Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 31 (1890)
- Issue
- Heft 100 (22.12.1890)
- Date
- 1890-12-22
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XXXI. Jahrgang. JVS100. Israelit... Jescham«. MWst M FSrderllW jSli. Geilirs »»d D. Kedess ls Uns. EemMk M Zlhilk. Kentrak-Hrgan für das orthodoxe ZudenLHum. Begründet von Dr. Lehmann in Mainz. Montag, den 22. &e$embev 5651 (1890). Da mit dem 1. Januar 1891 ein neues Quartal beginnt, so erlauben wir uns, die geehrten Abonnenten darauf aufmerksam zu machen, daß namentlich bei der Post das Abonnement frühzeitig erneuert werden muß, damit die Versendung keine Unterbrechung erleidet. Leitender Artikel. Des Propheten WaKuK WelffMlis. Von Isaak Hirsch. (Fortsetzung.) So steht das von Gott, dem allmächtigen Weltenlenker, von Anbeginn an gesteckte Ziel der Menschengeschichte unerschütterlich fest. Ist Er ja, wie es der größte aller Propheten, der, wie kein Sterblicher zuvor und jemals wieder, eines so unmittelbaren Einblicks in Gottes Weltenplan und Weltenlenknng gewürdigt worden,*) in seinem die ganze Entwickelung der Erziehung des Menschengeschlechts in ihren einzelnen Phasen vorausschauenden Testamente ausgesprochen hat, ist Gott ja nisn, der unerschütterliche, unveränderliche Hort aller Zeiten, und darum itys o’an, ist Seine Waltung immer und überall der Inbegriff aller Vollkommenheit. Was er als Sein Ideal der Menschheit hat verkünden lassen, das reist sicher seiner Verwirklichung durch der Zeiten Flucht entgegen. Mag der stolze Sinn der Gewaltigen auch noch so sehr sich dagegen sträuben, mag das blöde Auge der Staubgeborenen auch noch so blind sein für die Spuren Seiner Waltung, in unwandelbarem Fortschreiten strebt die Geschichte dennoch diesem Gottes-Ziele entgegen, und dem von Gottes Licht erhelltem Blicke verkünden nicht nur die Himmel die Ehre Gottes, auch die Gänge der Geschichte sind ihm die Prediger Seiner Allmacht, Allweisheit, Allgerechtigkeit und Allgüte. 12 itrsj m»* n:n. Wie innerlich morsch, jedes festen Kerns bar ist die gewaltigste Macht der nicht auf Recht und Liebe sich gründenden Erdengröße l Wie machtstolz, trotzig und vermessen sie auch auftritt, die eigene Seele findet keine Befriedigung darin. Sie fühlt sich nimmer sicher, kann sich keines Augenblicks ruhigen Genusses des mit so vielen Opfern an Menschenglück und Menschenleben Erreichten freuen. Was das Schwert erbeutet, muß das Schwert hüten und vertheidigen, der schwere Panzer darf nimmer abgelegt werden, die bewehrte Faust muß immer zum Streiche erhoben bleiben. Das ist der Fluch der aus Gewalt sich stützenden Macht. ri'N' lrciiDNa p'-iw. Der Gerechte aber, der dem Gewaltthätigen zur Beute wird, wenn er wahrhaft pnu ist und seine ganze Zuversicht rückhaltlos in Gott setzt, erlangt eben durch dieses wahrhaftige Gottvertrauen inneren Frieden und Dauer. Während der Gewaltthätige unter der Wucht der Schuld zusammenbricht und endlich zu Grunde geht, erblüht der Gerechte immer wieder zum neuen, lebenskräftigen Dasein. Seines Lebens Wurzel empfängt stets frische Kraft aus dem Borne, der nimmer versiegt, aus der unerschütterlichen Zuversicht in Gott, aus dem unentwegten Vertrauen auf Gottes schirmenden und Segen verleihenden Beistand. Was ist denn in Wahrheit der babylonischen Weltherrschaft, jeder Tyranneigewalt aller Zeiten, innere Kraft? Ein künstlich erregter Rausch, — ephemäre Potenzen: künstlich angefachte Begeisterung für die eingebildete nationale Größe, künstlich ausgestachelte Leidenschaften der Ruhm- und Ehrsucht, der Habgier und des Genusses. Die Welteroberer wissen die Völker, deren Mark sie vergeuden, über das innere Elend zu täuschen und sie ihrem Dienste willfährig zu machen durch die Brosamen des Glanzes und der Beute, die sie ihnen als Entlohnung hinwerfen. So stürzt sich die Meute auf die ihnen preisgegebenen Schlachtopfer mörderischer Jagdlust. Und zu diesem künstlich erzeugten und V O’JB D’JS '"1 iyT “)E\X