteuerung selbst vor der Grausamkeit der Executoren ganz in den Hintergrund trat und nur von diesen gesprochen wird, ohne die Steuer auch nur zu erwähnen. Es scheint zudem, als ob die Steuer in der Form eingeführt wurde, daß sie als ein Aequivalent für die persönliche Theilnahme an den auszuführenden Slaatsbauten gelten sollte. Solche, durch Zwangsarbeit von Hunderttausenden aufgesührten Königsbauteu, waren in Egypten nichts Ungewöhnliches. König Cheops hat so zwanzig Jahre lang, alle drei Monate 100,000 Menschen zur Frohnarbeit ausgehoben und auf diese Weise die größte Pyramide Egyptens gebaut. Da mau nun nicht nur die jüdische Arbeitskraft, sondern in erster Reihe das jüdische Capital wollte, so wurde eine Steuer creirt, mit welcher die Frohnarbeiten abgelöst werden konnten. Daraus erklärt es sich, daß es auch im tiefsten Druck noch Freie gab, welche nicht zur Frohnarbeit herangezogen wurden. Die Reichen zahlten, die Armen arbeiteten. Wenn das enge Zusammenhalten der Kinder Israels, wenn diese von einem einheitlichen Geiste getragene Volksgenossenschaft den Egyptern ein Dorn im Auge war, so war die Scheidung zwischen dem Lebeusschicksal der Armen und Reichen ein mächtiges Mittel in der Hand ihrer Zwingherren, um eine feindselig erbitterte Stimmung der Armen gegen die Reichen und eine hochmüthige Ueberhebung dieser über jene großzuziehen. Besser konnte eine gemeinsame Erhebung der Israeliten gar nicht vereitelt werden, als indem man die Keime der Zwietracht mit so vollen Händen in ihre Reihen streute, und so das ganze Volk in Arme und Reiche, in Freie und Sclaven klüftete. Um das Maaß

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