Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 31 (1890)
- Issue
- Heft 83 (23.10.1890)
- Date
- 1890-10-23
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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. -^.*h'-,*^. '.-.'.'^^-^-^.^7 V-V; .'-' „V ' .- ..' XXXI. Jahrgang. Zweite Beilage,u M B3 »rs „Israelit & Ieschmmn? Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Berlin, 19. Oktober. Das nunmehr vollendete Denkmal Ephraim Lessings in Berlin hat nach der Bestimmung Kaiser Wilhelms I. und mit Genehmigung des jetzt regierenden Kaisers seinen Platz am Saume des Thiergartens an der Lennöstraße, gegenüber den Häusern 6 und 6a, gefunden. Von dem Promenadenwege daselbst führen drei Stufen aus fein gestocktem, grauem, schlesischem Granit zum Plateau des Denkmals, welches von einem schmiedeeisernen, im Rokokostile gehaltenen Gitter nmzäunt ist. Innerhalb dieses Gitters erhebt sich auf breitem, achtseitigem Unterbau von drei Stufen aus grauem, geschliffenem Granit der auf zwei Stufen aus röthlichem, polirtem Granit ruhende, aus dem gleichen Material bestehende vierseitige, wenig geschweifte Sockel, an den vier Ecken durch Konsole gestützt; auf diesem, auf viereckiger Plinthe, die Figur Lessings in weißem, carrarischem Marmor, den Dichter in einem Lebensalter von 45 bis 50 Jahren in dem Kostüm seiner Zeit darstellend. Wirkungsvoll ist gegenüber dem weißen Marmor der Hauptfigur für die den Sockel schmückenden Figuren und Embleme die dunklere Bronze gewählt und sind die Jnschrifttafel und drei Portraits durch eine hellere Vergoldung hervorgehoben. Die Vorderseite des Sockels zeigt die Jnschrifttafel, welche die Name: Gotthold Ephraim Lessing und das Emblem der drei Ringe enthält. Davor am Fuß des Sockels ruht der Genius der Humanität, der eine Schale mit Feuer, als Symbol der reinen Menschenliebe, erhebt und sich auf eine Tafel stützt, auf welcher die Schlußverse aus Nathans Erzählung von den drei Ringen in erhabenen Lettern zu lesen sind: Es eisre jeder seiner unbeüochnei,, Bon PonmheUrn freien ßiebe nach! Es srrebe von Euch jeder um die Verte, Tie Kraft des Steins in seinem Ring' an Tag Zn -egen! komme dieser Kraft mir Sanniniith, Mir der^licher ^Erträglichkeit, mir Vohlrlmn, Zu Hilr'I Und wenn sich damr der Steine Kräne Sei Euern Kindes-Kindeskindern äußern, So lab' ich über t-noend tausend Jahre Sie wiederum vor diesen Stuhl. Ta wird Ein n>ci>"rcr Mann ans diesem Stuhle nrreu K-Z ich und sprechen .... In der Linken hält der Genius einen Oelzweig, als Symbol des Friedens. Zu seinen Füßen liegt ein Lorbeerkranz. Auf der Rückseite ist am Fuße des Sockels der Genius der Kritik dargestellt. Er hält in seiner Linken das dem Gegner entrissene Löwenfell, in seiner Rechten die schonungslose Geißel. Darüber befindet sich das Portrait Christoph Friedrich Nicolais. Die Seite zur Rechten Lessings enthält das Portrait Ew. Christ, v. Kleist, die Seite zur Linken das Portrait Moses Mendelssohns. Unter diesen beiden Portraits ist je ein Wasserbecken; das Zuflußrohr wird durch einen bronzenen Delphinkopf maskirt. Wiesbaden, 14. October. Eine wichtige Entscheidung hat der Bezirks-Ausschuß in seiner Sitzung vom 6. d. M. getroffen. Das hiesige Tagblatt schreibt darüber: Die Kleidermacherin A. Heilbronn von hier klagt gegen die reformirte israelit. Kultusgememde hier wegen Veranlagung zur Kultussteuer in der Höhe von 21 Mk. 12 Pfg. pro 1890/91; die Klägerin behauptet, niemals dieser Gemeinde als Mitglied angehört zu haben, weil ihr Vater während ihrer Minderjährigkeit — Klägerin war damals noch nicht 21 Jahre alt — aus derselben ausgetreten und der altisraelit. Kultus- Gemeinde beigetreten sei. Der Bezirksausschuß erkannte dahin, daß die beklagte Gemeinde nicht berechtigt sei, die Klägerin zur Kultussteuer heranzuziehen, sowie verpflichtet sei, die Kosten zu tragen, und ging dabei von der Ansicht aus, daß die Klägerin niemals der beklagten Gemeinde angehört habe, daß aber auch das behauptete Miethen eines Platzes in der Synagoge einer wiederholten Aufnahme in dieselbe nicht gleich stehe. Sobald mir der Wortlaut der Verhandlung vorliegt, werde ich nicht säumen, bei der Wichtigkeit derselben, Sie vom genauen Inhalt desselben in Kenntniß zu setzen. Jlsenburg am Harz. Auf dem hiesigen Kupferwerk der Firma Aron Hirsch L Sohn zu Halberstadt beging am 22. September der Walzmeister Ludwig Lüttge das seltene Jubiläum seiner 50jährigen Thätigkeit. Für Nachmittag waren sänimtlkche Arbeiter von der Firma zu einem Festessen eingeladen» an dem sich auch die Chefs mit ihren Damen und eine Abordnung des Comptoirpersonals ans .Halberstadt betheiligten. Der Jubilar wurde von Herrn Hirsch und dem technischen Direktor non seiner Wohnung abgcholt und von