Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 31 (1890)
- Issue
- Heft 92 (24.11.1890)
- Date
- 1890-11-24
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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gen über einen anläßlich der Hochzeit der Prinzessin Valerie in der „Tagespost" erschienenen Festartikel eines seiner Mitarbeiter. Persönliche Differenzen dieses Letzteren mit seinem bisherigen Verleger haben ihn zu der Denunciation Gopcevics veranlaßt. Es ist auffällig, daß Niemand ein Wort dafür übrig hat, um eine solche Nichtswürdigkeit in der Oeffentlichkeit gebührend zu kennzeichnen. Eine Gemeinheit wird doch dadurch nicht besser, daß sie an einem Antisemiten und Panslavistcn begangen wird. Italien. Rom, 20. November. Die vom Cardinal Manning anläßlich seines 25jährigen Jubiläums an die zu seiner Begrüßung erschienene Deputation der Londoner Juden gerichtete Ansprache wird nun auch vom amtlichen Organe des Vaticans, dem „Osservatore Romano", in ihrem vollen Wortlaute mitgetheilt. Es zeigt dies ganz deutlich, daß das Oberhaupt der katholischen Kirche, Leo XIII., mit den von dem Cardinal in dieser Rede geäußerten Ansichten über das Judenthum vollkommen einverstanden ist und dieselben auch vollinhaltlich billigt. Cardinal Manning hat bekanntlich stets die Beschuldigung vom rituellen Morde als ein Märchen und eine Verleumdung der Inden bezeichnet. Novellette von H. Berger. (Nachdruck verboten; alle Rechte Vorbehalten.) (Schluß.) So verging wiederum ein Jahr nach dem andern. So oft es die Zeit erlaubte, besuchte er mich und diese Stunden, die wir so miteinander verlebten, boten uns die reinsten geistigen Genüsse. Musik und Literatur, Religionsphylosophie und Geschichte lieferten uns den Stoff für unsere Unterhaltungen, wie und wem er von seinem Gelbe Liebesdienste erweisen konnte, seine stete Frage. Als mein Bräutigam leidender wurde und die Besuche bei mir aufgebeu mußte, besuchte ich ihn so oft ich konnte und freute mich stets über das Vergnügen, welches ihm mein Kommen bereitete. In seinem Namen mußte ich jetzt Arme und Kranke aufsuchen und deren Noth, soweit ich konnte, zu lindern versuchen. „Und nun? Wie geht es Ihrem Bräutigam jetzt?" fragte die Cousine. „Ihm ist wohl", versetzte traurig Jettchen Dreyfuß. „Er ist allen Sorgen und Schmerzen dieses Lebens entrückt; am Montag hat man seinen Leib begraben. Sein Name aber wird unvergessen bleiben all' denen, die ihn kannten, all' denjenigen, denen er Gutes gethan, besonders aber mir, seiner treuen Braut." „Der ewigen Kalle," fügte die Mutter hinzu, „die durch ihre allzugroße Treue das eigene Glück geopfert und mehr gethall, als die Pflicht gebot." „Nicht doch", wehrte Jettchen dieses Lob ab. „Wer die Tugend üben will, der darf ihre Grenzen nicht so enge stecken. Wer sagen will, dos ist mehr als Tugend, das verlangt die Tugend nicht, der kennt die Tugend nicht. Unbeschränkt und unbegrenzt ist ihr Gebiet, und das muß so sein, denn roiab pis "w:, das Andenken des Tugendhaften werde zum Segen." „Es wird Ulis zum Segen gereichen", sprachen tief bewegt die jungen Mädchen. „Nie werden wir vergessen, wie man Treue üben muß und wir können kein besseres Vorbild finden, als Sie." „Ich? Die ewige Kalle?" fragte Jettchen lächelnd. „Ja, die ewige Kalle", war die Antwort. Es war spät geworden. Jettchen verabschiedete sich rasch und eilte, voll einer Magd begleitet, nach Hanse. Der Mond stand voll am Himmel und leuchtete in das Schlafzimmer der beiden Mädchen. Sonst waren sie mnnter beim Zubettgebeu und neckten sich gegenseitig und heute waren sie ernst und still. Als sie schön einige Zeit im Bette lagen und noch keine ein Wort gesprochen hatte, fragte die Tochter des Hauses: „Woran denkst Du, Klara?" „Ich", erwiederte diese, „ich denke an die ewige Kalle." Bald umpfing sie ein gesunder Schlaf, und nocheinmal im Traume erschien ihlicu in verklärendem Lichte „die ewige Kalle." Wochen - Kalender. Freitag, 28. November, 16. Kislew. Samstag, 29. November, 17. Kislew. Sabbat-Ausgang 4 Uhr 55 Min. (Mainzer Uhr.) Briefkasten der Nedaetion. Herr M. F. in B. Da man einen wollenen Stoff mit einem leinenen Faden nicht, mit einem baumwollenen aber ja nähen darf, so ist es, um nuyw zu vermeiden, nothwendig, daß man Fäden aus Leinwand und Baumwolle genau von einander zu unterscheiden verstehe. Baumwolle mit Leinen ist selbstredend kein »bjw. Jute ist von Leinwand sehr schwer zu unterscheiden. Vielleicht ist einem unserer geehrten Leser ein Unterscheidungsmittel bekannt. M. H. in K. Ihre Arbeiten sollen uns willkommen sein. Wir werden solche prüfen und Ihnen dann Bescheid darüber zugehen lassen.