Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 32 (1891)
- Issue
- Heft 25 (26.3.1891)
- Date
- 1891-03-26
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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«Xn, Jahrgang. .HZ Ä5. IsraelitZeschurun. ZMsltzüft M Mrdermjstst. Geistes isst jstst. Kedess l» Ws. Srmlrstr »«st Z-»lr. GenLrat-Hrgan für das orthodoxe Iudenthum. Begründet von Dr. Lehmann in Mai»»-. Donnerstag, den 26. März S651 (1891). WWMSU^» Da mit dem 1. April 1891 ein neues Quartal beginnt, so erlauben wir unS, die geehrten Abonnenten darauf aufmerksam zu machen, daß namentlich bei der Post das Abonnement frühzeitig erneuert werden muß, damit die Versendung keine Unterbrechung erleidet. DE" Die nächste Nummer (Doppelnummer) erscheint Mittwoch, den 1. April. Leitender Artikel. Kagaday schek Heßach. Fünfte Serie. *) I. Mainz, 25. März, .nipp mny wfy im uujn onsasn ums „Dfe Egypter machten uns schlecht und Mächten uns arm und legten uns harte Arbeit auf." Als Israel noch im heiligen Lande als selbstständiges Volk lebte, brachte es alljährlich die Erstlingsfrüchte, welche der ihm von Gott gewährte Boden gezeitigt hatte, in das Tempelheiligthum. Mit dem Korb voll Früchte in der Hand, warf der glückliche Besitzer einen Blick zurück auf die Vergangenheit, und kleidete die Erinnerung an diejenige Zeit in Worte, in welcher der Ahn des Volkes noch ein heimathloser Aramäer war, nach Egypten als Fremdling hinabzog und dort mit geringer Zahl weilte, dann aber zu einem großen, mächtigen und zahlreichen Volke heranwuchs. In diesem Bekenntnis folgen nun die Worte, mit welchen wir die Erklärung der Hagadah schel Peßach nunmehr fortsetzen: „Die Egypter machten uns schlecht und machten uns arm und legten uns harte Arbeit auf." Unser Heiligthum ist zerstört und der Gottesaltar liegt in Schutt und Asche, aber jedes jüdische Haus bildet ein verjüngtes Heiligthum und jeder Tisch einen Gottesaltar. Diese Wahrheit ist jedem *) Siehe die vierte Serie im 30. Jahrgang, Nr. 17 bis 31, die dritte Serie im 29. Jahrgang, Nr. 17 bis 26, die zweite Serie im 28. Jahrgang, Nr. 20 bis 29, die erste im 27. Jahrgang, Nr. 23 bis 20. wirklich jüdischen Hause unverkennbar ausgeprägt und gelangt überall innerhalb des jüdischen Familienlebens zum Ausdruck. Mehr aber als sonst im Jahre fällt die göttliche Weihe eines jeden jüdischen Hauswesens gerade am Peßach ins Auge. Wenn Wochen und Monate zuvor alle Räume von der höchsten Giebelfirst bis in die tiefste Kellerspalte durchsucht und von allem Chomez gereinigt wurden, wenn alle mit Eintritt des Peßach sich zum Sedertisch niedersetzen, alle das gleiche Brot in Händen halten, wie es einst die Väter im Lande Egypten aßen, wenn alle in gleicher Weise die Kelche erheben und bei Sklä» venbrot und Bitterkraut Gott für die Freiheit danken, die er in dieser Stunde einst den Vätern verliehen, dann ringt sich das Hochgefühl, zu dem erwählten Volke Gottes zählen zu dürfen, aus der dankerfüllten Brust mit den Worten des Dankes empor, den das Kidduschgebet in so ergreifender Weise ausspricht. — Dieses beglückende Hochgefühl der Freude und des Dankes wird noch gesteigert durch die Hagadah schel Peßach, durch die Erzählung von dem Loos der Ahnen in Egypten und ihrer wunderbaren Befreiung, welche die Enkel nach tausenden von Jahren noch jetzt feiern. So mögen die Gefühle der Freude und des Dankes den jüdischen Landmann erfüllt haben, wenn er mit den ersten Erzeugniffen seines Bodens im Gottesheiligthume der Zeit gedachte, als sein Ahn noch ein umherirrender, heimathloser Aramäer war, während die dem Enkel gereiften Früchte die endliche Verwirklichung der göttlichen Verheißung besiegelten, welche den Nachkommen der heimathlosen Väter eine Heimath, eigenen Grund und Boden zugesagt hatte. Deßhalb beginnt die Hagadah schel Peßach nach der Anordnung unserer Weisen mit nvu ’d-w ’3», eben mit diesem Gedächtniß unseres Looses,