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Der Israelit · 1890-11-20 · Heft 91 (20.11.1890) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
31 (1890)
Issue
Heft 91 (20.11.1890)
Date
1890-11-20
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXXI. Jahrgang. M 91. Israelit«„*Jeschumn. Zeitschrift zur FSrüernng jss. Geistes «9 W. leben» in Anns. Gemeinde nnd Kchnir. Gentrak-Hrgan für das orthodoxe Zudentßum. Begründet von Dr. Lehman« in Mainz. Donnerstag, den 2«. November 5851 (189«). Leitende Artikel. Zur Anssielchlln der focfalen Gegensätze in Bibel und Talmud. Von Rabbiner Heinrich Galandauer in Soborien (Böhmen). (Fortsetzung.) Die Arbeit wird im Talmud so hochgeschätzt, daß den Arbeitern sogar Zugeständnisse auf Kosten des Religionsgesetzes zuerkannt wurden. So ist es den Arbeitern gestattet, auf dem Wipfel des Baumes oder auf dem Giebel des Hauses das Schema zu lesen, obwohl dies sonst nicht erlaubt ist, weil auf solch' gefährlicher Höhe eine Andacht unmöglich ist; die Arbeiter aber brauchen deßhalb nicht erst herabzustetgen und ihre Arbeit zu unterbrechen. (Berachot 16 a.)j) Der Arbeiter ist während der Arbeit auch nicht verpflichtet, vor einem Gelehrten ehrerbietigst aufzustehen, was sonst für jeden Andern eine heilige Pflicht ist. (Kiduschin 33 a. und Chulin 54)2) Itzsx sehr die Arbeit geeignet ist, das Bewußtsein der socialen Gleichheit auszubilden, beweist folgende Anschauung der Akademiker zu Jabna, welche dort allgemein verbreitet war. Die Rabbiner in Jabna führten nämlich folgende Worte öfter im Munde.- Ich bin ein vernünftiges Wesen und mein Nächster ist auch ein vernünftiges Wesen; meine Arbeit' ist in der Stadt, seine Arbeit ist auf dem Felde; ich bin eifrig in meiner Arbeit, er wieder ist eifrig in seiner Arbeit; wie er nicht zu stolz wäre, meine Arbeit zu übernehmen, so wäre auch ich nicht zu stolz, seine Arbeit zu verrichten; wird man mir aber entgegnen, meine Arbeit ist werthvoller als die seinige, so würde ich antworten, was wir ge- ™-a) *p“nn iwoi fTNn wtna pip paixr-i (l .(N"y ,t"u O’Dnn ’-pp^n ubo nuy^ pN&n niupw »tya r# (2 .(tu p pim ,N"y ymnTp) GroN^ua D’pDiytp nymo lernt haben, daß es ganz einerlei ist, ob man viel oder wenig leistet, wenn nur die Absicht eine gute ist. (Berachoth 17 a.)3) Aus alldem ist zu ersehen, wie geachtet die Arbeit im Talmud ist, und daß die allgemeine Werthschätzung der Arbeit und das allgemeine Bewußtsein, daß der Mensch während seiner ganzen Lebensdauer zum Wohle der Gesammtheit durch seine Arbeit und Beschäftigung beizutragen verpflichtet ist, das oberste Prinzip ist. von welchem die Sitten und Bräuche eines Volkes ausgehen müssen, wenn die beiden Endpunkte in der Gesellschaft, wenn arm und reich einander näher gebracht werden sollen; die Unthätigkeit und Trägheit aber bewirkt das Gegentheil, sie läßt die Arbeit nur aus Zwang, aus Nothwendigkeit zu, und bringt dadurch auch nothwendig die weite st en socialen Gegensätze zum Vorschein, wo sich reich und arm strenge von einander scheiden. Darum wird auch in Bibel und Talmud gegen die Unthätigkeit und Trägheit so sehr geeifert. So sagt der weise Salomo inseinen Sprüchen: Gehe hin zur Ameise, Du Fauler, siehe ihre Weise und lerne. (Sprüche, K. 8, V. 6.)*) Wie lange, Du Fauler, wirst Du liegen, wann stehst Du endlich auf von Deinem Schlafe? (Das. V. 9.)*) Der Weg des Trägen ist dornig. (Das. K. 15, V. 19.) «) Er spottet über den Faulen, daß er immer schläfrn-o Hom ma un mn-“ irv’ö'iDa s&no (3 □’detd un mica iroN^o esim *rya 'row^u uw ’nDiöan w ptto iroN^ g-dwd Nim Nimmno un noNn Nomn i n a n d a njno u-n un *p nb po-ty D-youn “ihni nrncn ins uuttf G-ycD Disrb PTino »"an btpb : Tuno -(N"y ma-o) wDvb ib w' -ob niEDina icrrs -ma nam ma un .iruuiN •Ooipiaa dkO y a b a i ü r a n a n 7 ’ J i o a 2 b .('i piDs 'i Ppd) oam man hn-i by rPoj b “p (4 .('ö piDD Dty) TnuBTo oipn -no aa»n by »rwa ny (5 .(»"* pioc ,v'g OL') pan napoa by yn (6

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