Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 32 (1891)
- Issue
- Heft 12 (9.2.1891)
- Date
- 1891-02-09
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XXXII, Jahrgang. M IS. Israelit *» Jeschumn. ZMstzrlst iut FSrstrrW Geistes ssst D. Kebess in Ass. Gemisste ssst Zlhsle. Kentrak-Hrgan für das orthodoxe ZudentHum. Begründet von Dr. Lehmann in Mainz. Montag, den 9. Februar 5651 (1891). Leitender Artikel. Nehmet Mich mit ihr! (Zu Paraschath Terumoh.) Von Rabb. Dr. H. Sänger. nenn 'b mp’i ^oitr ya mn: „Rede zu den Kindern Israel, daß sie mir eine Hebe bringen," mix mp nnw onbtMi »te minn bmwb na"pn jr6 nox .nonn inp’i ivx^ ncy „Der Heilige, gelobt sei Er, sprach zu Israel: Die Lehre gehört mir, Ihr habt sie empfangen, so nehmet auch Mich mit ihr . . Gott gab uns Sein Himmelsgeschenk, Seine Lehre, Sein lebendiges, ewigwahres Wort. Wir haben deßhalb auch Ihm eine nonn, eine Hebe zu bringen aus freiwilligem Herzen, eine Spende des Herzens und Geistes, welche uns selbst erhebt und adelt. Der Gedanke muß uns ganz erfüllen, daß wir Gottes geschöpfe sind, gottbegnadete, mit Vernunft allein begabte Wesen, und den richtigen Gebrauch von dieser Vernunft machen müssen. Und so liegt ja im Menschen das Streben nach dem Hohen und Guten, sich zu bilden, zu entwickeln, zu lernen und zu wachsen in Wissen und Kenntniß, in Sitte und Gesetz. Das Alles dictirt uns ein innerer Trieb und unsere Vernunft. Und nur das Gute und Wahre ist erstrebenswerth, nur das Reine und Edle vermag uns zu befriedigen und den Gottesfunken in uns zur erwärmenden, belebenden, erhellenden Flamme zu entfachen. Die nenn drückt diesen Gedanken, dieses innere Streben aus. Zum edelsten, erhabendsten Zweck, Gott in uns und bei uns eine Wohnstätte zu errichten, bringen wir aus freiem Antriebe eine Herzensspende. Reich und arm, hoch und niedrig, können eine gleichwerthige Spende bringen. Denn nur das Herz allein macht die Spende werthvoll, erhebt sie weit über ihren realen Werth. Ob Gold. Silber oder Kupfer, ob Garn und Holz oder selbst Edelsteine die Spende bilden, das vermehrt und verringert nicht den Werth. Gott gab uns seine mm und spricht: Nehmt Mich mit ihr! Die mm ohne den göttlichen Geist darin zu erfassen, hat keinen 'Werth. Was wir hier auf Erden thun, hat nur dann Bedeutung, wenn wir immer von dem reinen, guten Gedanken dabei geleitet werden. Jede rein irdische Absicht und jeder rein irdische Zweck kann wohl momentanen, niemals aber dauernden Werth haben. Alle irdische Freude, aller irdische Genuß befriedigt nur für eine kurze Zeit, und je größer unsere Ansprüche auf des Lebens Freude und Genuß sind, um so rascher werden wir die Erfahrung machen, daß Uebersättigung und Ueberdruß sich einstellt und oft ein recht bitterer Nachsatz verbleibt. Es gibt auch für den rein irdischen Genuß ein Maß, das ihn zu einem Genüsse stempelt und das nicht überschritten werden darf, wenn es nicht in das Gegentheil ausarten soll. Immer aber führt es uns zu der Ueberzeugung, daß es nicht das Wahre im Erdenleben bildet, nicht den Zweck unseres Erdenstrebens ausmachen kann. Denn das gewöhnliche Leben 'mit seinen Freuden und Leiden, mit seinen Mühen und Sorgen ist so wechselnd, so unbeständig, daß wir, am Ende unserer Pilgerfahrt angelangt und einen Rückblick auf die zurückgelegte Bahn werfend, zu dem Schlüsse gelangen: Das Alles war theils schön und glücklich, theils traurig und schmerzlich, ist aber nun vorüber, und wo ist der Gewinn, was ist das Resultat, wo bleibt das Leben? —. Wer nur sich gelebt, der hat nicht gelebt. „Nehmet Mich mit ihr!" So ruft uns Gott zu. Unser Volk hatte die min empfangen. Aber wenn cs auch die zwei Tafeln als nny, als Zeugniß mit sich führte und diesem Gotteszeugniß eine Wohnstätte errichtete: damit hätte es die mm noch nicht erfaßt und gehalten, dadurch hätte es die