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Der Israelit · 1891-03-05 · Heft 19 (5.3.1891) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 19 (5.3.1891)
Date
1891-03-05
Page
– (sequence 12)
Language
German
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362 des Entschlafenen. Herr Jordan erreichte das seltene Alter von 111 Jahren. Erst im 58. Jahre seines Lebens perheirathete er sich; der 35 jährigen glücklichen Ehe entsprossen 6 Kinder. Der Verblichene gehörte der strengeren Richtung im Zudenthum an; bis an sein Lebensende befolgte er die ceremoniellen Vorschriften mit peinlicher Gewissenhaftigkeit. Noch vor wenigen Wochen konnte man ihn am Fenster seiner Wohnung sehen, vor ihm ausgeschlagen die pergilbten Blätter seines alten Gebetbuches. In seinen Genüssen war er sehr mäßig, in seinen Lebensgewohnheiten einfach. Bei Vollendüng seines 100. Lebensjahres wurde ihm Seitens der Stadt und der Gemeinde eine Adresse überreicht. Eine große Freude bereitete es ihm, als ihm vor 2 Jahren Seitens des Kaisers eine ehrende Auszeichnung in Form einer goldenen Denkmünze mit dem Bildnisse Wilhelms I. zu Theil wurde. Auch legte der Kaiser, als er im verflossenen Jahre in der Nähe Bielefelds weilte, sein besonderes Interesse für Herrn Jordan an den Tag, indem er sich angelegentlichst nach feinem Befinden erkundigte. Bald darauf sandte die Familie Jordan das wohlgelungene Bildniß ihres greisen Vaters an den Kaiser, der es huldvoll anzunehmen geruhte. Aus den letzten Lebenstagen des Herrn Jordan ist noch hervorzuheben, daß er eine eigentliche Krankheit nicht gehabt hat; vor circa 14 Tagen trat plötzlich eine große Schwäche ein, von der er sich anscheinend wieder erholte, bis verflossenen Dienstag ein heftiger Rückschlag sich geltend machte, dem Mittwoch früh der Tod folgte. Möge dem Entschlafenen, dem seine Mitbürger ein ehrendes Andenken bewahren, die Erde leicht sein. Die ehemaligen Zöglinge des israelitischen Waisenhauses in Paderborn beabsichtigen am 29. und 30. März d. I. an ihrer ehemaligen Erziehungsstätte eine Zusammenkunft abzuhalten. Herr Dr. Deutsch in Brüx hat die auf ihn gefallene Wahl als Rabbiner der Gemeinde Göttingcn abgelehnt. Rabbiner M- G. Netter in Pan, ehemals Rabiner in Nizza, ist gestorben. Hamburg, 12. März. Auf Veranlassung des Herrn Oberrabbiners Hirsch und auf Wunsch der Gemeinde waren Herr A. I. Norden, Mitglied des Vorstandes des Synagogen-Verbandes und Herr M. Sander, Mitglied derlNLL Commission, kürzlich in Amsterdam, Rotterdam und anderen Städten, um den Bäckerei-Betrieb in Augenschein zu nehmen. Es wird hier nämlich beabsichtigt die Oillv in möglichst kürzester Zeit herzustellen. Graz. Der Direktor der steierischen Selbsthilfs-Genossenschaft August Fleischmann, einer der Führer der antisemitischen Partei in Graz, der sich bei jeder Gelegenheit als heftiger Gegner der „jüdischen Corruption" geberdete, hat eine Defraudation an dieser Genossenschafts-Kasse begangen. Als am 13.Fcb.die Sconsrirung der Haupikasse stattfinden sollte, war Fleischmann ,wahrscheinlich in Folge einer Vergiftung, in der Frühe Plötzlich gestorben. Nunmehr soll der Befehl des Kiewer Polizeimeisters, betreffs der Entlassung der jüdischen Handlungsgehilfen bis aufeinen in jedem Geschäft, auf unbestimmte Zeit vertagt sein. In London fand vor einigen Wochen eine Versammlung des „Ehowawe-Zion-Vereiiis" statt, in welcher Herr Rabbiner Dr. Adler mittheilte, daß Baron Edmund v. Rothschild ihm gegenüber die Hoffnung ausgesprochen, daß sich die Kolonien in Palästina bald werden selbstständig machen können. Briefkasten der Redaktion. L. H. B. Die betreffende Zeitung erscheint in Warschau. S. R. in Duisburg. Adar Rischon. Briefkasten der Expedition. «traust, Lehrer in Neid enstcin. Mk. 12.50 empfangen. A. Wolfs in Luxeinburg. Die Firma Hessel u. Spund wohnen in MonastercySta, Galizien. C. in L. Ihre Karte haben zur Erledigung an die Buchhandlnng von I. Kauffmann in Frankfurt a. M. gesandt. Für den folgenden Theil ist die Redaction nicht verantwortlich. Israelitische Heirath. Ein Kaufmann, in geordneten Verhältnissen lebend, seit 5 Jahren Wittwer, 46 Jahre alt und Vater von 4 Kindern, wovon die beiden ältesten, ein Sohn von 20 Jahren und ein Mädchen von 17 Jahren, bereits selbstständig sind und ein Knabe und Mädchen von 10 und 8 Jahren, wünscht sich wieder zu verheirathen. Einer kinderlosen Wittwe oder einem Fräulein nicht unter 30 Jahren, mit etwas Vermögen wäre Gelegenheit geboten, sich mit Suchendem glücklich zu verheirathen. Gest. Offerten (anonyme ausgeschlossen) mit Angabe der Familienverhältuisse und event. Beifügung der Photographie erbitte mir vertrauensvoll unter Z. 665 an Rudolf Mofse, München. Diskretion und Zurücksendung der Photographie auf Ehrenwort zugesichert. (1562 w* Köchln, iw welche selbstständig einer größeren Küche vorstehen kann, zum Eintritt sofort oder per 1. April gesucht von einem größeren Institut. Offerten unter J. 1558 befördert die Expedition dieses Blattes._ AAer adoptirt einen prächtigen Knaben, zwei Jahre alt? Offerten unter Nr. 1570 befördert die Expedition diese? Blattes. <^ie hiesige Religionölehrer und Cantorftelle mit einem Gehalt von M. 750, bei freier Wohnung mit Garten und freiem Holz, ist zu besetzen. Reflektirende belieben sich unter Einsendung ihrer Zeugnisse au den Unterzeichneten 311 wenden. Breidenbach, 1. März 1891. b. Bie-ienkopf (1505 Oer Vorstand: F. Sonneborn I. /£»i» gebildetes, tüchtiges Mädchen aus nicht unvermögender, achtbarer Familie wünscht die Bek. eines gut situirten, wenn auch älteren Herrn oder Wittwer; Beamter nicht ausgeschlossen. Vermittler verbeten. Osferten unter Nr. 1560 befördert die Expedition dieses Blattes. Aür zwei Knaben, welche die Schulen ü in Gießen besuchen wollen, ist gute Aufnahme geboten. Offerten unter A. A. T. 1498 an die Erpedition dieses Blattes erbeten. süchtiges, israel. Dienstmädchen, das selbstständig kochen kann und etwas Hausarbeit übernimmt, zum baldigsten Eintritt gesucht. Off. postl. Eobl enz. (1520 einem seinen, streng religiösen Hause in Frankfurt a. M. finden junge Damen zn mäßigem Preis gute Pension. Offerten unter Nr. 661 befördert die Expedition dieses Blattes. Neue, prachtvoll geschriebene HMD empfiehlt zu billigen Preisen A. I. Hofmann, hebr. Buchhandlung, Frankfurt a. M. (1572 Annahmestelle für Abonnements u. Inserate für den „Israelit n. Jeschurun." Heirathe« in israelitischen, feineren Kreisen werden höchst discret und reell herbeigeführt. Verbindungen in ganz Deutschland. Anfraq. mit Angabe der Verhältnisse unter 1a. O. 60 postlagernd Hamburg. (1521 Für ein Mädchen aus achtbarer Familie, Häusl, und geschäftl. tüchtig, mit vorläufigem Vermögen von 4000 M. baar, dem später noch das doppelte nachkömmt, sowie vollständige Einrichtung und schöner Aussteuer, wird ein passende Parthie gesucht. Bevorzugt werden alleinstehende Herren aus der Kölner Gegend, welche gute und solide Geschäftsleute sind. Discrerion Ehrensache. Nichtanonyme Offerten wolle man vertrauensvoll unter F. Z. 1487 an die Expedition dieses Blattes senden.

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