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Der Israelit · 1890-12-11 · Heft 97 (11.12.1890) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
31 (1890)
Issue
Heft 97 (11.12.1890)
Date
1890-12-11
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXXI. Jahrgang. MW. Israelit «* Jeschunm. Wsihrist jut FSrdnW jW. Geikks m \B. Kkdns Hm. GeweMk md Zitzilr. Gentrat-Hrgan für das orthodoxe Iudenthum. Begründet von Vi». Lehmann in MainH. D L, NN erfrag, den 11. Dezember £»651 (1890). Leitender Artikel. Des Propheten 7. ' WeffWNg. Von Isaak Hirsch. (Fortsetzung.) Dein Zweifel und der Sorge hatte der Prophet Ausdruck verliehen, und es war ihm bereits zum Bewußtsein gelangt, daß itidj «b, daß das zum Herold des Gottesgeda.ikeus und zum Priester für die Menschheit erkorene Israel in dem Untergange seines Staats und dem Falle seines Heiligthums nicht der gänzlichen Vernichtung überantwortet werden sollte. Daß aber die brutale Gewalt und die hinterlistige Politik durch den Sieg über den Schwächern, der, wie fern auch immer von dem Ideale der sittlichen Vollendung, jedenfalls uqg p"i2, im Vergleich mit dem Tyrannen gerecht und tugendhaft genannt werden könnte, als der alleinige Herrscher und Gebieter auf Erden angeschaut werden möchte, das bedrückte seinen Sinn und er rang nach Klarheit. Tinropr-r ttid^d Vy. „Ich möchte Wohl auf meiner Warte stehen bleiben", möchte den Blick gerichtet halten auf die sich vollziehenden Ereignisse; möchte gern ertragen die mich beengende Sorge, wenn ich nur das Ende erblicken könnte; möchte wissen, was dann gegen mich vorgebracht wird, und welche Antwort ich dann mir selbst auf die mich quälenden Fragen zu geben haben werde. Da ward ihm Erhörung von Gott: ]nn uro. Was Du geschaut, schreibe es nieder — so lautete die Weissagung Gottes. Dir ist die ungeheure Wellmonarchie Babylons in ihrem ganzen Schrecken gezeigt worden, wie vor ihr Assyriens Macht versinkt und Juda durch sie Staat und Tempel einbüßt und in das Exil wandert. Das zeichne jetzt auf, klar und deutlich, daß es Jedermann zum vollen Bewußtsein gelange. Dann wird in dem um ein Jahrhundert zuvor kundgegebencn Zusammenbruch Assyriens und Judas das göttliche Gericht erkannt werden können und in Rebukadnear das Werkzeug Gottes.! Wan n aber auch Babylonien von dem Finger der göttlichen Waltung, ob des Mißbrauchs der Gewalt, ob der Unterdrückung der Ohnmächtigen, ob der trügerischen Politik getroffen werden wird, wann Babels Zeit gekommen sein wird, das wird jetzt noch nicht kundgethan. nyin1? pin ~ny ’d, für das Endziel gibt es noch Prophetengesicht, das noch nicht klar und deutlich enthüllt ist, das aber dennoch sicher eintrifft. Wie leise hierfür auch die Andeutung ist, es wird doch endlich erreicht. Gott lenkt die Pfade der Geschichte nach Seinem, dem menschlichen Auge verborgenen, Plane, und die Spuren dieser allmächtigen Gotteswaltpng sind überall zu schauen. Das Ziel wird erreicht, unaufhaltsam vorwärts und aufwärts schreitet die Menschheit. Und wenn es auch dem Menschen oft scheinen möchte/ als ob ein Stillstand oder gar ein Rückschritt, ein weiteres Entfernen von dem hochgesteckten Ziele, eingetreten sei, wir dürfen nimmer kleinmüthig verzagen : „wenn es zu zögern scheint, harre zuversichtlich sein; es trifft ganz bestimmt ein, es bleibt nicht aus." Diese Zuversicht genügt, muß genügen, zur Abwehr aller Zweifel. Das längst bestimmte Ziel der Geschichte wird von der Menschheit endlich erreicht werden, wann, das ist Gottes, des allmächtigen und allgerechten Weltenlenkers Weisheit allein bekannt. NiT’Ticn nidd by Nttnsüi ksto, erläutert Jonathan zur Stelle und weist damit auf die von Gott durch Mosche an der Wiege des jüdischen Volkes, da es noch in der Wüste Sinai den ersten Vorbereitungskursus für die zukünftige Selbstständigkeit einer Staatenbildung durchzumachen hatte, kundgegebene Offenbarung über den Zusammensturz dieses Staatslebens und die alsdann anhebende Leidenerziehung, sowie das endliche Ziel dieser Erziehung Israels und der Menschheit, hin. „Von Anfang an", heißt es in Hicsch's Commentar zu Leviticus 26, „war Israels geschichtliches Sein und Werden nicht ein Produkt zusammenwir- 010

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