Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 31 (1890)
- Issue
- Heft 83 (23.10.1890)
- Date
- 1890-10-23
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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1507 der Herzogin in Gegenwart aller Prinzen und Prinzessinnen des herzoglichen Hofes überaus huldvoll und herzlich empfangen. Nachdem Herr Rabbiner Dr. Blumenthal als Sprecher der Deputation seiner Freude Ausdruck geliehen, der Dolmetsch der Empfindungen der Gemeinde sein zu dürfen, verlas derselbe die Glückwunsch-Adresse und überreichte sie dem Herzog. Tiefbewegt drückte der Herzog Herrn Dr. Blumenthal und den anderen Deputirten die Hand und sagte: „Ich danke Ihnen herzlich für Ihre so schöne Adresse; Sie wissen ja mit welchem Interesse ich die Angelegenheiten Ihrer Gemeinde verfolge." Darauf dankte auch die Frau Herzogin in herzlichen Worten. Die Prinzen stellten sich den Deputirten vor, und nun begann ein längeres Gespräch, an dem sich alle Anwesenden lebhaft betheiligten, und in welchem sich der Herzog wieder als Mann von seltener Menschenliebe und Seelengüte zeigte. Am Schluffe der etwa halbstündigen Audienz lud der Herzog die Deputation zur Frühstückstafel und zur Parade der Kriegervereine, in der Herr Cohn als Vorstandsmitglied des Ratiborer Kriegervereins Aufstellung nahm. Wiederholt trat Sr. Durchlaucht während der Parade an Dr. Vlumenthal und Herrn Vartenstein mit scherzhaft liebenswürdigen Bemerkungen heran, bis die Deputation nach dreistündigem Aufenthalt auf Schloß Räuden unter wiederholtem Händedruck huldvollst entlassen wurde. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Budapest. Wir erhalten folgende Zuschrift: Bezugnehmend auf die in Nr. 81, Seite 1472, Ihres gesch. Blattes erschienene Notiz: „Budapest" kann ich Ihnen aus kompetenter Quelle mittheileu, daß der Name Josef Stransky weder in den Stammbüchern der hiesigen aut. orthodoxen isr. Gemeinde, noch in Kreisen ihrer Mitglieder gekannt ist. Herr Stransky hat wohl namhafte Beträge zu wohlthätigen Zwecken testirt, aber nur neologen Institutionen, so der isr. Cultusgemeinde, der Chewra Kadischa, wie auch der o"i^n man. Es ist interessant zu sehen, welche Kniffe die Neologen in Anwendung bringen, die hiesige orthodoxe Gemeinde, welche als Mustergemeinde Ungarns gilt, um ihren guten Ruf zu bringen. Rumänien. Bukarest. Rumänische Blätter veröffentlichen nachstehenden Protest: Das Blatt „Gleichheit" (ein jüdisches Organ, früher „Fraternitatea") veröffentlicht einen von Dr. E. Schwarzfeld Unterzeichneten Artikel, in welchem zum Beweise der Nothwendigkeit der Errichtung israelitischer Spitäler behauptet wird, daß vor nicht länger als fünf Jahren der kranke Israelit in christlichen Spitälern mißhandelt, geschweige denn ausgenommen wurde. Wir endesgefcrtigten jüd. Aerzte und Studirende der Medizin, die wir jeden Tag Gelegenheit hatten und haben, uns persönlich von der Behandlung zu überzeugen, die in den christlichen Spitälern der Residenz jedem Kranken ohne Unterschied der Religion und Nationalität zu Theil wird, protestiren mit aller Entrüstung gegen diese unwürdige Beschuldigung, welche gegen alle christlichen Kranken-Jnstitute des Landes erhoben wird, und erklären, daß sowohl heute wie ehedem kranke Israeliten in den Spitälern zugelaffen werden und dieselbe menschliche und generöse Behandlung, wie der Kranke jeder andere Konfession erfahren. — In derselben Nummer des genannten Blattes finden wir eine unqualifizlrbare Beschuldigung nachstehenden Inhalts: „Wir werden von einigen unserer Freunde befragt, ob die angehenden junge Aerzte, die morgens als Doktoren der Medizin auftreten, als Haus-Aerzte in den israelitischen Familien gebraucht werden könnten und ob dieselben nicht im Stande wären, die kranken Israeliten in's bessere Jenseits so schnell als möglich zu befördern, da sie so viel Feindschaft für diese Konfession in ihrer Brust nähren?!" Auf einen solchen in der That übertriebenen Zweifel können wir trotzdem keine Antwort geben. Diese tendenziöse und gewissenlose Insinuation, welche den Gedanken aufkommen läßt, als wenn ein Arzt, der andere Ueberzeuguugen und einen anderen Glauben als der Patient hat, diesem gegenüber von einem anderen Gefühle als demjenigen seiner Pflicht als Mensch sich leiten lassen könnte, weisen wir mit der größten Verachtung, als eine solche zurück, welche zu allen Zeiten eine der Waffen war, deren sich der niedrigste Fanatismus bedient hat. PDr. Braunstein, Davidovici, S. Eichenbaum, Lupus, E. Marcel, Mendelson, Bereanu, Bianu. — Die Studenten der Medezin: I. Albeann, Brucar, Baer, M. Codreanu, M. Eerneu, A. Eobilnvici, Cremnitzer, I. Ehrlich, L. Feins, G. Fischer, W. Fluß, Feinsilber, Ferester, D. Goldner, Grünberg, L. Henic, H. Jkster. I. Jacobson, H. Korn, E. Lax, M. L. Levi, I. Luvisch, Löwensohn. D. M. Löbel, E. Marcianu, B. Mareulescn, H. Naumann, I. Rappaport, S. Rosenfeld, A. Schermann, L. Schunds, R. Stein, Schachmann, Weintraub M. Waltomann, Wagschal, S. Zeligher. > Vermischtes. «3- Illingen, Reg.-Bez. Trier, 12. Oft. Eine einfache, aber würdige Feier hatte am verflossenen rOD 'ZW rQtP ITDD unsere isr. Gemeinde dahier, zu Ehren des 25-jährigen Amts-Jubiläums ihres allverehrten I. Synagogen-Vorstandes des selbst in weiten Kreisen bekannten Kaufmannes Herrn A. S. Levy dahier, mit dem Morgengottesdienste verbunden. In Anbetracht der großen Verdienste, welche sich derselbe um das Wohl und Gedeihen seiner Gemeinde erworben, bestimmte Letztere, daß ihm als besondere Anerkennung der Achtung und Liebe eine Ehrengabe überreicht werde. Herr Levy