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Der Israelit · 1891-01-19 · Heft 6 (19.1.1891) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 6 (19.1.1891)
Date
1891-01-19
Page
– (sequence 13)
Language
German
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101 war angesichts der sich ergebenden Schwierigkeiten schon im Begriffe, die Errichtung der Stiftung ganz aufzugeben; er bot jedoch schließlich der Regierung an, sie möge gleich bei der Bildung des Central- Eomiles vier Mitglieder desselben nominiren, doch solle die Zahl derselben in Zukunft nicht vermehrt werden. Um durch eine fortgesetzte Weigerung die Bevölkerung Galiziens und der Bukowina der durch die Stiftung zu erhoffenden Vortheile nicht zu berauben, ging die Regierung auf den Vorschlag des Baron Hirsch ein, und es kam eine Vereinbarung zu Stande, durch welche die Genehmigung der Statuten und das Inkrafttreten der Stiftung ermöglicht wurde. Wie bereits kurz erwähnt wurde, sollen auf Kosten der Stiftung für die israelitische Jugend Galiziens und der Bukowiua Kindergärten, Volks¬ und Fortbildungsschulen errichtet, israelitische Kinder zu Handwerkern und Landwirthen herangebildet und bei der feiuerzeitigen Etablirung unterstützt werden. Die cstiftungsschuleu sind so einzurichteu, daß sie gesetzlichen Anspruch auf das Oeffentlichkeitsrecht haben, und die deutsche Sprachlehre rnuß in allen einen obligaten Lehrgegenstand bilden. Sie werden ferner nicht nur dort, wo keine christlichen Schulen bestehen, sondern überall auch christliche Kindern zugänglich sein, und wird der christliche Religions-Unterricht für dieselben auf Kosten der Stiftung ertheilt werden. Von dem Stiftungsvermögen von 12 Millionen Francs können 300,000 Francs zur Erbauung und Errichtung neuer und 'dir Erweiterung bestehender Schulen verwendet werden. Die gesammten Jahreseingänge aus dem Stiftungsvermögen sind den Stiftungszwecken zuzuführen, und die Verwaltungskosten dürfen jährlich 20,000 fl. nicht übersteigen. Wenn die Stiftung aus irgend welchen Gründen ihren Zweck nicht mehr erfüllen kann, so ist sie in eine neue umzuwandeln unter dem Namen: „Baron-Hirsch-Stiftung für humanitäre Zwecke und zur Unterstützung von Handwerk und Ackerbau unter den Israeliten von Oesterreich". Prag, im Dezember. Noch ist kein Jahr verflossen, daß unser allverehrte Herr Oberrabbiner Dr. Ehrenfeld n sein Amt Hierselbst angetreten, und mit freudiger Genugthuung können wir sagen, daß wir die Erwartungen, die wir in ihn gesetzt, erfüllt sehen. Vereinigt ja Herr Oberrabbrner Dr. Ehreufeld ’"j alle die Eigenschaften und Vorzüge, welche einen Prager Oberrabbiner zieren und schmücken müssen. Neben seinem talmudischeu Wissen, seiner eminenten Gelehrsamkeit auf jedem Gebiete, seiner hervorragenden ausgezeichneten Bercdtsamkeit besitzt der von seinem hohen Berufe ganz und gar durchdrungene Oberrabbiner gewaltige Energie und! scharfsinnigen Ueberblick, vermöge deren ihm gelungen I ist, mehrere religiöse Institutionen in's Leben zu rufen. Besonders haben wir es seinen rastlosen Bemühungen und Anstrengungen zu verdanken, daß wir jetzt — echt iren-Fleisch genießen können. Wer die Verhältnisse, die in Bezug hierauf in unserer Ätadt herrschten kannte, weiß dies besonders zu würdigen. Jetzt schenkt Herr Oberrabbiner dem Religionsunterrichte seine Aufmerksamkeit; um einen einheitlichen Lehrplan festzusetzen. hatte er wiederholt mit den anderen Herren Rabbinern Couferenzen. Als eine besondere hohe Errungenschaft ist zu bezeichnen, daß sich um ihn eine Schaar von Jünglingen aus Ungarn, Deutschland und Rußland gesammelt hat, um zu seinen Füßen ihren Wissensdurst zu stillen und seine großartigen und ausgezeichneten Vorträge in D’pDisi ouv zu vernehmen. So entfaltet unser Herr Oberrabbiner »"j eine segensreiche, großartige und ersprießliche Wirksamkeit. Voll innigen Dankes blicken wir zum Herrn empor, daß Er uns einen würdigen Führer und Lehrer gesandt hat. Möge er recht lange in unserer Mitte zur Freude, zum Glücke und Heile unserer Gemeinde wirken. England. London, 17. Jan. Aus Petersburg wird gemeldet, daß die zarische Bittschriften-Kommissiou das Schriftstück des Lord Mayors in Betreff der Juden zurückgesandt habe, unter dem Vorwände, daß die Kommission rächt befugt sei, Bittschriften aus dem Auslande dem Zaren zu übermitteln. Wochen - Kalender. Freitag, 23. Januar, 14. Schebat. Sabbat-Anfang 4 Uhr 10 Min. (Mainzer Uhr.) Samstag, 24. Januar, 15. Schebat. rftEQ Sabbat-Ausgang 5 Uhr 30 Min. (Mainzer Uhr). Briefkasten der Redaktion. L. S. in C. Durch unsere Correspondenz in voriger Nummer überholt. i*. L in Straßburg Ihre Berichte sind uns angenehm. C. in R. Baron Hirsch wohnt in Paris, Eue de Rome. G in W Das Jnhaltsverzeichniß zum Jahrgang 1880 des „Israelit und Jeschurun" wird in aller Kürze hergestellt. Briefkasten der Cxpedition. S. W., Cantor in Schrimm. M. 10 dankend erhalten. Richtige Löfungen fandten ferner ein: Rebecca Fabian in dessen (W.-Pr.). Cultusbeamter A. Davidsohn in Raftenburg (O.-Pr.). H. Brinitzer in Striegau. Frau H. Cohen in Geilenkirchen. Bernhard Hecht in Frankfurt a. M. Therese Heymann in Sprendlingen b. Frankfurt. Babetie Lifsgens in Goßmannsdors. Ignatz Lipsladl in Tyrnau. Lehrer A. S. Reich in Loslau (O.-Schl.). Lehrer Herm. Emanuet in Madfetd. Lehrer Moses Schloß in Kirf (Rgbz. Trier). Frau Lina Gutmann in Greglingen. Canlor Heinrich Weyl in Muromana-Goslin. S. M. Bachrach in Clmshorm. Frl. Klara Denont in Schirwindk. Jda Weinschenk, Adelheid und Geda Theimer, Louise Stenauer, sämmtl. in Amberg.

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