Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 32 (1891)
- Issue
- Heft 6 (19.1.1891)
- Date
- 1891-01-19
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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108 statt und ihren eigenen Kirchhof zu haben. Ferner wird ihnen gestattet, mit allerlei Maaren und an allen Orten der Stadt, sowohl während der Wochenals auch der Jahrmärkte zu handeln und beliebige Handwerke unabhängig von den christlichen Innungen zu treiben. Von Hof- und Frohnarbeiten während der Ernte sollen sie frei bleiben. Das Holz zur Errichtung ihrer Synagoge sollen sie aus den herrschaftlichen Waldungen unentgeltlich erhalten. Jeder in Kempen sich ansiedelnde Jude soll ein Jahr von allen Abgaben frei bleiben." — 20 Jahre nach der Niederlassung der ersten Juden in Kempen, am l. Kislew 5451 (1690) trat der Chewra-Kadischa-Verein, gegründet auf detaillirte Bestimmungen (rupn), ins Leben. Die Männer, die von Geschlecht zu Geschlecht als Vorsteher der Chewra-Kadischa wirkten, sind in dem Denkbuche des Vereins mit Namen aufgeführt; sie gehörten seit jener alten Zeit bis auf den heutigen Tag zu den frömmsten und achtbarsten Männern der hiesigen Gemeinde. Die Würde und Bürde als Vorsteher dieses menschenfreundlichen Vereins tragen gegenwärtig die Herren H. Spitz, der seit 34 Jahren dieses Amt bekleidet, I. Rosenberg, Rafael Freund, S. Weiß blum,undM. Rosenlhal.SoweitdieMittheilungen des Herrn Warschauer. Der stellver-! tretende Bürgermeister, Herr I. Wi eruszo w ski, verstand es in richtiger, würdiger Weise, auch den edlen, frommen Frauen, welche die heilige Funktionen der Chewra-Kadischa verrichten, die gebührende Anerkennung zu zollen. Roch eine Reihe von Ansprachen, der Vortrag von hebräischen und deutschen Festgedichten, das Vorlesen von Begrüßungs-Depeschen und Gratulations-Schreiben würzte das Mahl. Den Dank der Gäste für die geschickte und umsichtige Arraugirung des Festmahls brachte der prakt. Arzt Herr Dr. Glogowski zum Ausdrucke, indem er in einem mit Beifall aufgenommenen Toast dem Feftcomitö das verdiente Lob spendete. Bis spät in die Nacht blieben die Gäste in Festesstimlnung vereint. Es herrschte bei diesem Mahle der echt jüdische Geist, der dem Ganzen eine höhere Weihe gab und das Festessen zu einer miyo mso stempelte. Möge der fromme, gottesfürchtige Sinn, der von alter Zeit bis auf den heutigen Tag in der Mitte der hiesigen Chewra-Kadischa sich erhalten, auf die kommenden Geschlechter sich verpflanzen, daß auch die künftige Generation von dem heiligen Ideale der Religion erfüllt und beseelt sei. 1. Mh. Fürd. folgenden Airnoncentheil ist d.Redaction nicht verantwortlich. E n i e t « e rr. Cdle Menschenfreunde! Rasche Hilfe lhnt Roth! Ein frommer Familienvater ans Hessen, mit Frau und Kind, ist durch eine langwierige Augenkrankheit nicht mehr im Stande, den nöthigen Berdienst zur Erhaltung seiner Familie zu erringen. Gänzlich verarmt, steht er nunmehr vor der Veräußerung seines kleinen Hänschens, und müßten wir daher erleben, daß eine Familie, welche sich früher “PIDD ernährte, dem gänzlichen Untergange preisgegeben wäre. Wir bitten daher um rasche und nachhaltige Unterstützung, und ist die Expedition dieses Blattes gerne bereit, Gaben in Empfang zu nehnien und weiter zu befördern. (334 Meie erkh! Für ein junges Mädchen (Waise» ans hochachtbarer, iSr. Familie, von hübschem Aeußeren und gründlicher Erfahrung im Hauswesen, mir einem Baarvermögeu von 5000 Mk., wird passende Parthie gesucht und belieben sich solide Reflectanten (Wittwer nicht ausgeschlossen) unter vertrauensvoller Darlegung ihrer Verhältnisse unter Z. Z. 623 an die Ann.-Exped. von'8. L. Daube & Co in Frankfurt a. M.'zu wenden. Aufforderung. Aus der hiesigen Stiftung des verlebten Hoffaktors Moses Emanuel Speyer und dessen gleichfalls verlebten Ehefrau Gütel, geb. Enoch, soll für das Jahr 1891 an ein bedürftiges Mädchen, das mit den Stiftern vertvandt ist, ein Brautlegat von 1028 Mk. 57 Psg. vergeben werden. Diejenigen, welche hieraus Anspruch machen wollen, haben sich innerhalb sechs Wochen unter Einreichung ihrer Verwandtschafls- und Armuthszeugnisse an den Unterzeichneten zu wenden. Michelstadt i. D., 9. Jan. 1891. Der Vorstand der Hoffaktor Speyer'schen Stiftung: Strauß. (344 CYu meinem Verlage ist erschienen und <0 durch alle Buchhandlungen zu beziehen : De i 1fr» den zur Borbereitung für die Bar Mizwa. Von Rabbiner L. Höxter. Preis 40 Pfennig. H. Engel, Berlin 0., 296) Klosterstraße 15. ^Vacawz,. Die israelitische Synagogengemeinde zu Kiel sucht per 1. April d. I. einen unverheiratheten, deutschen Beamten als Schochet und Chasan zu engagiren. Derselbe muß auch jOip pyn sein. Bewcrberwollen sich baldigst beim Vorstand melden. (332 CV» hiesiger Gemeinde ist die Religions- <0 lehrer-, Ehasan- und Schochetstelle verbunden mit einem fixen Gehalt von 750 M. nebst freier, schöner, möbtirter Wohnung, sowie ca. 100—150 M. Schächtgebühren baldigst zu besetzen. D.ualifizirte Bewerber (unverh.) belieben sich an den Unterzeichneten zu »venden. B u n d e, i. Dstsriesland. 313) Der Vorstand: M- RieS. (7^n der israel. Gemeinde Diersburg r\5 in Baden ist die Stelle eines Religionslehrers, Vorbeters u. Schächters zum j. März d. I. neu zu besetzen. Gehalt 600 Mark, Nebeneinknnfte 3—400 Mark nebst freier Dienstwohnung. Meldungen find bis Milte Februar an die Unterzeichnete Stelle zu richten. Schmieheini (Baden), im Jan. 1891. Großh. Bez.-Synagoge: 390) Or. M. Rawicz. (348 Verantwortliche Redaction: Oscar Lehmann in Mainz.— Expedition des „Israelit" u. „Jeschurun", Schottstraße Nr. 2, Mainz. Druck und Verlag der I o h. Wirth'schen Hosbuchdruckerei-Actien-Gesellschast in Mainz.