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Der Israelit · 1890-12-08 · Heft 96 (8.12.1890) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
31 (1890)
Issue
Heft 96 (8.12.1890)
Date
1890-12-08
Page
– (sequence 12)
Language
German
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daß Herr David Ritter v. Gutmann aus Anlaß der Feier 14,000 fl. zu Gunsten der Ausbildung armer Knaben gestiftet habe. Dr. Borschke überbrachte die Glückwünsche der Stadt Wien, Gemeinderath Dr. Alfred Stern die der israelitischen Alliance, während Reichstagsabgeordneter M a U scheko den Verein im Namen des Niederösterreichischen Gewerbevereins beglückwünschte. Baron Köntgswarter theilte mit, datz er bereit sei, die Kosten des von dem Verein projektirten Vereinshauses zu bestreiten. Mit einem Hoch auf den Kaiser schloß die Versammlung. Budapest. Die hochherzigen Stiftungen des wackern Herrn Sigmund Brödy beschäftigen noch immer die Leiter der daran betheiligteu hervorragenden Landesanftalten, sowie die Gesammt-Presse der ungarischen Hauptstadt und bilden schon mehr als eine Woche das Tagesgespräch der hauptstädtischen Bewohner. Ja sogar Sr. Majestät, der gekrönte König von Ungarn, hat sich über die wahrhaft fürstliche Spende Biädys beifällig geäußert. Als dieser Tage der König die Herbstausstellung des Künftlerhauses mit allerhöchst seinem Besuche beehrte, besah sich Sr. Majestät die von Prof. Angeli mit vollendeter Meisterschaft gemalten Porträts Sigmund Brüdys und seiner Gemahlin. Se. Excelleuz der königl. ung. Ministerpräsident Graf Julius SzapLry bemerkte bei dieser Gelegenheit, daß dies das Brld jenes braven Mannen sei, welcher in menschenfreundlicher Weise die großen Stiftungen der letzten Tage gemacht hatte. Der König sichtlich freudig erregt darüber, geruhte zu erwiedern: „Das ist schön, sehr schön! . . . Dem gefeierten Manne kamen eine riesige Zahl von Adressen und Gratulations-Schreiben zu, es meldeten sich ferner mehrere Deputationen, denen sich jedoch Herr Brovy durch eine nach dem Süden angetretene Reise entzog. Dieser Biedermann geht in seiner Anspruchslosigkeit und Bescheidenheit selbst dem Wohl verdienten Danke aus dem Wege, er thut das Gute um des Guten willen und ohne Hoffnung auf irgend welchen Lohn. — Die Mitglieder des „Neuen Pefter Journal" überreichten ihrem hochverehrten Chefredacteur eine prachtvoll ausgeftattete Adresse; die Administration des Unternehmens ließ Herrn Sigmund Biody durch eine Deputation eine künstlerisch ausgestaltere Adresse und das Personal der Druckerei gleichfalls durch eine Deputation eine goldene Feder sammt Adresse überreichen. Der Reichstags-Abgeordnete und Publicist Emmerich Halä-sz hielt an den Gefeierten eine Ansprache, der wir das Folgende entnehmen. „Ein noch stärkerer Beweis Deiner hohen Denkungsart, Deines männlich-ernsten Charakters, Deiner vornehmen Natur ist jedoch die großartige That, mit welcher Du Deiner bisherigen, dem Gemeindewohle gewidmeten Thätigkeit die Krone aufsetzest. Durch die Stiftungen, welche Du mit fürstlicher Munificenz machtest, hast Du Dir ein bleibendes Denkmal errichtet. Die dankbare Nachwelt wird dafür Deinen Namen segnen, und wir, Deine Allers¬ und Berufsgeuossen, wie sollen wir sie lobpreisen die edle That, welche ihr Lob in sich selber trägt? Unsere Dankbarkeit gestattet uns nicht, stumm zu bleiben, obwohl wir vergebens nach Worten suchen, sie würdig auszudrücken. In unserem eigenen und im Namen der gesammten Journalistik sagen wir Dir blos so viel: Wir sind stolz auf Dich, nicht bloß wegen der Größe Deiner Spenden, sondern zugleich wegen der weißen Voraussicht und des Zartgefühls, welche sich in jedem Detail Deiner der ungarischen Publicistik, den Journalisten und Deinen sämmtlichen Mitarbeitern aller Categorien gewidmeten großherzigen Verfügungen kundgeben." Von den vielen eingelaufenen Briefen wollen wir nur den unseres gefeierten Dichters hier folgen lassen, er lautet in deutscher Ueberseyung: „Mein lieber Freund! Wohllhun ist jener sechste Sinn beim Menschen, dessen Genüsse die anderen fünf überlreffen, der selbst mit der Liebe rivalisiert. Auch ich genieße manchmal die Freuden des Wohlthuns, aber nur im Kleinen, in minimalen Dosen; Sie aber schwelgen in dieser göttlichen Luft. Gott segne Sie für das, was Sie an unsere Journalistik gethan haben! An den materiellen Vortheilen der Wohlthat werde ich keinen Theil haben, es fehlt mir dazu an den beiden Rechtstiteln: dem Talent und dem Unglück; aber von der Schätzung, die Sie unserem verkannten, mißverstandenen, oft verhöhnten Stande zu Theil werden lassen, kommt auch auf mich genug, um mich zu trösten. Der Allmächtige erhalte sie zur Freude Ihrer Angehörigen, zur Zierde unserer Literatur, zum Stolze aller Mitbürger in körperlicher und geistiger Kraft so lange, als man Ihren Namen segnen wird. Budapest, 15. November. Ihr alter, wahrer Freund Maurus Jvkai." D. H. S. Schweiz. Basel, ü0 Novbr. Herr Professor Georg Dr. Jellinik hat einen Rus als Professor des Staats- und Völkerrechts nach der Universität in Heidelberg erhalten. Es ist dies die zweite Berufung im Laufe eines Jahres, nachdem derselbe seine Demission als a. o. Professor an der Wiener Universität geaeben hatte. Vermischtes. Berlin, 16. November. Die Schenkung des Herrn Dr. meä. Ephraim, welcher, wie nur meldeten, die hiesige jüdische Gemeinde *ur Universalerbin seines 1 >/, Millionen betragenden Vermögens einsetzte, har die landesherrliche Genehmigung e> halten. Güttingen, lO. Nov. Der Prorektor der hieugen Universität, Professor Dr. Orr, hat vorgestern bei der Jmmatriku-

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