Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 32 (1891)
- Issue
- Heft 19 (5.3.1891)
- Date
- 1891-03-05
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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XXXII. Jahrgang. Erste Beilage zu M19 öes „Israelit & Ieschurun" Leitender Artikel. Wivoncn und tSIitflicii. (Zu Peraschath Schekalim.) Von Rabbiner Dr. B. Sri cbm an n. Grätz, 1. März. .Itt'v rfryv npL'2 21 im min’ 21 ien 'Q jtkqi idk nrniN^j Dnro nripi 2&w na"pnp inso no3 p>D2 nvn^ Tnytr din an? idn?-jt by apyo ppi pp bi by ttnnbTnyv im r\ov p nnpjn nnn .'vryw 's nin:ö — ma^n bw ^’n „Als Moscheh zu Gott in die Höhe gestiegen, da fand er den Heiligen, gepriesen sei Er,' beschäftigt mit dem Flechten von Kronen für die einzelnen Thorabuchstaben. Verwundert ries er aus: Herr der Welt! Wer konnte Dich zu dieser Beschäftigung veranlassen? Ein Mann Namens Akiba, erwiederte Gott, der in späterer Zeit leben und Unsterbliches wirken wird, dessen großer, allumfassender Geist in diese Buchstabenkronen sich vertiefen und aus ihnen eine Welt von geisteserleuchtender Weisheit schöpfen und zu Tage fördern wird." Die Kronen, die die Buchstaben unserer heiligen Thora zieren und schmücken und ihnen die duftenden Blüthen stetiger Verjüngung verleihen, das sind jene Striche und Punkte und Schristzeichen, die zu den scharfsinnigen Deutungen und Erklärungen, Erweiterungen und Schlußfolgerungen der Mischnalehrer führten, deren gefeiertster und scharfsinnigster Vertreter Rabbi Akiba war; das sind jene scheinbar überflüssigen Buchstaben und Schriftzeichen der heiligen Schrift, an die sich die mündlich überlieferte Lehre ns byiv nnn anschließt, und die auf diese Weise mit die Grundlage unseres Jndenthums bilden. Ohne diese Buchstabeukronen, ohne diese duftenden Sprachblüthen, die zur Entfaltung drängten, die den Geist des Judenthums stets rege und schaffensfreudig erhielten, wären die Worte und Buchstaben unserer heiligen Thora starre Formen geblieben, und wir hätten das traurige Loos des Karüerthums getheilt, in dessen traditionsfeindlichem Geiste der lebensfrische Baum der Thora vertrocknete und zum dürren Reise zusammenschrumpfte, das seine Träger nicht vor dem Untergange zu schützen vermochte. araatp nmna nitw ’n^zi nwwa »jded (nan t^"nty) ns byiv nnnai. Aber diese Ausgestaltung des Judenthums darf keine schrankenlose, keine willkürliche sein. Nur das, was Gott in die Buchstabenkronen hineinlegte; nur das, was da keimte und knospete und zur Entfaltung trieb, konnte sich zur herrlichen Blüthe am Baume des Judenthums entfalten, und nur die Mischnalehrer, die berufenen Träger der göttlichen Ueberlieferung, konnten und durften diese Ausgestaltung zu Tage fördern. Allein, wenn es uns auch nicht gestattet ist, neue Religionsgesetze und Normen aus den Buchstabenkronen der heiligen Thora zu folgern, Lebensweisheit aber und Sittlichkeitslehren sollen und wollen auch wir aus ihnen schöpfen. Solche Buchstabenkronen, die durch ihr rätselhaftes Wesen unfern Forschertrieb geradezu herausfordern, enthält namentlich die Parschah von o^pp in reichem Maße. Wir stehen vor einem Gottesgebote, das ganz darnach angethan ist, unfern Reformhelden die billige Phrase in den Mund zu legen: „Nicht nur die Menschen sind anders geworden, sondern auch die Religion hat gewechselt." Nein, meine Herren, die Religion Israels hat nicht gewechselt und wird nicht wechseln. „Und dies ist Mein Bund mit ihnen, spricht der Ewige. Mein Geist, der auf Dir ist, und Meine Worte, die ich in Deinen Mund gelegt, sie werden nicht weichen aus Deinem Munde und aus dem Munde Deines Samens, und aus dem Munde des Samens Deines Samens, spricht der Ewige, von nun an, bis in Ewigkeit." Aber das, was uns fremdartig anmuthet, ist der Geist Gottes, der über den Buchstabenkronen unserer Thora schwebt. Ihm mit Dernuth sich zu nähern, ziemt dem gläubigen, frommen Sohne Israels. Wolan denn, so wollen wir an das Dunkel herantreten, wo Gott ist tzn O'pönn dlp ntPN, an das Dunkel, das namentlich die nttns von D^pty umgibt. Das ^»pw-Gebot lautet: „Das sollen sie geben, Jeglicher, der durch die Musterung geht, einen halben Schekel" und ferner: „Der Reiche gebe nicht mehr und der Arme nicht weniger als einen halben Schekel, zu geben eine Hebe dem Ewigen zu sühnen eure Seelen." Weßhalb wird die Volksmusterung als eine Sünde hingestellt, die der Sühne bedarf? Und was mag das erst für eine Münze sein, die Sünden sühnt und den Seuchen Einhalt gebietet? I. Einst redete ein weiser Rabbi seinen Genossen also an: Man preiset Deinen Ruhm als einen großen Meister in der Deutung und Erklärung schwieriger Bibelstellen, so sage mir doch, was^bedeutet der Psalnlvers: Und Deine npna, Gott, reicht bis in die Höhe? Und die Antwort lautete: nun 121 ptie) cnr^yn p t*x npna D'sny D’^nnnnty