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Der Israelit · 1891-02-19 · Heft 15 (19.2.1891) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 15 (19.2.1891)
Date
1891-02-19
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXXII. Jahrgang. .M IS. Kentral-Hrgan für das orthodoxe Iudentßum. Begründet von Dr. Lchmarrn in MWrist iu Jüröttunj fl. ©elftes r! fl D 9 k u c v ft a g, beit 10. ydteuber Artikel. Dio mer A^ntev. (vEibtuij.» 18. Frbrnar. Wir haben in dem vorigen Kapitel darzntegen versucht, wie alle Kategorien der Hüter den höchsten heiligsten Gütern gegenüber vertreten sind, die der Vater der Menschheit uns airvertraut hat- Alle sind wir durch Gottes Willen auf den von ihn; angewiesenen Hilterposten gestellt, Wache 31t halten über sein Gesetz, es im Kampfe des Lebend treu zu bewahren und zu bewähren, bis uns der Herr der Heerschaaren von unserem Posten abrnft Diese Hut, die gewissenhafte Beobachtung aller von Gott gebotenen Pflichten ist die eigentliche, ist die einzige Aufgabe unseres ganzen Daseins, ist unser thatsächlicher Lebenslauf. Alles, was Menschen sonst ihren Beruf nennen, ist dieser hohen Lebensaufgabe gegenüber nur äußere Zufälligkeit. Wenn wir diesen unseren einzigen Beruf verfehlt hätten! Wenn wir uns unser Judenthum stehlen, oder im Gewühl des Tages sonst hätten verloren gehen lassen! Selbst wenn ein äußerer, übermächtiger Zwang es unseren Händen und Herzen entrissen hätte, den Hütereid hätten wir jedenfalls vor Gott zu Iciftcu, daß wir mit Aufgebot aller Kraft das unsrige gethan hätten, um unser Thcuerstes unversehrt zu erhalten und es sei unsere Schuld nicht, wenn wir das Anvertrame nicht mehr unversehrt denjenigen übergeben könnten, die einst unsere Ablösung bilden, wenn uns Gott von unserem Hüterposten ruft. ^2 P2Lt, -y-Q ^2 V22n '7 '2 „Denn mir beugt sich jedes Knie, schwört jegliche Zunge." (Jesajas 45. 23.) Unter diesem Schwur wird nach der Deutung unserer Weisen, der Eid verstanden, den Gott jede Menschenseele vor ihrem Gintritt in die Zeitlichkeit schwören läßt. H '2 7EI">IJ2' irTN Vy’2E'Dtt' 7p C22'2 Ni’” Di’ n: 772 82 jnan H '2 .y.ttf? 82 yzttrn 772 82 7727 Jy e b r 1* d r 5<$51 (1801 >. N'7 721 .‘:y> TJNJZ* “7’8'7 Dl’ 7? zi2'8 82 72^7 ,77'Q7 ,7'2'7 '.77 7N1 pHi* '77 ,'7\X ’J’J/’Dtt'DB' 77^12^7 ysnr 7.772 rrn ,777^ p'7S “8 0'7Dix v,8i2 D8iyn ^>2 |7:i£' rn*2t£'7 D'Tnö V772'21 7'772 77"2p.7lL' J/71» 7.71 Z2N1 2V'2 777.722 7772^2 777X CH N'77 .77177V *J3 .-jca n^Du ’j’7.7 1X8 „Keine accle tritt in die Leiblichkeit ohne vorher in Eid genommen zu werden, denn so ist es gesagt: „Bor mir beugt sich jedes Knie," das ist die Stunde des Todes, „mir schwört jede Zunge" das ist die Stunde der Geburt. Und der zu leistende Eid lautet: Werde gerecht, werde nicht schlecht! Und wenn selbst die ganze Welt Dich gerecht nennt, halte Du Dich für schlecht. Wisse, der Heilige geloht sei er, ist rein und rein sind seine Diener, rein ifi auch die Seele, die er in Dich gelegt hat. Hütest Du sie in ihrer Reinheit, so ist alles gut, wo nicht, io nehme ich sie Dir wieder." (Talmud Nidda Fol. 30. b.) Als Gott fein ewiges Bnnduiß mit Israel geschlossen, als er uns zu einem Reich von Priestern und als heiliges Volk bestimmt hat, damals schwuren nicht nur die Väter und Mütter treue Hüter dieses Bundes zu sein, vr.7 72iy uoy ns -OL" 7»n nx '2 □77 227 .72 '::'n 7rx nxi;x '7 2si>. Alle jüdischen Seelen jauchzten ungeboren Gort den Weltencid entgegen. „Alles, was Gott gesprochen, wollen wir thnn und hören", alle sind wir v'72iyi D’yaanD ’j’D 7,72 alle in Eid genommen vom Sinai her. Was Gottes Allmacht mit so feierlichem Ernst der Gesamnithcit und jedem Einzelnen zur Hut anvertrant hat. dafür tragen wir vor Gott und den Menschen eine Verantwortung, deren Schwere vielfach unterschätzt und ofi gänzlich verkannt wird. v'72'^.7 77 22' der Hülereid roartet unser in fehlem ganzen veranuvorlungsvoUcn Ernst. Ueder die Seele, die uns Gott in ihrer Reinheit anvertrant, über fein Wort, das Er uns zur Hut übergeben, über alle Güter des Lebens, die uns zur gewissenhaften Verwendung für den Willen Gottes überaulwotet wurden, über alle diese höchsten An-

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