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Der Israelit · 1891-02-23 · Heft 16 (23.2.1891) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 16 (23.2.1891)
Date
1891-02-23
Page
– (sequence 12)
Language
German
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310 letzten Jahrzehnte doch, daß er es gesagt haben könnte; die Judenschaft hat sich nach dem Stichwort gerichtet, und darauf allein kommt es an." O e st e r r. Ungar. Monarch! e. Preftburg. Vorgestern Nachts tanzte die jüdische „Haute volee“ Preßbnrgs, im Saale des „Königs von Ungarn", zu Gunsten des isr. Frauenvereins; aß und trank aber auch zu Gunsten . . . des Hotelrestaurateurs . . . rrene! Die Herren vom Comite haben cs wahrscheinlich nicht für vereinbar mit ihrem „Fortschritte" gehalten wie vor Jahren, einen jüdischen Wirth mit der Beistellung des Büffets zu betrauen. 4 Vermischtes. 4 Hamburg. Zur Errichtung von Freiwohnungen stiftete bekanntlich der jetzt in Newyork domicilirte Kaufmann A. Levisohn 100,000 Mk. Die Verwalter dieser Stiftung, die Herren Wittmund, Salti und Julius Levisohn haben nun zum Zweck der Errichtung solcher Freihwohnungen ein am Schäferkamp gelegenes Erbe angekaust. Am 12. d. Mts. fand in Dessau der Hofbalt statt, zu welchem unter den andern Geistlichen des Platzes auch Herr Land-Rabbiner Tr. Weiße geladen war. Ter Herzog sowohl als auch die Herzogin begrüßten Herrn Tr. Weiße in freundlichster Weise und hießen ihn herzlich willkommen. Hauover, 5. Februar. Das in der Gerbcrstraße belogene Gebäude des israelitischen Seminars geht in den Besitz der Stadt über. Ter Ankauf ist erfolgt mit Rücksicht auf den Bau einer neuen Leinebrücke und die damit verbundene Straßcnbeänderung. Das Seminar wird nach der Ohnftraße verlegt, woselbst der israelitische Handfertigkeits- Verein ein Grundstück besitzt. Gnesen, 6. Febr. Wie wir erfahren, wird der hisiege israelitische Brüderverein, welcher es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Mitglieder des Vereines bei vorkommendcr Krankheit zu unterstützen, beim Ableben eines Mitgliedes für eine würdige Bestattung Sorge zu tragen und hilfsbedürftigen Mitgliedern Gelder ohne Zinsen zu gewähren, am 12. Februar d. I. sein 100jähriges Stiftungsfest im Saale Hotel de l'Europa begehen. Das Festessen, dessen Herstellung dem Traiteur Heimann Loewenthal übertragen ist, wird durch Gesang, Konzert, Festreden und Fcstpredigt des Herrn Rabbiner Tr. Jacobsohn verschönt werden. Herrn Rabbiner Lengsfelder, seit 34 Jahren das geistliche Oberhaupt der jüd. Gemeinde in Reichenau, wurde vom Kaiser von Oesterreich mit dem Goldenen Verdienstorden decorirt. Herr Lengsfelder fungirt schon 54 Jahre als Rabbiner. In Thorn haben sich kürzlich liedersrohe Leute zu einem Gesangverein zusammengethan und nannten ihn „Harmonie". Mit welchen Mitteln dieser Verein die „Harmonie" zu Pflegen beabsichtigt, ergiebt sich aus einer Bestimmung seiner Statuten, welche nach Angabe Thorner Blätter lautet: „Ausgeschlossen von der Mitgliedschaft sind — Juden und Kaufleute, die ein offenes Geschäft haben." Leiter dieses Mustervereins, der ein halbes Jahrtausend der Weltgeschichte verschlafen zu haben scheint, sind ein Amtsrichter, ein Gymnasiallehrer und auch ein Offizier. Prag. Herr Tr. I. Hirsch, Sohn des Hamburger Oberrabbiners, Herrn Hirsch, hielt hier im Afike-Jehude-Verein einen auf alle Zuhörer angenehm wirkenden Vortrag. Das Thema — „das alerandrinische Judenthum" — war nach Form und Inhalt gut ausgeführt. Ter Vortrag war trotz seines durchaus wissenschaftlichen Inhaltes populär gehalten und erntete so den ungetheilten Beifall der zahlreichversammelten Zuhörer. Budapest. Ter Minister des Innern genemigte den Beschluß des hauptstädtischen Municipal-Ausschusses, wonach die Subvention der Pesther israelitischen Cultusgemeinde von fl. 8000 auf fl. 12.000 jährlich erhöht wurde. London. Die Zurückweisung der an den Zaren gerichteten Petition in Sachen der Juden-Verfolgung in Rußland ist, wie in London verlautet, aus persönlichen Befehl des Kaisers erfolgt. St. Petersburg. Die „Nusski Weo." erfahren, daß das Kriegsministerium au den Reichsrath eine Vorlage gerichtet hat, betreffs Ausdehnung des Gesetzes vom 22. Mai 1880 über das Verbot für Juden, im Tonischen Kosaken- Gcbiete sich niederzulassen und Immobilien zu erwerben, auch auf das Kuban- und das Terek-Gebiet. Wafhingt'-u, 5. Febr. Der Repräsentantenhaus- Ausschuß für auswärtige Angelegenheiten empfiehlt dem Hause die Fassung folgender Resolution: Das Haus hat mit tiefer Betrübniß die Berichte über die Leiden der Juden in Rußland gelesen, und diese Betrübnitz wird erhöht durch die Thalsache, daß diese Vorgänge sich tu einem Laude ereignen, welches lange ein Freund der Ver. Staaten gewesen ist, die Leibeigenschaft aufgehoben und die Christen im Orient gegen Glaubensverfolgung geschützt hat. Das Hans hofft ernstlich, der humane und aufgeklärte Geist, den der Zar damals so auffällig bekundet hat, werde sich jetzt wieder offenbaren, um die gegen den jüdischen Glauben gerichteten Maßnahmen zu hemmen und zu mildern. Wochen - Kalender. Freitag, 27. Februar, 19. Adar. Sabbat-Anfang 5 Uhr 05 Min. (Mainzer Uhr.) Samstag, 25. Februar, 20. Adar. N Vf n ’3. Sabbai-Ausgang 6 Uhr 20 Min. (Mainzer Uhr). Briefkasten der Nedaetivn. A. B. in Prefiburg. Rein. Für den folgenden Theil ist die Redaction nicht verantwortlich. Mor mir liegt ein kleines Heftchen: „Gesäuge beim Aus- und Einheben der 5fjora", Druck von H. Meyer in Schafshailsen. im Selbstverläge des Herausgebers, I. Eisenmann, Lehrerin Gailingen. Dieser, ein tüchtiger Cantor itnd Musiker, hat sich schon öfters in der Composition lyturgischer Gesänge versucht, die von Begabung und Verständnis; zeugen und ermunternden Beifall fanden. Das Wort unserer hl. Thora: •N'S’n EHH \3£Q findet wohl auf dem Gebiete der Lylurgie keine Anwendung, denn die erhebenden Gesäuge unserer alten und bewährten Meister werden wohl nie vergessen werden; dennoch ist es freudig zu begrüßen, wenn auch jüngere und neue Kräfte sich heranwagen und ihre Blmhen zu einem buftenbeu Kranze jüd. Synagogengesänge bieten, an welchen Werken bis jetzt noch kein Ueberfluß ist. Ich kann das vorliegende Merkchen jedem Vorbeter bestens empfehlen, es zeichnet sich durch gefällige rhytmische Melodie aus, die dcm Texte nach Sinn und Inhalt genau a»gepaßt, leicht einzuüben ist und Gefühl und Empfindungen ausdrücken und wieder erwecken. Der Preis desselben ist nicht hoch, wird sich jedoch hoffentlich noch mehr ermäßigen. Zu wünschen wäre, daß die Bezeichnung des Cholem und Zere mit ou und ei durch einfache Laute mit Trema über denselben angedeutet würden, da ein Singen der Dbphtongen immer und in jeder Sprache schwierig bleibt. ff.

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