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Der Israelit · 1891-03-19 · Heft 23 (19.3.1891) · page 23

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Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 23 (19.3.1891)
Date
1891-03-19
Page
– (sequence 23)
Language
German
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453 Unterschied zwischen den Rechten des Ncligions- und Elementarlehrers gemacht wird. Von den bezüglichen Erlassen seien angeführt. 1) Höchste Ministeriell- Entschließung vom 1. März 1824, Nr. 3107, Ziff. 5. (Döll. 6, S. 160). „Die Anstellung der isr. Religionslehrer soll, „wie jene aller übrigen Lehrer ständig „sein, vorbehaltlich derjenigen Fälle, in denen „auch andere Schullehrer von der Kgl. Ne- „gicrung entlassen werden können." 2) Höchste Minifterial-Entschließung vom 28. Januar 1828, Nr. 6239, den Religionsunterricht der jüdischen Jugend betr. (Döll. 6, S. 163, Weber II. I. 396.) Ziffer VII der angeführten Entschließung lautet: „Religionslehrer für öffentliche Schulen sind „von den betreffenden Judengemeinden vorzuschlagen „und von den Kreisregierungen nach Befund zu „bestätigen oder zurückzuweisen. Die Bestätigten „dürfen ohne Bewilligung der Kreisregie- „rung nicht entlassen werden." Von anderen Entschließungen möge noch die Skewk uni» iTmtö. Aus dem Bezirke Bruchsal (Baden), 17. Nov. 1890. Was die einzelnen Lehrer unseres Bezirkes so lange ersehnten, ist durch den Bezirksrabbiner, Herrn Dr. Eschelbacher in Bruchsal endlich verwirklicht worden. Es war die am 26. v. M. in Bruchsal abgehaltene Lehrerconferenz der isr. Lehrer unseres Bezirks. Um uns nun des hohen Werthcs dieser Konferenz recht bewußt zu werden, wo' en wir einen Rückblick auf die Thätigkeit derselben werfen. Nachdem an dem genannten Tage Nachmittags 2 Uhr sämmtliche Lehrer des Rabb.-Bez. Bruchsal, sowie auch einige Freunde der Schule, sich im Betsal in Bruchsal eingefunden hatten, wurde die Konferenz von Herrn Dr. Eschelbacher eröffnet. Das waren Worte, die er zu uns sprach, Worte, die nur dem Munde eines wahren Lehrerfreundes entfließen, und Worte, die das hohe Ziel der Konferenz so klar machten, daß alle Anwesenden, was sie auch sonst von einander trennen mochte, in derselben ihren Vereinigungspunkt erblickten. Das erste Referat hatte Herr Hauptlehrer Marx-Bruchsal übernommen und derselbe sprach in wohldurchdachter Rede mit zündenden Worten über „die Discipliu des Religionsunterrichtes"; er Regelung der israelitischen Schulen aus dem Jahre 1860 in Unterfranken Erwähnung finden; siehe Kreisblatt 1860. .Kraft dieser hohen und höchsten Entschließungen sind die Zustände der israelitischen Schulen in Bayern im Vergleiche zu denen anderer deutschen Staaten am erfreulichsten. Ist es doch deutlich ausgesprochen, daß israelitische Religionslehrer, was Anstellung und Entlassung betrifft, den Volksschullehrern gleichzustellen sind. Da also, wo es sich um diese Dinge handelt, hat man die Gleichstellung der beiden Kategorien anerkannt und ausgesprochen; da aber, wo es sich um den Nervus reium handelt, wo das Geld in Betracht kommt, da hat aller Rechtsanspruch aufgehört. Die logischen Konsequenzen der angeführten höchsten Ministerial-Entschließungen führen uns von der ideellen zur materiellen Gleichstellung aller israelitischer Lehrer; dies zu erreichen, dürfte ein bald zu erstrebendes Ziel der israelitischen Lehrervereine sein. (Schluß folgt.) kam zu dem Resultat, daß dieselbe in concentrischer Weise so früh wie möglich beginnen müsse. (? Red.) Als zweiter Referent trat Herr Kahn- Untergrombach und als Correferent Herr Herz-Heidelsheim aus. Beide Herren sprachen in Uebereinstiminnng mit den Ansichten der übrigen Konferenzmitglieder über das Schiur-Lernen. Es wäre zu weitläufig, wollte ich hier die diesbezüglichen Erörterungen wiederholen, soviel steht fest, daß sich beide Herrn Kollegen ihrer Aufgabe auf's Beste entledigt haben.*) Zum Schluffe ergriff nochmals Herr Dr. Eschelbacher das Wort, um über die Aussprache, namentlich der Vokale der hebr. Sprache zu referiren. Dieser Vortrag war insofern höchst interessant, als Herr Dr. Eschelbacher an der Hand anderer Sprachen unfern sog. aschkenasischen Sprachgebrauch als für uns maßgebend begründete. Als Schriftführer fungirte Herr Flehinger- Brnchsal, dem an dieser Stelle für seine Bemühung der Dank der Konferenz überbracht werden soll. Wir haben nun gesehen, daß Herr Dr. Eschel- *) Das wäre ein Thema, dessen geschickte Behandlung seitens eines Kollegen sehr erwünscht und am Platze wäre. Die Spalten der „Bl. s. d. isr. Sch." stehen solchen Arbeiten jederzeit oiien. Red.)

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