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Der Israelit · 1891-03-16 · Heft 22 (16.3.1891) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 22 (16.3.1891)
Date
1891-03-16
Page
– (sequence 11)
Language
German
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421 Am allerletzten Tage des Festes nun, „als das Herz des Königs fröhlich war beim Weine", da gibt er den die Waschti verderbenden Befehl und führt damit ein Kabinetftückchen allererftenRanges ans. Tie näheren, nicht allzusehr verdeckten Umstände, wollen wir im nächsten Kapitel erörtern, wie wir dann auch den Charakter des Achaschwerosch bestimmen und die die Juden angehenden Handlungen ans diesem Charakter herauswachsen lassen weeden. (Fortsetzung folgt.) ZeitungsttachrichLerr nnv Gorrefpondeuzen. D e u t s ch l a n d. Mainz, 15. März. Gestern ist in Berlin nach kurzem Krankenlager der Staatsminister a. D. Dr. Ludwig Windthorft gestorben. Geboren den 17. Januar 1812, zählte er zweinndvierzig Jahre lang, die letzten vicrundzwanzig Jahre ohne Unterbrechung, zu den bedeutendsten Parlamentariern in der zweiten hannoverischen Kammer, im preußischen Abgeordnetenhause, im norddeutschen und deutschen Reichstage und hatte sich als solcher die höchste Achtung der deutschen Nation erworben; er hatte im Leben wohl viele Gegner, aber keine Feinde. Die deutschen Inden, für deren bürgerliche Gleichstellung er oft in die Schranke getreten, sind ihm besonders zu Danke verpflichtet und werden ihm daher ein ehrendes Andenken bewahren. Cs war Windthorft, der als hannöver'scher Minister zuerst jüdische Assessoren als Richter anstellte. Beuthen, 12. März. Cin aufregender skandalöser Zwischenfall trug sich am letzten '2 natp ü'bpw in der hiesigen Synagoge zu. Hier pflegen die Vorsteher monatlich als d’ud bei der Thorarolle sich abznlösen. Letzten Sabbat war das Vorstandsmitglied Dr. Ra hm er Synagogenvorsteher; unser verehrter Rabbiner Dr. Kopfstein, welcher fast immer als Dritter zur Thora gerufen wird, erhielt diesmal die nicht; möglich, daß dies ein Zufall war. Thatsache ist, daß der Herr Rabbiner mit Herrn Dr. Rahmer vorher in einer religiösen Frage eine Meinungsverschiedenheit hatte. Als nun Dr. Kopfstein in seiner Predigt von Aro n und den Priestern sprach, glaubte Dr. Aron Rahmer, daß der Geistliche ihn meinte, und schrie zur Kanzel hinauf: „Es ist genug! Ruhe! Ruhe! Es ist genug!" Herr Dr. Kopfstein sprach natürlich weiter, da riß Dr. Rahmer seinen Tal lis herunter und stürmte unter dem Ruf: „Nun ist es aber genug!" aus dem Gotteshaus. Eine beispiellose Erregung entstand. Dr. .Kopfstein versicherte an Eidesstatt von der Kanzel herab, daß er Niemanden gemeint, und die Predigt fand unter großem Tumult ihr jähes Ende. Die Entrüstung gegen den Störer des Gottesdienstes ist eine allgemeine; einmüthig steht die Gemeinde auf Seiten unseres Herrn Rabbiners. Der praktische Arzt Herr Dr. Rahmer hat bereits seine Entlassung als Vorsteher genommen; wir wünschen dringend mit Dr. Kopfstein, daß zur Verhütung von weiterem dpi Wn von dem beabsichtigten Strafantrage bei der Saatsanwaltschaft Abstand genommen werde. O e st e r r. - U n g a r. Monarchie. Graz, 10. März. Die Städtewahl ergab einen auffallenden Rückgang des Antisemitismus, namentlich in den Hochburgen desselben, in Mürz. Zuschlag und Kindberg. Der Antisemitenführer Fürst erlitt selbst in seinem Heimathsorte Kindberg gegen Hellsberg eine große Niederlage. Ebenso gelangte der Antisemit Wals als Gegencandidat des Dr. Kraus nur zu einer verschwindenden Minorität. Daß es in Graz dem Nationalen Hofmann gelang, mit Carneri in die Stichwahl zu kommen, wurde nur durch das schlaue Manöver herbeigeführt, daß Hofmann sich scheinbar von den Antisemiten lossagte. — Vermischtes. Ratibor, im März. Wenn heute sich in unserer jüdischen haute-volee noch Männer finden, die ihre Ehrenämter nicht um ihres Namens, sondern (leschem schomajim) um des „Himmels Namen" annehmen und verwalten, so muß das (leider!) lobend erwähnt werden, damit die anderen es erfahren und ein Gleiches thun. Herr Bankier Emanuel Schneider, der in wenigen Tagen unsere Stadt, unsere Gemeinde verläßt, um nach Breslau überzusiedeln, gehört zn jenen Männern. Er besaß das Vertrauen seiner jüdischen Mitbrüder in solchem Maße, daß er 23 Jahre Mitglied der Einschätznngsrommission gewesen, in welcher Eigenschaft er sich durch seltene Gerechtigkeitsliebe auszeich» nete. Mehr jedoch verdient hervorgehoben zu werden, daß der Scheidende 25 Jahre als Vorsitzender des Schulvorstandes thätig war. Der Schule galt sein unaufhörliches, lebendiges Interesse, und die Erfolge der jüngsten Zeit auf dem Gebiete des Religions-Unterrichtes sind vornehmlich sein Werk. Letzten Samstag legte Herr Schneider den Grund zu einer Bibliothek für jüdische Schüler durch eine angemessene Spende im Gotteshause. Schule wie Schnlcommission werden der verdienten Anerkennung Ansdruck geben. K. Wochen - Kalender. Freitag, 20. März, l0. Weadar. Sabbat-Anf. 5 Uhr 35 Min. Samstag, 2l. Mär;, l l. Weadar. TU' '2 N“lp*7. Sabbat-Ausgang 6 Uhr 55 Min. (Mainzer Uhr). Montag, 23. März, 13. Weadar. “inDN rvjyn. Dienstag, 24. März, 14. Weadar. O'->72. Briefkasten der Redaktion. X, in Prag Tie Gedanken waren gnl, aber nicht hübsch ausgeitthrt._ Briefkasten der Expedition. st!. L. in P. (H ist keine Aussicht ans dauernde Unter- Nüynng in der betreuenden Stadt,

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