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Der Israelit · 1891-03-02 · Heft 18 (2.3.1891) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 18 (2.3.1891)
Date
1891-03-02
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXXH. Aahrgaug. M 18. Israelit Jeschurun. Zkiislhrlst M MrdNMS lSd. (Stiftes ul D. fcbtns in Ws. GeweMr ul Zchilr. Kenlrak-Hrgan für das orthodoxe Iudenthum. Begründet von Dr. Lehmann in Mainz. Montag, den S März S«S1 (1891). Leitender Artikel. WereK Schiray. Fortgesetzt von Liepman Philip Pr ins. (Der Lobgesang des Meeres.) Frankfurt a. M., 26. Februar. XVIII. -hn D’ nas'D D'an D’o m^*po dhbin d’O' .'n onoa „Das Meer spricht: Durch Tosen vieler Wasser wurden die Wogen des Meeres immer mächtiger. Einzig, mächtig ist Gott in der Höhe." Dreimal wird im Midrasch erwähnt, daß der obengenannte Text der Sang des Meeres ist, und zwar jedesmal bei anderen Gelegenheiten. Im Midrasch Rabba Bereschith berichten unsere Weisen: „Das Meer sprach unter allen Geschöpfen zuerst das Lob Gottes aus. Vom Tosen vieler Wasser," so heißt es, „wurden immer mächtiger die Wogen des Meeres. Einzig, mächtig ist Gott in der Höhe." Da sprach Gott: „Wie herrlich wird die Welt sein, wenn der erste Mensch erschaffen sein wird. Schon das Meer, welches keinen Mund hat, keine Redekrast besitzt, lobpreiset mich, sicher wird der mit Verstand und Redekraft begabte Mensch, mich lobpreisend erkennen." In einer anderen allegorischen Erzählung wird im Midrasch das Meer wehklagend gezeigt. „Warum sind wir," so sprechen die Meere, „veructheilt in der unteren Welt uns zu bewegen, lebten wir doch einst im innigsten Zusammhange mit den himmlischen Wassern; wir wollen wieder emporsteigen, um näher bei Gott zu weilen, der in dem Himmel thront; und die Wasser spalteten die Abgründe und singen an, sich hinauf zu bewegen. Da donnerte die gewaltige Stimme Gottes ihnen entgegen und gebot denselben, zurückzutreten." „Mir zur Ehre wollt ihr hinaufsteigen," sagte Gott zu ihnen, „dafür soll euch mehrfache Anerkennung zuertheilt werden. Die obersten Wasser werden erst dann ihr Loblied anstimmen, nachdem sie von euch dazu die Erlaubniß haben; denn es heißt also: Von den Stimmen der vielen Wasser sind die der Wogen des Meeres die mächtigsten, und was singen sie? „Gott ist mächtig im Himmel." Ferner werdet ihr auf den Altar gebracht werden als Salz und beim Wassertrankopfer (am Sukkothfeste). Zum drtttenmale erzählt der Midrasch Tehillim vom Meeresliede in der folgenden Geschichte: Der Kaiser Hadrian wollte die Tiefe des Oceans wissen, und er beschäftigte sich drei und ein halbes Jahr damit, Kabel (cs^an) in das Meer zu legen, und da hörte er eine Stimme rufen: „Hadrian ist gewiß todt." Er wollte auch wissen, was das Lobeslied des Meeres sei. Da ließ er eine Glasglocke anfertigen und darin wiederholt Leute ins Meer tauchen und wieder emporführen, und diese erzählten: Wir hörten, daß der Ocean zu Gott sprach: „Der Ewige im Himmel ist mächtig." Wir brauchen wohl nicht zu sagen, daß diese drei Midrasch-Stellen einer Erklärung bedürfen, und wir glauben die lösenden Worte im Talmud (Beza 15 d.) gefunden zu haben, dort heißt es: Rabbi Jochanan sagte im Namen des R. Elieser, Sohn Simeons: „Wer sein Besitzthum schätzen will, der pstanze einen tik in dasselbe; denn so heißt es: Der Ewige ist der onoa ihn." Der berühmte Rabbi Nathan, Verfasser der •py, erklärt dieses Talmudwort auf folgende Weise: Einen na in sein Besitzthum pflanzen, den Segen des himmlischen Vaters in seinem Besitzthum zu erlangen, heißt wohl, sich die göttliche Eigenschaft der Wohlthätigkeit aneignen. Denn so heißt es: Wahrheit wird aus der Erde sprossen (die Erde wird keine Fehlfrüchte wachsen lassen), wenn Wohlthätigkeit vom Himmel geschaut wird (wenn Gott sieht, daß der Mensch wohlthätig ist). .*)ptw D’Dffo pnsi nosri pw nax Wohlthätigkeit bezeichnet wohl das Mittel, wodurch das Gleichgewicht des gesellschaftlichen Le-

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