Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 31 (1890)
- Issue
- Heft 93 (27.11.1890)
- Date
- 1890-11-27
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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1684 aus welcher derselbe den Wunsch des Herrn Landrabbiner Dr. Gronemann zur Kenntnis; brachte, daß die kleineren Vereine zu dem Vorträge des Herrn Landrabbiuer Dr. Guttmann Stellung nehmen möchten. Die Konferenz hob hervor, im hiesigen Landrabbinatsbezirke sei der nachbibl. Geschichtsunterricht längst obligatorisch, sie lehnte die zweit e These, Anschluß der nachbibl. Geschichte an Weltgeschichte betreffend, aus mehreren Gründen ab. Damit wurde die erste Sitzung geschloffen. Zweiter Tag. Die Sitzung begann im ersten Klassenzimmer der jüdischen Schule mit der Lehrprobe des Vorsitzenden über das Gedicht: „Johanna Sebus" von Göthe. Es wurden zwei Strophen schulgemäß behandelt. Daran schloß sich im Konferenzlokal der theoretische Theil, nämlich der Vortrag des Vorsitzenden: „Die schulgemäße Behandlung eines poetischen LesestücksDer Vortrag währte über eine Stunde und erfreute sich des ungetheilten Beifalls aller Anwesenden. Dieselben erhoben sich auf Veranlassung des stellvertretenden Vorsitzenden, Herrn Dr. Buchholz von ihren Sitzen, um dem Referenten ihren Dank für die fleißige und wohldurchdachte Arbeit zu erkennen zu geben. Alsdann wurde die interessante Debatte über den Gegenstand eröffnet, welche sich zuerst über die Lehrprobe und sodann über das Referat verbreitete. Die Ausstellungen waren unbedeutend und wurden im Schlußwort des Referenten widerlegt. Apt-Emden erhält das Wort zur Besprechung über die obenbezeichneten hebr. Lesefibeln. Derselbe kommt zum Ergebniß, daß Herzbergs Fibel zur Einführung empfehlenswerth sei, während der Unterzeichnete und Reu ß-Neustadt-Gödens für Liebmanns Fibel sich aussprechen. (? Red.) Fauerbachs Fibel findet dagegen keine günstige Beurtheilung. Wolfs- Aurich ist der Ansicht, man dürfe der Fibel überhaupt nicht zu viel Werth beilegen, der Lehrer sei die Hauptsache auch bei diesen Leseübungen. „Badt, Kinderbibel" (Breslau,-Köbner) hält derselbe Referent für sehr empfehlenswerth in der Mittelstufe jüdischer Volksschulen. Levy macht besonders aus die „Erläuterungen" zu Levy-Badt bibl. Geschichte und Badts Kinderbibel aufmerksam, da sie dem jungen Lehrer bei der Besprechung der bibl. Geschichte Winke gäben. Er zeigt dieses an mehreren Proben, wogegen er nachweist , daß die Sprüche in Badts Kinderbibel nicht immer glücklich gewählt seien. Eine eingehende Besprechung über diesen Gegenstand konnte nicht mehr stattfinden. Die Jahresrechnung des Vereins wird hierauf für richtig befunden und dem Vorsitzenden Decharge ertheilt. Herr Landrabbiner Dr. Buchholz gab nun einen kurzen Jahresbericht über den Waifenverein unseres Landrabbinatsbezirks. Derselbe zeigt einen merklichen Fortschritt. Namentlich waren außer einer Kaddischftiftung größere Sammlungen in verschiedenen Synagogengemeinden zu nennen. Genaueres hierüber wird der demnächst im Drucke erscheinende Bericht bringen. Bei der Vorstandswahl wurde der bisherige Vorstand per Acclamation wiedergewählt. Als Ort der nächstjährigen Versammlung wurde wieder Emden und als Tage der 25. und 26. August bestimmt. Als Referenten meldeten sich: I. Herr Bachenheimer-Osnabrück zu dem Thema: „Wie kann der Lehrer das Interesse der Gemeinde für die Schule erwecken?" (Korreferent Selig- Emden.) II. Herr Apt-Emden zu dem Thema: „lieber Rabbinisches in der Volksschule." A. Ist es nach dem heutigen Umfange der Unterrichtsgegenstände möglich, Zeit für den Unterricht im Rabbinischen, den die Schulordnung vom 5. Februar 1854 vorschreibt, zu gewinnen? B. In welcher Weise und mit welchen Hilfsmitteln würde dieser Unterricht zu ertheilen sein? 6. Ist dieser Unterricht überhaupt wünschenswerth? Borsänger-W i t t m u n d erbietet sich, eine Lehrprobe in Religionslehre zu halten, zu welcher ihm das Thema überlassen bleibt. Damit waren die Verhandlungen erledigt. Norden, Ende August 1890. Der Schriftführer: F. Israel. LS. Iahres-Uersammlung der isr. Lehrer von Rheinlnnß-Weftphalen in Bielefeld am 27. und 28. Mai 1890. Die 35. Jahresversammlung der israelitischen Lehrer der beiden Schwesterprovinzen Westfalen und Rheinland wurde am 27. und 28. Mai in Bielefeld abgehalten. Man wußte, daß die diesjährige Versammlung einen feierlichen Charakter tragen würde, denn der in den Ruhestand getretene langjährige Vorsitzende und Mitbegründer des Vereins, Herr Blumenau, der bereits seinen Wohnsitz nach Cassel verlegt hat, wollte auch die Leitung unseres Vereines aus seinen bewährten Händen anderen übergeben. Um 3 Uhr Nachmittags eröffnete derselbe, nachdem die Collegen Graf-Essen und Salomon-Jserlohn zu Schriftführern gewählt worden, mit herzlicher Begrüßung zum letzten Male die Versammlung, wobei er hervorhob, daß dieselbe