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Der Israelit · 1891-03-23 · Heft 24 (23.3.1891) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 24 (23.3.1891)
Date
1891-03-23
Page
– (sequence 17)
Language
German
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XXXII. Jahrgang. wjpjyi ,Jj^.u» jyfifuu k Zweite Beilage ju M 24 des „Israelit L Ieschurua" S. Mshn in Prag. Wir glauben mit dem heutigen Bilde unseren geehrten Lesern eine Purimfreude zu bereiten; denn es stellt denselben eine Persönlichkeit vor Augen, die ihnen wohl bekannt durch die im „Israelit" veröffentlichten reizenden und vom echten jüdischen Geiste durchwehten Erzählungen. Herr S. K o h n , ein treuer Freund des Begründers dieser Blätter, Herrn Dr. Lehmann y», ist ein Meister in Charakterschilderungen und hat sich durch seine Geschichten nicht allein in jüdischen Kreisen, sondern auch in der ganzen gebildeten Welt einen berühmten Namen erworben; sein „Gabriel" ist fast in alle europäischen Sprachen übersetzt worden und ist ein Lieblingsbuch einer ausgebreiteten Leserwelt. Kohn's Genie ist um so mehr zu bewundern, M derselbe ursprünglich nicht ein Mann vom Fache war; er war früher Kaufmann. Herr Kohn, ein Talmudgelehrter, ist ein streng orthodoxer Jehudi. Seine Charakterfestigkeit hat ihm auch im engern Kreis seiner Gemeinde die vollste Anerkennung verschafft; seit Jahren schon ist er Mitglied der Repräsentanz der Prager isr. Cultusgemeinde. X. Zeitungsnachrichten und Correspondeuzen. Deutschland. Mainz, 21. März. Aus der Geheim-Kanzlei S. K. H. des Prinz-Regenten Louitpold von Bayern erhalten wir das allerhöchste Handschreiben vom 12. März 1891 mit dem allerhöchsten Danke des Prinz-Regenten. Wir entnehmen demselben: „Als Mir die Vorsehung die schwere Pflicht auferlegte, die Zügel der Regierung zu ergreifen, habe Ich in feierlicher Stunde als Meinen sehnlichsten Wunsch bezeichnet, daß es Mir vergönnt sein möge, für das Wohl des treuen und von Mir so treu geliebten Landes wirken zu können. Ich danke Gott heute vor Allem, wenn Ich in den seitdem verflossenen Jahren vielfach Gelegenheit fand, die allgemeine Wohlfahrt sorgend zu pflegen und manche Thräne des Unglücks zu trocknen. Unvergeßlich wird Mir das Andenken an die zahllosen Beweise der Anhänglichkeit und Ergebenheit sein, die Mir aus ganz Bayern und von den außerhalb Bayern's lebenden Staatsangehörigen anläßlich Meines 70. Geburtsfestes zu Theil wurden. Alle Stände und Klassen verbanden sich zu einer Jubelfeier, die in der Geschichte des Landes unübertroffen dasteht. Dauernd werden Stiftungen , welche größtentbeils zur Linderung von Noth und zur Abwendung wirthschaftlicher Gefahren errichtet sind, die Erinnerung an den heutigen Tag aufrecht erhalten. Die warm empfundenen u. schön ausgestatteten Adressen, die Mir von Nah und Fern überreicht wurden, die Gaben der Wissenschaft, der Kunst und des Kunstgewerbes, die Ich empfing, sollen in Meinem Hause allezeit als ein werthvoüer Schatz aufbewahrt bleiben. Aber nicht der äußere Prunk, nicht die Größe und Fülle der Veranstaltungen, sondern die Aufrichtigkeit und Innigkeit, die aus jedem Auge leuchtete, die jedem in Wort und That Mir dargebrachten Glückwünsche innewohnte, gab der Feier ihre charakteristische Weihe. So lange nach Gottes gnädigem Rathschluffe Mein Leben währt, ist Bayerns Wohl das Ziel all' Meines Handelns. Hiebei die Verfassung, das Palladium des inneren Friedens unverbrüchlich zu wahren, ist Mir heiligste Pflicht. Dem vielgeliebten Vaterlande gelten von Jugend auf und immer-

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