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Der Israelit · 1891-02-19 · Heft 15 (19.2.1891) · page 24

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Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 15 (19.2.1891)
Date
1891-02-19
Page
– (sequence 24)
Language
German
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298 „Bleibe bei uns! sei unser Freund, versuche unser Bruder zu werden!" „Nein, mein Robert! nein! Lebe wohl! genieße das Glück, das Dir beschieden und gedenke manchmal meiner; ich will allein versuchen, Dir nachzueifern, ein Jehudi zu werden, wie Du." „Nie werd' ich Dein vergessen!" rief Robert aus. „Doch noch eines: sage mir, wer es ist, der Dich über's Meer treibt, dem Dein Herz gehört, dem Du aber nicht angehören darfst?" „Ich werde Dir es schreiben. Leb' nun wohl!" Noch eine Umarmung und ein Kuß und Perl stürmte zur Thüre hinaus. Robert folgte ihm bald. Er ging zur Synagoge, da während der Zeit die Nacht hereingebrochen war. Kurze Zeit nach ihm kam Rose aus dem Hause. Sie hatte verweinte Augen und beeilte sich, in ihre Wohnung zu kommen. Am andern Morgen reiste Perl ab. Robert hatte ihn nocheinmal sprechen wollen, war jedoch zu spät gekommen, da Perl einen früheren Zug benutzt hatte, als es ursprünglich in seiner Absicht lag. Robert trauerte um seinen Freund und war erstaunt, daß auch Rose Antheil an seiner Trauer nahm und Perl milder beurtheilte, als je zuvor. Drei Tage später schrieb Perl von Southampton aus an seinen Freund. Dieser Brief erst brachte ihm Klarheit und zeigte den edlen Character des Freundes. Er schrieb: Lieber Freund! Wenn diese Zeilen Dich erreichen, schwimme ich längst auf dem großen Meere meiner Heimath entgegen. Du konntest mich und meinen Entschluß nicht begreifen, und doch ringe ich seit drei Jahren mit diesem Entschlüsse, ohne ihn ausführen zu können. Jeder Tag brachte mir neue Qualen und ich suchte diese Qualen auf, anstatt sie zu meiden. Ich verleugnete in diesem Kampfe mich selbst, wurde unaufmerksam, unartig, beleidigend der gegenüber, die ich über alles lieble, der mein ganzes Herz gehörte und die ich nie die Meine hätte nennen können, weil — nun weil sie das Weib eines Anderen, weil sie Dein Weib war. Begreifst Du nun die ganze Wucht des Schmerzes, die Qualen, die ich bei Eurem Glücke erduldete? Es war übermenschlich und jetzt, da ich mich selbst besiegt, darf ich es Dir sagen, wie ich Rose geliebt habe. Ich bitte Dich, störe ihre Ruhe und ihren Seelenfrieden nicht und laß' das, was ich Dir mittheile, in Deiner Brust begraben sein. Bleibe mein Freund auch in der Ferne und wenn Du die Größe meines Schmerzes und des Opfers, das ich gebracht, ermessen kannst, so erfülle mir eine Bitte: „Schicke mir Rose's Bild." Sie soll der Genius sein, der mich dem Leben erhält, mir das wiedergibt, was ich längst verloren, der mich zurückführt zur Religion meiner Väter, mich kräftigt und stärkt in dem von mir gefaßten Entschlüsse, ein frommer Jehudi zu werden. Und habe ich ihn wiedergefunden den Glauben meiner Kindheit, so will ich mich freuen über meinen Schmerz und mich trösten durch die Worte jenes Weisen: r, DJ. Dein Freund Perl. Als Robert diesen Brief gelesen hatte, fiel eine Thräne in seinen Bart. Rose merkte es und fragte, was ihn so errege. Robert sah sie durchdringend an, und als sie die Augen in treuer Liebe zu ihm erhob, sprach er: „Es ist ein Brief von Perl; er ist unglücklich und hat mir heute etwas bekannt." «Und was ist es, das er Dir, mein Guter, mitzutheileu hat?" fragte Rose sanft. „Forsche nicht weiter", entgegnete Robert zärtlich; „mich bindet mein Wort. Dieser Brief enthält ein — Bekenntniß." (n-rn) T nyLtz mw P'ibpn 2W htt?y6n;ri dk trN‘13 pl '18 rpin btt ’flpöKj -ra nmy sntt'pi nbpn ix bibi Lehrer Sulzbacher, Rohrbach (Oberhessen). Auflösung deS Räthsrls in der Belletr. Beilage zu Nr. 9. Stein. p Sohn — Vater — Priester in Egypten. Richtige Lösungen sandten ein: Jonas Sternberger in Nassau a. d. L. Schewach Knöbil in Tysmienica (Gal.). Lehrer L. Marx in Hayingen (Lothr). Stud. Moriz Rosenfelder in Wien. I. Halberstadt in Frankfurt a. M. Jachum Menczer in Mikulinze (Gal.). Aaron Hirschberg in Frankfurt a. M. Rabb.-Cand. Heinr. Tauber in Szerdona. H. Plonski, H. Eolin, S. Seide u. S. Prochowink in Zirke. Einer. Lehrer u. Vors. Schlesinger in Mergentheim. Lehrer L. Blum in Lixheim. S. Katz in Birmingham. S. M. Bachrach in Elmshorn. Ernst Hatten in Kuttenberg. Jacob Spitzer in D,-Szerdahely. I. Schweb in Nagv-Jgmand. Rabb. M. Reiser in Neuern. Lehrer Nathan Niedermann in Neckarbischofsheim. I. Rosenthal in Wronke. Lehrer Rosenstein in Zwingenberg a. d. B. Gottlieb Leitner in Schwabach. Leo Levin in Bruchsal. F. Lehmann in Stettin. H. Brinitzer in Striegau. A. Davidsohn in Rastenburg, O.-Pr. D. Dreyfuß in Uffheim. Talm.-Lehrer Esraim Kain in Neutra (Ungarn). Simon Fleischmann in Baden <Oesterr.) Minna Fabian in Lessen, W.-Pr. Verantwortliche Redaction: OScar Lehmann in Mainz. — Expedition des „JSraelit" u. „Jeschurun", Schottstr. Nr. 2, Mainz. Druck und Verlag der I o h. Wirt h'schen Hofbuchdruckerei-Actien-Gesellschast in Mainz.

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